Haßfurt

Wie wohnen alte Menschen künftig?

Aktionswoche  Im Landratsamt in Haßfurt diskutierten Politiker und Experten über alternative Formen des Lebens für Senioren. Es gibt noch viel zu tun. Die Schwierigkeit ist, allen Lebenslagen gerecht zu werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Haßfurt — Veränderte Ansprüche an das Zuhause und an das soziale Umfeld sowie gewandelte Familienstrukturen machen vielfach eine Neuorganisation des Lebens im Alter notwendig. In den vergangenen Jahren haben sich die Angebote für ältere Menschen im Kreis Haßberge deutlich erweitert. Zahlreiche Assistenzleistungen und Wohnformen wie Nachbarschaftshilfen, Seniorenhausgemeinschaften oder generationenübergreifendes Wohnen sind entstanden.
Das ist gut so, wie Landrat Wilhelm Schneider (CSU) anlässlich der Aktionswoche "Zuhause Daheim" im Landratsamt in Haßfurt betonte. Denn die meisten der Senioren wünschten sich - selbst bei Pflegebedürftigkeit -, so lange wie möglich zu Hause wohnen zu bleiben. Dies habe eine Befragung im Rahmen des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes ergeben.
"Selbstbestimmte und versorgungssichere Wohnmodelle gewinnen immer mehr an Bedeutung", stellte der Landrat fest. Daher sollte das Handlungsfeld "Selbstbestimmtes Wohnen" ein zentrales Anliegen der Städte und Gemeinden sein. Bislang gebe es im Landkreis Haßberge aber nur wenige alternative Wohnangebote.
Die Schwierigkeit bestehe darin, möglichst allen Lebenslagen gerecht zu werden. Bislang beschränken sich laut Schneider die Angebote auf Wohnformen für die Pflegebedürftigen oder Wohnformen für Rüstige.
Besonders interessant war deshalb der Vortrag "Aktive Vorsorge statt passiver Fürsorge" von Christian Wittmann und Albrecht G. Walther, die ihr geplantes alternatives Wohnprojekt in Friesenhausen vorstellten. Ziel sei die gegenseitige Unterstützung auch im Falle von Pflegebedürftigkeit und die Möglichkeit, gemeinschaftlich auch bei Einschränkungen wohnen zu bleiben.
Mit diesem Vortrag ist die dreitägige Veranstaltungsreihe "Zuhause Daheim" im Landratsamt Haßberge zu Ende gegangen. Die Aktionswoche war Teil der Kampagne "Zu Hause daheim" des Sozialministeriums in München.
Im Kreis Haßberge sind Vorträge zu den Themen "Marktplatz der Generationen", "Betreutes Wohnen zu Hause", "Leerstandsmanagement des Hofheimer Landes", Finanzierung und Fördermöglichkeiten bei Wohnungsanpassungsmaßnahmen" und "Aktive Vorsorge statt passiver Fürsorge" angeboten worden. Bei der Aktionswoche äußerten die Besucher den Wunsch, noch mehr Informationen über alternative Wohnformen und organisierte Formen der gegenseitigen Unterstützung zu erhalten. Im Zuge des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts trifft deshalb die Arbeitsgruppe "Wohnen im Alter" weitere Überlegungen zu Veranstaltungen. Informationen gibt es im Internet (unter: www.pflegestuetzpunkt-hassberge.de). red

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren