Oerlenbach
Nachruf

Wilhelm Karch war den Vereinen stets verbunden

Eine große Trauergemeinde nahm letzte Woche in Oerlenbach Abschied von einem hochgeschätzten Mitbürger. Familie, Beruf und Engagement für seinen Heimatort prägten das Leben von Wilhelm Karch, der am 1...
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Eine große Trauergemeinde nahm letzte Woche in Oerlenbach Abschied von einem hochgeschätzten Mitbürger. Familie, Beruf und Engagement für seinen Heimatort prägten das Leben von Wilhelm Karch, der am 11. September im Alter von 90 Jahren verstarb. Vor allem beim Sportverein und in der Kirchengemeinde war er viele Jahre lang aktiv und stellte sich in den Dienst der Allgemeinheit.

Als gebürtiger Oerlenbacher begann er nach der Schule in Schweinfurt eine Ausbildung im Metallbereich und wurde Anfang 1945 noch kurz vor Kriegsende zum Militär eingezogen. Nach dem Krieg war er bei verschiedenen Firmen tätig, später in der Schweinfurter Großindustrie, wo er 1965 die Meisterprüfung ablegte und bis zu seinem Ruhestand tätig war.

Fest verbunden war Wilhelm Karch sein ganzes Leben lang mit dem TSV Oerlenbach: Nach den Kriegsjahren war er einer der Ersten, die den TSV Oerlenbach neu belebten. Viele Jahre lang war er aktiver Fußballer bevor er beim Verein Verantwortung übernahm: zunächst als Zweiter, später als Erster Vorsitzender. Danach versah er über lange Zeit den Posten des Fußball-Abteilungsleiters, ehe er in den 80er Jahren nochmals an die Spitze des Vereins zurückkehrte.

Schiedsrichter und Regisseur

Seit 1967 war er Schiedsrichter, später Schiedsrichterbeobachter, und für seine Schiedsrichtertätigkeit wurde er mit der silbernen Ehrenmedaille des Bayerischen Fußballverbandes geehrt. Außerdem widmete er sich im Sportverein einem anderen Steckenpferd, dem Theaterspiel, und führte von 1960 bis 1999 bei zahlreichen Aufführungen der Theater-Abteilung des Vereins Regie, vor allem bei den beliebten Volksstücken in der Vorweihnachtszeit. Für seine Verdienste wurde er vielfach von BLSV, BFV und Verein ausgezeichnet und schließlich 1987 zum Ehrenmitglied im TSV Oerlenbach ernannt.

Tief verwurzelt war Karch auch in der katholischen Kirchengemeinde, in der er für jeweils vier Jahre von 1990 bis 1994 das Amt des stellvertretenden und von 1994 - 1998 das Amt des Ersten Vorsitzenden innehatte. Eine weitere Leidenschaft war das Wallfahren: 52 Mal hat er an der Oerlenbacher Retzbach-Wallfahrt teilgenommen, und 23 Jahre war er dabei Wallfahrtsleiter. Leider hat Ehrenwallfahrtsleiter Wilhelm Karch die 150. Retzbach-Wallfahrt nicht mehr erleben dürfen, die nur wenige Tage nach seinem Tod stattfand.

Doch auch anderen Oerlenbacher Vereinen war Wilhelm Karch verbunden: Über 60 Jahre war er Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr und über 50 Jahre im Musikverein. Seine großen Verdienste um das Allgemeinwohl würdigten Landkreis und Gemeinde mit der Verleihung von Ehrenbriefen. Der Tod von Wilhelm Karch ist ein großer Verlust für die Vereine und die Dorfgemeinschaft von Oerlenbach. kme

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