Kulmbach
Gericht

Wiederholungstäter steht nach Rückfall wieder vor dem Kadi

Gleich in drei Tateinheiten musste sich am Mittwoch ein Wiederholungstäter abermals vor dem Amtsgericht verantworten. Am 11. März diesen Jahres sprühte der ...
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Gleich in drei Tateinheiten musste sich am Mittwoch ein Wiederholungstäter abermals vor dem Amtsgericht verantworten.
Am 11. März diesen Jahres sprühte der Angeklagte in der Kulmbacher Cocktailbar "Pina" Pfefferspray in die Menschenmenge. "Es war blöd von mir, ich hab rumgefuchtelt und dabei draufgedrückt", gestand der Beschuldigte. Verletzt wurden dabei der Geschäftsführer der Bar, eine Servicekraft sowie ein Barkeeper. "Ich hab nicht gedacht, dass es sich so verbreitet, ich hab nur kurz gesprüht", beteuerte der Angeklagte.
Richter Christoph Berner verlas die Zeugenaussagen der Geschädigten. Die Servicekraft sagte bei der Polizei aus, sie habe hinter dem Tresen gearbeitet, als der Angeklagte in den Laden kam. Da er schon öfter auffällig gewesen sei, sei der Chef mit ihm vor die Tür gegangen. Nach Absprache mit dem Barkeeper bekam der Angeklagte die Erlaubnis, das "Pina" zu betreten. Kurze Zeit später habe sie bemerkt, dass irgendwas nicht stimmte, und die Gäste aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Den drei Geschädigten brannten kurz darauf die Augen und die Atemwege wurden angegriffen.
Die Servicekraft fügte hinzu, dass sie zwar nicht gesehen habe, dass der Angeklagte mit dem Pfefferspray gesprüht hat, aber es gebe eindeutige Hinweise. Der Geschäftsführer fügte in seiner Aussage hinzu, dass es kein Versehen gewesen sein kann, da er eindeutig länger gesprüht hat. Zudem stellte die Polizei fest, dass der Beschuldigte zur Tatzeit alkoholisiert war und unter Drogeneinfluss stand.
In einer weiteren Anklage wurde ihm vorgeworfen, am 8. Juli einen Polizisten beleidigt zu haben. Während der Beamte privat unterwegs war und im Auto auf seine Freundin wartete, blieb der Angeklagte neben dem Fahrzeug stehen und schaute in das Fenster. Dabei hat er den Polizisten verbal beleidigt, ihm den Mittelfinger gezeigt und auf das Fenster gespuckt. Vor Gericht sagte der Angeklagte aus, er könne sich nur wage daran erinnern. Auch hier stand er unter Alkoholeinfluss.
Des Weiteren war der Beschuldigte wegen Sachbeschädigung angeklagt. Er soll am 13. August dieses Jahres eine Scheibe im Erdgeschoss eines Hauses eingeschlagen haben. Es entstand ein Sachschaden von mindestens 500 Euro. "Ich hatte Alkohol getrunken und habe mit beiden Handflächen gegen Scheibe geschlagen. Ich wollte das nicht", gestand der Beschuldigte.
Der Jugendhelfer des Angeklagten schilderte anschließend dessen Lebensstandpunkt. Denn er war nicht zum ersten Mal vor Gericht. Während er die genannten Straftaten beging, stand er bereits unter Bewährung. "Er hatte sich gut in der Jugendwerkstatt bewiesen", erläuterte der Bewährungshelfer. Doch als seine Freundin Schluss gemacht hatte, habe er den Halt wieder verloren. "Die Familie seiner Freundin hat ihn als Mitglied aufgenommen, dort hatte er seinen Platz gefunden", ergänzte der Jugendhelfer. Nach der Trennung seien der Alkohol- und der Drogenkonsum wieder gestiegen und die Straftaten standen immer mit dem Konsum von Rauschmitteln in Verbindung. "Er braucht Hilfe, alleine schafft er es nicht", betonte er.
Staatsanwalt Julius Klug forderte aufgrund der zahlreichen Vorstrafen des Angeklagten und da er zur Tatzeit unter Bewährung stand, ein Jahr und vier Monate Freiheitsstrafe, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden. Zudem müsse er eine stationäre Entgiftung und eine Langzeittherapie durchziehen. Bis er damit beginnt, forderte Klug eine Arbeitsauflage von 50 Stunden pro Monat.
Verteidiger Andreas Piel hielt eine Strafe von einem Jahr auf Bewährung ohne Arbeitsauflage für angemessen. Der Richter schloss sich in seinem Urteil der Staatsanwaltschaft an.
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