Hallstadt

Wie weniges Bauland verteilen?

Hallstadt will einen transparenten Kriterienkatalog für den Verkauf städtischen Grundes erarbeiten.
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Hier, gleich hinter dem Stadtpark, entsteht das Innerstädtische Quartier: 19 Wohnungen und sechs Doppelhaushälften. Fotos: Ronald Rinklef
Hier, gleich hinter dem Stadtpark, entsteht das Innerstädtische Quartier: 19 Wohnungen und sechs Doppelhaushälften. Fotos: Ronald Rinklef
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Anette Schreiber Hallstadt boomt. Die 9000-Einwohner-Marke wird bald geknackt sein. Doch diese Entwicklung hat auch Schattenseiten: Das Angebot an Bauland kann mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Flächen für größere neue und zu erschließende Baugebiete gibt es derzeit keine, und die Stadt besitzt nur wenig Grund, den sie anbieten kann. Doch wer kommt in den Genuss eines städtischen Grundstückes? Dafür sollen möglichst objektive Kriterien gefunden werden. Der Stadtrat befasste sich mit dieser schwierigen Materie. Einen kleinen Lichtblick gibt es in Sachen Bauen jedoch mit dem offizielle Spatenstich für das größte Wohnprojekt im Herzen der Stadt, das innerstädtische Wohnquartier, kurz "IQ" vor kurzem: 19 öffentlich geförderte Mietwohnungen und sechs Doppelhaushälften werden die nach dem Einheimischen-Modell von der Joseph-Stiftung errichtet und verkauft.

Transparentes Verfahren

Zu Beginn der ausführlichen Aussprache im Stadtrat zum Thema "Auswahlkriterien bei der Ausschreibung und Vergabe von städtischen Bauplätzen" machte Bürgermeister Thomas Söder (CSU) klar, dass man ein möglichst transparentes Verfahren anstrebt, das auch vor der Rechtsaufsicht, also dem Landratsamt bestehen muss, wie Geschäftsleiter Uwe Schardt im Folgenden mehrfach hervorhob.

Die Verwaltung hatte die Themen für einen Fragenkatalog vorbereitet, die intensiv diskutiert wurden. Grundlage bildete die 2018 in einem Workshop erarbeitete Vorgabe der sozialen Gesichtspunkte und der Vorschlag der Verwaltung. Einen Katalog an sich mit Punktesystem begrüßten die Fraktionen im Wesentlichen. Doch schon die Frage nach dem Einkommen wurde unterschiedlich gesehen. Gestrichen wird wohl die Bedeutung des Arbeitsplatzes in Hallstadt. Bei der Kategorie Ehrenamt sprachen sich etliche Gremiumsmitglieder für eine Differenzierung aus. So dass es wohl nicht reichen wird, in einem Verein aktiv zu sein, sondern Engagement darüber hinaus Punkterelevanz bekommt.

Namens der SPD forderte deren Fraktionssprecher Hans-Jürgen Wich, dass der Grund auch bezahlbar sein müsse, die Stadt also nicht daran verdienen solle. Hier beruhigte der Bürgermeister und meinte, man werde sich wohl an den Bodenrichtwerten und nicht an den auf dem freien Markt bezahlten Preisen orientieren.

Claudia Büttner (Bürgerblock) regte an, bei den sozialen Kriterien den Aspekt der Dringlichkeit zu berücksichtigen, wenn etwa kinderreiche Familien unter Druck stehen, Wohnraum zu finden.

Joachim Karl (CSU) wiederum fragte nach, wie man sich das vorstellen soll, wenn jemand nach Jahren der (vorgeschriebenen) Eigennutzung vermietet. Im Gegensatz zu anderen fand er sehr wohl Aufschluss über das Familieneinkommen wichtig, "denn das Bauvorhaben muss finanziert werden können." Er und andere Redner griffen dann das Thema Baulückenmanagement auf, das zu weiteren Diskussionen führte. Die Herausforderung liegt darin, Bürger mit bebaubaren Grundstücken zu bewegen, sie auf den Markt zu bringen. Claudia Büttner schlug dazu eine eigene Plattform vor.

In der weiteren Aussprache zeichnete sich die Tendenz ab, dass dem Stadtrat schon daran gelegen sein wird, die letzte Entscheidung zu haben. Vermieden werden soll zudem, dass Bürger, die sowieso Baugrund besitzen, zusätzlichen weiteren von der Stadt bekommen.

Drei Flächen

Während der Bewertungskatalog noch in Bearbeitung ist, gehören der Stadt, so die Nachfrage des Fränkischen Tags, aktuell drei Grundstücke mit drei bis fünf Baurechten. Freilich ist Hallstadt bestrebt, weitere Fläche zu erhalten. Vor nicht allzu langer Zeit wurden in Hallstadt 300 Baulücken dokumentiert.

Die Formulierung der Auswahlkriterien wird das Gremium weiter beschäftigen.

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