Kulmbach
Jagd

Wildbret aus Kulmbach steht für höchste Qualität

Die Vermarktung regionalen Wildbrets soll intensiviert werden. Das war der Tenor eines Pressegeprächs, an dem Vertreter der Jägerschaft, des Landratsamts und der Genussregion Oberfrankens teilnahmen. ...
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Rehbraten macht Appetit. Foto: Archiv/Imago
Ein Rehbraten macht Appetit. Foto: Archiv/Imago

Die Vermarktung regionalen Wildbrets soll intensiviert werden. Das war der Tenor eines Pressegeprächs, an dem Vertreter der Jägerschaft, des Landratsamts und der Genussregion Oberfrankens teilnahmen. Was einfach klingt, hat aber seine Tücken: Weitreichende lebensmittelrechtliche Hürden, aber auch die saisonalen Eigenheiten des Jagdgeschehens erschweren eine kontinuierliche Vermarktung. Dabei bietet Wild aus Wald und Flur ein exzellentes Fleisch, das höchsten Ansprüchen genügt.

Leider ist die öffentliche Wahrnehmung mitunter getrübt, wenn es um Wildbret geht. Die Folgen des Reaktor-Unfalls von Tschernobyl 1986, aber auch Themen wie die Afrikanische Schweinepest sorgen für Verunsicherung. Doch der Konsument kann sicher sein, dass nur einwandfreies Fleisch auf den Teller kommt. Dafür sorgt unter anderem der Jagdschutz- und Jägerverein Kulmbach, der ein eigenes Gerät vorhält, mit dem die Strahlenbelastung gemessen wird.

Dazu wird eine 500-Gramm-schwere Portion Wildschwein-Muskelfleisch klein geschnitten und in einen Becher gegeben, an dessen Boden ein Detektor die Belastung durch Cäsium und Radium ermittelt. Das Gerät, das früher im Schlachthof stationiert war, wird jetzt von Waidmann Jürgen Bredemeyer betrieben. Das hat für die Jäger organisatorische und finanzielle Vorteile. Und die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Von 1700 Sauen, die im vergangenen Jahr erlegt wurden, waren nur 18 als kritisch anzusehen, wie Heinrich Rauh, Leiter der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt, verdeutlichte.

"Keinerlei Bedenken"

Die Bewertung fällt eindeutig aus. "Beim Verzehr bestehen für den Verbraucher keinerlei Bedenken", unterstrich Peter Müller, der Kreisvorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins. Es gelte, beim Konsumenten Vorbehalte abzubauen.

Entwarnung kann auch beim Thema Afrikanische Schweinepest gegeben werden: Diese Krankheit, die nicht auf den Menschen übertragbar ist, wohl aber Wildschweine befallen kann, spielt bisher in Deutschland keine Rolle. Ein Einschleppungsrisikio sei allerdings gegeben, unterstrich Andreas Koller, Leiter des Veterinäramtes. Er riet den Jägern, jedes Wildschwein untersuchen zu lassen.

Alles in allem steht Wildbret aus dem Raum Kulmbach für höchste Qualität, die man sich zunutze machen will. Dies ist auch im Sinn von Landrats Klaus Peter Söllner, zugleich Vorsitzender der Genussregion Oberfranken. Geschäftsführer Norbert Heimbeck schlug vor, die regionale Wertschöpfungskette zu intensivieren und auch über die Veredelung des Produkts nachdenken. Dazu wünschen sich die Jäger eine engere Zusammenarbeit mit den Wirten und Metzgern, die mit heimischem Wildbret ein "Premium-Produkt" anbieten könnten.

"Wir brauchen Partner, die hierfür die Voraussetzungen mitbringen", so Heimbeck. Konkret geht es darum, professionelle Betriebe zu finden, die die Anforderungen der EU-Zertifizierung erfüllen.

Neben dieser Vermarktungsoption hat aber jeder Interessent die Möglichkeit, Wild direkt beim Jäger zu erwerben. Adressen finden Interessierte online unter www.jagd-bayern.de. red



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren