Ebern

Wie verbessert man seine Gesundheit?

Nur wenige Bürger zeigten Interesse an der Diskussion, zu der die Gesundheitsregion plus des Landkreises eingeladen hatte.
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Benjamin Herrmann (von rechts), Geschäftsleiter der Gesundheitsregion plus, Diplom-Politologe Edmund Görtler und Monika Strätz-Stopfer vom Landratsamt Haßberge informierten und stellten sich den Fragen der Diskussionsteilnehmer. Foto: Helmut Will
Benjamin Herrmann (von rechts), Geschäftsleiter der Gesundheitsregion plus, Diplom-Politologe Edmund Görtler und Monika Strätz-Stopfer vom Landratsamt Haßberge informierten und stellten sich den Fragen der Diskussionsteilnehmer. Foto: Helmut Will
Die Gesundheitsregion plus des Landkreises Haßberge hatte am Montag alle Bürger aus den Ortschaften Ebern, Maroldsweisach, Rentweinsdorf, Untermerzbach, Kirchlauter und Pfarrweisach in die Frauengrundhalle Ebern eingeladen. Sie waren eingeladen, mitzudiskutieren und Ideen einzubringen, wie die gesundheitsfördernden Angebote erweitert und verbessert werden könnten. Das Interesse daran hielt sich allerdings in Grenzen.
Benjamin Herrmann, Geschäftsleiter der Gesundheitsregion plus, hieß die wenigen Gäste, darunter Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und einige Stadträte, willkommen. Er berichtete, dass im vergangenen Jahr eine Bürgerbefragung stattfand, bei der 4000 Personen im Landkreis Haßberge aufgefordert worden waren, ihre Ideen und Vorstellungen darzulegen, wie man Gesundheitsförderung verbessern und gestalten könne.


Was bei der Befragung herauskam

Das Ergebnis dieser Befragung stellte Diplom-Politologe Edmund Görtler von Modus, Wirtschafts- und Sozialforschung aus Bamberg, vor. Er beleuchtete die Aspekte Prävention, Ernährung, Sport und Bewegung, Stressreduktion und psychische Gesundheit, Informationszugang, Früherkennung, Lebensqualität, Zufriedenheit und Verbesserungen. "Die Befragung diente der Erhebung von Angeboten und Projekten im Landkreis Haßberge, sollte Stärken und Bedarf aufzeigen, kommunenbezogen sein und Aufschluss über Handlungsempfehlungen zur Gesundheitsförderung und Prävention geben", sagte Görtler. 31 Prozent der Fragebogen kamen zurück. Görtler: "Ein durchaus gutes Ergebnis."
Gesundheitsförderung sei ein Prozess, der es Menschen ermöglicht, Kontrolle über ihre Gesundheit auszuüben und diese zu verbessern. Mit dem Angebot an Sportmöglichkeiten sind gut 41 Prozent relativ zufrieden. Radfahren steht mit 20,8 Prozent an der Spitze der regelmäßig genutzten Sportarten. Alleine in der Natur sind 63 Prozent Frauen und 48 Prozent Männer unterwegs, um sich sportlich zu betätigen. 72,2 Prozent sprechen bei Stresssituationen zuerst ihre Partner an. Ein harmonisches Familienleben sehen 80 Prozent der Befragten zum Erhalt und zur Verbesserung der Gesundheit als förderlich an. Ernährungsberatung und Gesundheitstage kennen 78,3 beziehungsweise 63,5 Prozent der Befragten. Ernährungsberatung nutzen 26,6 Prozent, Gesundheitstage 21,8 Prozent. 32,6 Prozent halten die medizinische Versorgung im Bereich Ebern für sehr gut, 30,3 Prozent für sehr schlecht. 54,1 Prozent befürworten, dass der Bereich für pflegende Angehörige besser ausgebaut werden sollte. Höchste Zufriedenheit in der Partnerschaft und bei Kindern vermeldeten 56,8 beziehungsweise 57,9 Prozent der Befragten. Sehr hoch, über alle Bereiche hinweg, war die Anzahl der Verbesserungsvorschläge.


Gesundheitsförderung in Firmen

In der Diskussion sprach Werner Freibott an, dass Gesundheitsförderung in Betrieben, vor allem in mittelständischen und kleineren, mehr Gewicht haben sollte. Dazu sagte Geschäftsleiter Benjamin Herrmann, dass man eine Mitarbeiterbefragung vornehmen könne; auch die Krankenkassen könne man mit ins Boot nehmen.
Konkreten Handlungsbedarf sah Freibott bei der Ernährung darin, dass es einen Laden für regionale Produkte geben sollte. Bürgermeister Hennemann verwies darauf, dass es im Landkreis nur wenige Direktvermarkter gebe. "Wir versuchen im Moment, einen Regionalladen in Verbindung mit den Rummelsberger Anstalten zu installieren, als Anlaufstelle, wo Bestellungen aufgegeben oder von wo auch Auslieferungen erfolgen können." Da solle auch der soziale Aspekt mit berücksichtigt werden.
Bedarf sieht Thomas Limpert hinsichtlich einer besseren fachlichen Beratung für Personen mit Diabetesproblemen.
Bürgermeister Hennemann sprach auch fehlende Pflegeplätze zur Nachsorge nach einem Krankenhausaufenthalt an. Dass zu wenige Kurzzeitpflegeplätze vorhanden seien, bemängelte Werner Freibott. Hierzu sagte Monika Strätz-Stopfer, dass man sich beim Pflegestützpunkt beraten lassen könne.
Hans Merkel, niedergelassener Arzt in Ebern, wies darauf hin, dass Patienten relativ früh aus den Krankenhäusern entlassen würden und für Patienten, die dann noch Betreuung brauchen, keine "Auffangmöglichkeiten" vorhanden seien.


Leute hinterm Ofen hervorlocken

Sich zu bewegen, sei in und um Ebern sehr gut möglich, sagte Werner Freibott. Die Frage sei, meinte Benjamin Herrmann, wie man Menschen hinter dem Ofen hervorlocken könne, um zu erreichen, dass sie für sich etwas tun. "Wir haben in Ebern eine schöne Bahnendhaltestelle." Er regte an, von dort aus Strecken für Läufer oder Walker mit verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden anzubieten.
Monika Strätz-Stopfer fand, dass man in Ebern in vielen Bereichen schon gut aufgestellt sei.
Die Diskussion mündete darin, dass nun versucht wird, einen Vortragsabend anzubieten, der sich mit den genannten Problemen befasst.
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