LKR Coburg

"Wir haben richtig schön gefeiert!"

Karl Kolb hat nach seinem Sieg bei der Bürgermeisterwahl kaum geschlafen. Sein Amtsantritt wird wahrscheinlich am 5. Juni sein - und das ist für ihn ohnehin ein besonderer Tag.
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Hat gut Lachen: Karl Kolb wird neuer Bürgermeister der Gemeinde Lautertal. Bei der Wahl am Sonntag lag er deutlich vor seinem Mitbewerber Martin Flohrschütz von der CSU. Foto: privat
Hat gut Lachen: Karl Kolb wird neuer Bürgermeister der Gemeinde Lautertal. Bei der Wahl am Sonntag lag er deutlich vor seinem Mitbewerber Martin Flohrschütz von der CSU. Foto: privat

Gefeiert wurde bis nach Mitternacht in der "Schnepfe" in Tiefenlauter - dort, wo Karl Kolb als Kandidat der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜPW) auch nominiert worden war. Gut zwei Monate später hat es der 52-Jährige tatsächlich geschafft und wird neuer Bürgermeister von Lautertal. "Wir haben richtig schön gefeiert", erzählt Karl Kolb am Montag im Gespräch mit dem Tageblatt. Besonders gefreut habe ihn, dass so viele Freunde und Wegbegleiter mitgefeiert hätten: von der ÜPW, klar, aber auch Fußballer vom TSV Unterlauter, Kameraden von der Feuerwehr oder Arbeitskollegen aus dem Landratsamt."Ich habe wenig geschlafen", sagt Karl Kolb und schmunzelt. Und ab kurz nach 7 Uhr klingelten dann auch schon wieder in einer Tour das Telefon und das Handy.

Zweiter Tag, erste Sitzung

Gegen Mittag ging Karl Kolb ins Rathaus - "wir mussten ein paar Formalitäten klären", wie er sagt. Unter anderem bekam er den Schrieb ausgehändigt, den er ausfüllen muss, um die Wahl auch anzunehmen. "Das werde ich am Dienstag tun!" Außerdem wird er am Dienstag ins Landratsamt gehen, um mit seinem Noch-Arbeitgeber das weitere Vorgehen zu besprechen. Weil der Wahlausschuss der Gemeinde Lautertal am 4. Juni zu einer Sitzung zusammenkommt, ist davon auszugehen, dass Karl Kolb ab dem 5. Juni Bürgermeister ist. "Das ist der Geburtstag meiner jüngsten Tochter", freut sich Karl Kolb. Bereits am 6. Juni steht dann die erste Gemeinderatssitzung auf dem Programm. Und der erste gesellschaftliche Höhepunkt seiner Amtszeit ist auch schon in Sicht: Ende Juni feiert die Großgemeinde Lautertal ihr 50-jähriges Bestehen, "Deshalb werde ich jetzt auch alle Sitzungen des Festausschusses besuchen", kündigt Kolb an.

Im Landratsamt, wo Karl Kolb seit 2010 in der Ausländerbehörde tätig ist, hat man sich bereits vor dem Wahlsonntag Gedanken gemacht, wie bei einem Kolb-Sieg zu reagieren ist. "Bei zwei Kandidaten konnten wir uns ja ausrechnen, dass die Chancen 50:50 stehen", sagt Pressesprecher Dieter Pillmann. Kolbs Stelle werde nun intern ausgeschrieben, um sie möglichst rasch wieder zu besetzen.

Pläne für den Kreistag

Ausdrücklich erfreut ist Marcus Mönch über den Wahlsieg von Karl Kolb. Weidhausens Bürgermeister ist auch Fraktionssprecher der ULB im Kreistag. "Ich hoffe natürlich, dass Karl Kolb bei der Kreistagswahl als ÜPWler mit auf der ULB-Liste antritt!" Erklärtes Ziel der ULB müsse es sein, bei der nächsten Wahl gesichert Fraktionsstärke zu erreichen. "Wir wollen nicht auf eine Zweckehe angewiesen sein und wenigstens fünf Sitze schaffen", so Mönch. Zurzeit sitzen neben ihm nur Udo Döhler und Bernd Wicklein für die ULB im Kreistag. Sie wurden zunächst verstärkt durch Peter Jacobi (FDP). Das möchte Markus Mönch bei der Kommunalwahl im März kommenden Jahres ändern. Weitere Hoffnungsträger könnten die ebenfalls über unabhängige Listen ins Amt gewählten Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG) aus Grub am Forst und Wolfgang Bauersachs (BfB) aus Weitramsdorf sein - vorausgesetzt, sie wollen in den Kreistag.

Und noch ein bisschen Wahlanalyse: Karl Kolb lag in fünf der sieben Stimmbezirke und auch bei der Briefwahl vorne. Martin Flohrschütz (CSU), der in Tremersdorf wohnt, konnte immerhin seinen Heim-Stimmbezirk gewinnen. Kurios: In Neukirchen lagen Kolb und Flohrschütz exakt gleichauf. Bemerkenswert war die hohe Wahlbeteiligung von 76 Prozent.

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