Lichtenfels

"Wir lieben die Live-Shows"

Sie spielen Classic Rock, Blues und Balladen: Am Freitag spielt "Pristine" im "Paunchy Cats" in Lichtenfels. Frontfrau Heidi Solheim erklärt den Anspruch der Band, die sich Sorgen um die Entwicklung der Gesellschaft macht.
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Heidi Solheim mit ihren Jungs von der Band "Pristine" (von links): Ottar Tøllefsen (Drums), Gustav Eidsvik (Bass) und Espen Elverum Jacobsen (Guitar) Foto: PR
Heidi Solheim mit ihren Jungs von der Band "Pristine" (von links): Ottar Tøllefsen (Drums), Gustav Eidsvik (Bass) und Espen Elverum Jacobsen (Guitar) Foto: PR

Die norwegische Band "Pristine" spielt im Rahmen ihrer Europatour am morgigen Freitag ab 21 Uhr im "Paunchy Cats" in Lichtenfels. Im Gespräch mit dem Fränkischen Tag gibt die Sängerin und der Kopf der Band, Heidi Solheim, Einblicke in ihr musikalisches Schaffen. Hallo Heidi, der Albumtitel eures fünften Albums "Road back to ruin" entstand aus Frustration. Kannst Du das an einem Beispiel etwas konkretisieren? Heidi Solheim: Die letzten Jahre haben wir weltweit einen Aufschwung der Rechten gesehen, der uns Sorgen bereitet. Wir brauchen mehr Wärme und Großzügigkeit auf der Welt, nicht mehr Hass und Spaltung. Der Titel "Road back to Ruin" ist ein Ergebnis unserer Besorgnis darüber, dass die Gesellschaft die Menschen nicht als Ganzes sieht, sondern als separate Gruppen von Kulturen, Religionen und Hautfarben.

Euer viertes Album, "Ninja", wurde an sage und schreibe an einem einzigen Tag aufgenommen. Das Ergebnis ist ein Album, das vor Energie und Leidenschaft nur so sprüht. Hat Euch das ermutigt, auch "Road back to ruin" live einzuspielen?

Wir lieben es immer, unsere Aufnahmen live im Studio zu machen. Dies ist zu unserer Methode bei jeder Aufnahme geworden. Wenn wir Live-Aufnahmen machen, bekommen wir voneinander Energie und tauchen in eine Sphäre ein, die wir lieben. Auf "Road back to ruin" haben wir ein paar Tage gebraucht, um die Songs mit den Hauptinstrumenten (Bass, Schlagzeug, Gesang, Gitarre) aufzunehmen, und dann ein paar Tage, um einige zusätzliche Aufnahmen und andere Instrumente aufzunehmen. Entsteht da ein besonderer Spirit, wenn die Band das Album live im Studio einspielt? Ja absolut! Wenn wir auf "record" drücken, steckt viel Energie im Raum, und da wir es lieben, Liveshows und Tourneen zu machen, haben wir versucht, dieselbe Energie und das selbe Gefühl auf unseren Schallplatten aufzunehmen.

Auf "Road back to ruin" finden sich Classic Rock, Stoner, Blues und Balladen. Der Musikkritiker Benjamin Troll (Laut.de) schreibt: Beim Titel " Landslide" schüttelt Gitarrist Jabocsen einen Riff aus den Fingern, bei dem Keith Richards sicher kurz die Kippe aus den Gesicht gefallen wäre. Der Titelsong "Road back to ruin" erinnert ihn an die frühen "Rival Sons". Wie siehst Du das? Es ist immer wieder interessant, Feedback von anderen Leuten zu unserer Musik zu bekommen und zu erfahren, womit sie diese vergleichen. Und mit Keith Richards und "Rival Sons" verglichen zu werden, ist wirklich großartig. Wir verstehen das als Kompliment.

Eure musikalischen Vorbilder wie Led Zeppelin, Jimi Hendrix, "Cream" und "Grand Funk Railroad" kommen aus dem Blues und Hardrock der 70er. Alles legendäre Livebands. Wie seht ihr euch? Ich bin neben dem Plattenspieler meines Vaters aufgewachsen, also war das erste, das ich hörte, "Angie" von den Rolling Stones, und diese Art zu singen hat mich total umgehauen! Als Kind konnte ich nicht verstehen, warum so viele meiner Freunde nur Popmusik im Radio hören wollten. Ich fand die Musik von Aretha Franklin, Rolling Stones und Led Zeppelin viel besser! Sie geht mir ans Herz. Ich schätze, das ist mir im Gedächtnis geblieben, als ich anfing, die Musik für "Pristine" zu schreiben. Mein innerer Hippie hat den Weg an die Oberfläche gefunden.

Du zählst zu den "hardest working women". Wie sieht eine Woche bei Dir aus? Hahaha! Ja, ich habe diesen Ausdruck gehört. Meine Tage enthalten alles, von Musik schreiben, der Organisation von Tourneen und Konzerten, dem Erstellen von Teaser-Videos für die Album-Releases oder Touren, Kampagnen für die Shows, die PR-Arbeit in Norwegen bis zur kompletten Verwaltung. Es ist so ziemlich alles, woran ich denke, von morgens, wenn ich aufstehe, bis abends, wenn ich ins Bett gehe. Aber ich liebe es wirklich sehr. Sicherlich kann es manchmal überhandnehmen, aber ich habe gelernt, Stress und Krisen in einer Art und Weise zu behandeln, auf die ich sehr stolz bin. Wie viele Tage im Jahr tourt ihr und wie lange seid ihr im Studio? Mit "Pristine" touren wir ungefähr zwei Monate pro Jahr. Zuhause in Norwegen haben wir alle unsere eigenen Projekte und touren den Rest des Jahres damit. Für mich habe ich auch meine Solo- und Kindermusikprojekte, mit denen ich viel toure. Es tut gut, diese Vielfalt im Leben zu haben - von Rockkneipen in Deutschland bis zu Kindermusikfestivals.

Eure Europatour zur "Road back to ruin" führt euch am morgigen Freitag nach Lichtenfels. Ich freue mich mega auf das Konzert im "Paunchy". Wir treffen uns dort. Großartig! Ich freue mich darauf, nach Lichtenfels zu kommen. Wir waren noch nie hier, und es wird so viel Spaß machen! Die Fragen stellte unser Mitarbeiter Udo Klinger aus Lichtenfels.

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