Frickenhöchstadt

Wildsau am Spieß zum Auftakt

In Frickenhöchstadt begann die dreitägige Kerwa mit einem üppigen Festessen. Das Dorf zeigte sich bei der Kerwa am Wochenende überdies als weltoffener Ort.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bevor die fertig gebratene Wildsau unters Messer kam, veranstalteten Felix Kraßmann (links) und Mario Uhlmann noch ein Wildsau-Schaulaufen um den Festplatz.  Foto: Dieter Gropp
Bevor die fertig gebratene Wildsau unters Messer kam, veranstalteten Felix Kraßmann (links) und Mario Uhlmann noch ein Wildsau-Schaulaufen um den Festplatz. Foto: Dieter Gropp

"Wohnen, wo andere Urlaub machen": Das ist als Werbeslogan auf der Webseite des Dorfvereins Frickenhöchstadt zu lesen. Zwölf Kilometer vom Dorf entfernt steht der Dreifrankenstein. Dieser eigentliche Mittelpunkt Frankens liegt nur zwei Kilometer entfernt am Radweg "ERH1" nahe dem Ort Ochsenschenkel. Hier stoßen Ober-, Mittel- und Unterfranken zusammen. Der Radweg führt direkt durch den Ort Frickenhöchstadt und sorgt allemal für ausreichend "Fremde".

Dessen ist sich der Dorfverein unter der Leitung von Vorstand Herbert Merkel bewusst und sorgt deshalb für abwechselnd kulturelle Events im Ort. Am vergangenen Freitagabend begann die diesjährige dreitägige Kirchweih im Dorf mit einem lukullischen Paukenschlag, der Wildsau am Spieß.

"Es war eine glückliche Sau"

Es war Vorstand Herbert Merkel selbst, der die Wildsau zur Strecke gebracht hatte. Er versicherte, es sei eine "glückliche Sau" gewesen. Der Appetit der Frickenhöchstadter und ihrer Gäste war so groß, dass im Dorfbackofen noch eine zweite Wildsau warm gehalten wurde und darauf wartete, die "Wildfresslust" der Kirchweih-Gäste zu stillen.

Dieser Eindruck entstand jedenfalls, wenn man die vielen Leute kurz vor 18 Uhr zum Festplatz unterhalb des Dorfclubhauses strömen sah. Währenddessen stand Mario Uhlmann, der Zweite Vorsitzende des Dorfvereins, noch am Grill und drehte die Sau in der Holzkohleglut. Wohlwollender Beifall brandete auf, als Uhlmann dann mit Unterstützung den Spieß vom Grill hob und mit der knusprigen Wildsau eine "Ehrenrunde" um den Festplatz drehte.

Vielfältiges Programm

Vor dem Ausgabetisch hatte sich unterdessen bereits eine lange Schlange Hungriger postiert. Zum Wildsaufleisch gab es Klöße und Blaukraut. Außerdem lieferte wenig später die Gruppe "Wolperdinger" eine musikalische Verdauungshilfe.

Auf dem Programm des Kirchweih-Wochenendes in Frickenhöchstadt standen noch weitere Höhepunkte, beispielsweise das "Kerwa-Fichtn-Setzen" am Sonnabend mit anschließendem Spaß-Baden im Dorfweiher. Oldies, Rock und Pop konnte mit dem "Jam-Duo" am Abend bei einem "Cocktail am Strand" genossen werden, der Festgottesdienst fand am Sonntagmorgen mit dem anschließenden Frühschoppen statt. Das Festtagstreiben währte dann noch den ganzen Sonntag, unter anderem mit dem Jugendorchester der Kapelle "Drei-Franken-Eck" aus Burghaslach.

Martin Ruff vom Vorstand des Dorfvereins bestätigte, dass es hervorragend gelungen sei, die Jugend des Ortes für die Kirchweihtradition zu begeistern. So hätten Mädchen und Jungen aus dem Dorf das Fällen, die Vorbereitung, den Transport und das Aufstellen der "Kerwa-Fichtn" vollkommen in ihre Hände genommen.

Franziska und Maresa, die beiden Töchter von Vorstand Merkel, hatten einige ihrer Kommilitonen eingeladen, die aus allen Gegenden der Bundesrepublik kamen.

Gäste aus aller Welt

Unter den Gästen weilten auch eine Oma aus Südamerika, zwei verwandte Schwestern aus Argentinien, eine Verwandte aus Südafrika und vier Handwerkswanderburschen, die gegenwärtig nach alter Tradition auf der Walz durch die Welt ziehen.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren