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Wilhelmsthal
Gemeinderat

Wilhelmsthal will mit Fördermitteln in Steinbach und Effelter kräftig investieren

Dass man erst einmal Geld ausgeben muss, bevor man welches bekommt, klingt zwar völlig sinnfrei, ist aber Politik. Im Wilhelmsthaler Gemeinderat ging es bei der letzten Sitzung vor allem auch um Förde...
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Dass man erst einmal Geld ausgeben muss, bevor man welches bekommt, klingt zwar völlig sinnfrei, ist aber Politik. Im Wilhelmsthaler Gemeinderat ging es bei der letzten Sitzung vor allem auch um Fördermittel im siebenstelligen Bereich. Vorgestellt wurden an diesem Abend deshalb die Entwurfsplanung zur Sanierung und zum Umbau des alten Schulgebäudes in Steinberg und die Entwurfsplanung zum Abbruch der alten Schule in Effelter mit Neubau eines Gemeinschaftshauses.Und bei der Abwasserentsorgung wird jetzt sogar noch einmal rückwirkend für 2017 eine Förderung beantragt. Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD): "Wir haben wenig investiert, daher die Förderung nicht erreicht. Jetzt packen wir das Ganze an. Wir sind auf einem guten Weg."

Kersten Schöttner vom gleichnamigen Architekturbüro trat mit seiner Planung für die Sanierung der alten Schule in Steinbach vor das Gremium. Dieses Projekt sei zu ganzen 90 Prozent förderfähig, versicherte er und verwies dabei auf die "Förderoffensive Nordbayern". In der 39. Kalenderwoche soll nun der Zuwendungsantrag fertiggestellt und beim Amt für Ländliche Entwicklung eingereicht werden. "Wir haben ein schlüssiges Konzept, das wir bei separaten Terminen vor Ort erarbeitet haben."

Er beschrieb kurz die Aufteilung des Gebäudes: "Im Erdgeschoss wird sich an der Substanz nichts ändern, hier entsteht ein Seniorencafé und ein Raum für den Heimat- und Kulturverein. Im Obergeschoss können sich der Musikverein und die Jugend über eigene Räumlichkeiten freuen. Das Dachgeschoss wird zurückgebaut, weil die Fläche nicht benötigt wird. Die Heizung im Keller wollen wir umstellen auf Pellets. Außen schaffen wir Parkmöglichkeiten, pflastern die Asphaltfläche und entfernen die alte Grube. Zusätzlich wird ein Raum geschaffen, der zum Abstellen gedacht ist." Insgesamt 585 Quadratmeter beinhalte das ganze Projekt und koste nach derzeitigem Stand etwa 962 000 Euro.

Gemeinderat Stefan Montag von den freien Bürgern gab zu bedenken: "Das sind ja fast eine Million. Wo steuern wir da mit den Kosten hin - selbst bei neunzigprozentiger Förderung?" Bürgermeisterin Susanne Grebner: "Erst muss die Förderung überhaupt einmal da sein, dann werden wir sehen, ob die Leistungsfähigkeit der Gemeinde gegeben ist."

Christine Bardin vom Architekturbüro Koenig & Kühnel überiss in einem Power-Point-Vortrag die Planung für den Abriss der alten Schule in Effelter und den Neubau eines Gemeinschaftshauses. Dieses Gebäude sei nicht mehr schützenswert, und die Kosten für die Sanierung hätte man schon 2008 bei 1,2 Millionen Euro angesetzt. Daher soll abgerissen werden.

Heizen mit Fernwärme

Christine Bardin: "Es werden Vereinsräume entstehen, die durch Schiebewände voneinander getrennt werden können. Dahinter sind jeweils Abstellräume geplant. Auch ein Küche und die Theke findet ihren Platz. Im Keller sollen eine Dusche und ein WC die sanitären Einrichtungen ergänzen. Beheizt werden soll das Ganze über die Fernwärme. Wir bauen eine Fußbodenheizung ein." Die Summe, die am Ende ihres Vortrags für das insgesamt 450 Quadratmeter umfassende Projekt im Raum stand, waren 856 295 Euro, ebenfalls zu 90 Prozent förderfähig.

Fördermittel werde es auch für den Breitbandausbau geben. Die Ortsteile Grümpel, Kotschersgrund, Remschlitz, Ludwigsland, Roßlach, Winterleithen, Redwitzerhöh, Eibenberg, Kämmerlein, Schäferei und Wilhelmsthal (13 Haushalte in der Alten Schulstraße) werden in Angriff genommen. Hierzu referierte Sven Dillinger vom Ingenieurbüro Reuther NetConsulting. Den Auftrag habe man an die Telekom vergeben. Sven Dillinger erkärte das weitere Procedere und unter dem Strich bleibe ein voraussichtlicher Eigenanteil der Gemeinde von etwa 129 029 Euro. Und auf die Frage, wann die restlichen Gebiete in den Genuss des Ausbaus kommen werden, antwortete Dillinger: "Es geht sukzessive immer weiter." Man könne nicht immer alles auf einmal machen, bedauerte auch die Bürgermeisterin. Um rückwirkende und künftige Fördermittel drehte sich alles im siebten Tagesordnungspunkt. Hier ging es um die Beantragung von Fördermitteln für Bau- und Sanierungsmaßnahmen an Abwasserkanälen nach RZWas 2016. Das Jahr 2017 werde man rückwirkend abwickeln, dem Beschlussvorschlag für die Durchführung von Kanalsanierungen und -erneuerungen mit entsprechenden Fördermitteln stimmte der Gemeinderat zu.

Dem Bauantrag von Josef Renk für ein Einfamilienhaus in Roßlach wurde zugestimmt. Einig war sich der Gemeinderat auch bei der Nutzungsänderung des Schulraumes zum Dorfgemeinschaftsraum im Feuerwehrhaus in Lahm. Ute Grebner wurde zur weiteren Standesbeamtin für den Standesamtsbezirk Wilhelmsthal bestellt.

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