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Win-win für Bauern und Bienen

Die menschliche Ernährung wäre ohne Bestäubung durch Bienen karg. Imker und Landwirte machten sich bei einer Veranstaltung des Bauernverbands gemeinsam darüber Gedanken, wie sie den Insekten helfen können.
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Landwirte und Imker können gemeinsam Gutes für Bienen und Insekten tun. Dies zeigte die Veranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) gemeinsam mit dem Imkerverband des Landkreises Lichtenfels zum Thema "Die Biene im Einklang mit Natur und Landwirtschaft".

Hans Rebelein, der Geschäftsführer des Bauernverbandes, begrüßte die große Zahl an teilnehmenden Landwirten und Imkern und freute sich über die Gemeinsamkeiten und das gemeinsame Ziel, die Lebensgrundlage für Bienen und Insekten zu verbessern.

Zunächst gab es eine gute Nachricht: Die Zahl der Bienen und Imker in Deutschland steigt seit 2007. "Derzeit haben wir in Deutschland circa 900 000 Bienenvölker", sagte Rebelein. Die Bauern kennten die Bedeutung der Bienen und wüssten, dass Bienen und Insekten wichtig sind bei der Bestäubung von Raps, Sonnenblumen, Ackerbohnen und insbesondere für Obstbäume. Je nach Frucht und Nutzung werde durch die Bienen ein Mehrertrag von 25 bis 95 Prozent durch Bestäubung erzielt. Deshalb sei die Biene nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier aus volkswirtschaftlicher Sicht. Das liege aber nicht an der Honig- und Wachsproduktion, sondern an der Bestäubungsleistung der Bienen, die 10 bis 15 Mal höher sei als der Wert des Honigs.

Blüh-Botschafter gesucht

Deutlich wurde: Landwirte stehen in einem Spannungsfeld zwischen der wirtschaftlichen Führung ihrer Betriebe, gesetzlicher Vorgaben und Verordnungen, zwischen der Gesellschaft mit ihrer Diskussion des Tier-

wohls bis hin zum Insektensterben.

Rebelein sagte, der Bayerische Bauernverband schreibe im Dezember die Aktion "Ich bin Blüh-Botschafter!" aus. Jeder könne sich als Blüh-Botschafter beim BBV melden, dies gelte sowohl für Imker als auch für Landwirte. Die ersten 500 "Blüh-Botschafter" bekämen kostenloses Saatgut für eine Blühfläche. Aber auch auf Landkreisebene suche der Bauernverband zusammen mit der Imkervereinigung Sponsoren, die etwas für Honigweiden- und Blühflächensaatgut spenden.

Denn das Saatgut sei sehr teuer, es könne bis zu 300 Euro pro Hektar kosten. Rebelein: "Sponsoren können sich beim Bayerischen Bauernverband melden und damit Landwirte, Imker, die Natur und die Bienen und Insekten unterstützen."

Die Diskussion zeigte das große Interesse der Landwirte und Imker an dem Thema. Bauernverband und Imkervereinigung wollen für mehr Blühflächen in Zukunft besser zusammenarbeiten. red

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