Gräfenberg

Wie sieht Gräfenberg in zehn Jahren aus?

Damit der Ort attraktiver werden kann, ist ein Entwicklungskonzept Voraussetzung. Die Ergebnisse, die in verschiedenen Gruppen erarbeitet wurden, sind nun in einer Abschlusssitzung präsentiert worden. Der Marktplatz soll gestärkt werden und ein Stadtpark entstehen.
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Der Marktplatz in Gräfenberg - durch ein anderes Pflaster könnte Barrierefreiheit entstehen, Foto: Petra Malbrich
Der Marktplatz in Gräfenberg - durch ein anderes Pflaster könnte Barrierefreiheit entstehen, Foto: Petra Malbrich

Mit dem Rollator auf dem Marktplatz laufen zu können, das wäre für ältere Menschen eine Vereinfachung im Leben, um so ihre Einkäufe zu erledigen. Wenn die Nahwärmeversorgung bis zum Marktplatz gelegt wird, könnte dieser Wunsch in Erfüllung gehen.

Denn dann ist der Straßenbelag - hier ein unebenes Kopfsteinpflaster, das eher einer Stolperfalle gleicht - ohnehin weg und ein gleichmäßiger Straßenbelag könnte verlegt werden. Nicht nur Synergieeffekte würden damit genutzt, sondern ein Schritt in Richtung Barrierefreiheit im Ort umgesetzt werden. Dieser Punkt war eines der wichtigen Themen, die bei den Treffen für Isek, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, drei Jahre lang erarbeitet worden sind. 180 Seiten umfasst der Maßnahmenkatalog, der dem Stadtrat bereits vor Monaten vorgestellt und so beschlossen wurde. Nun erhielten die Gräfenberger Bürger Einblick in die Vorschläge für die Umsetzung. Nur 24 Bürger besuchten diese Abschlussveranstaltung im Sportheim in Gräfenberg.

"Es ist nichts Statisches. Nach wie vor soll ein Input kommen und integriert werden", meinte Joachim Schmitz-Klopf, der die Ergebnisse samt Prioritätenliste mit seinem Kollegen Andreas Hacke vorstellte.

Arbeitskreise

In verschiedenen Bereichen wurden Zielsetzungen definiert. So gab es die Arbeitskreise Jugend, Familie, Senioren, den Arbeitskreis, der sich um die Entwicklung der Innenstadt kümmerte. Auch Naherholung, Tourismus und Freizeit spielten bei der Betrachtung, wie Gräfenberg in zehn Jahren aussehen könnte, eine Rolle.

Aufzuzeigen, wie Barrierefreiheit gelingen könnte, damit begann Schmitz-Klopf. So wird durch die Vegetation bedingt beispielsweise am alten "Schießhaus" der Blick auf den Ort verhindert, auch das zugewachsene Denkmal wurde moniert. Manchmal könne mit einfachen Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden, um das schöne Städtchen attraktiver und freundlicher zu gestalten.

"Das Isek ist eine Richtschnur, wie sich die Stadt entwickeln könnte. Es hängt aber von vielen Faktoren ab. Geld ist einer davon, doch Isek ist die Voraussetzung für eine Förderung", erklärte Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD).

Die Qualitäten des Ortes sind den meisten bekannt. Missstände zu beheben ist eine Sache von Isek. Und hier wurden die Bürger, die Stadträte und Vereine, die sich in den drei Jahren Arbeit einbrachten, fündig.

Die Geschäfte am Marktplatz sollen gestärkt werden. Da die Geschäftsräume oft mit den Wohnräumen verbunden sind, könnten Umbaumaßnahmen, um nicht nur ein Treppenhaus, sondern zwei Eingänge zu haben, dabei helfen, leere Geschäftsräume einfacher zu vermieten.

Die Verkehrssicherheit wurde angesprochen und hier vor allem die Bahnhofsstraße. Mit der Umgehungsstraße am Steinbruch würde schon für Entlastung gesorgt werden. Als kurzfristigere Lösung wäre denkbar, die Abfüllerei zu verlagern. Dadurch könnte in der Kasberger Straße die Mauer zurückgenommen werden und die Schüler müssten nicht mehr zwei Mal die Straße wechseln, meinte Schmitz-Klopf.

Eine Art Stadtpark könnte in Gräfenberg entstehen, mit einer Grünachse hinaus in die Natur. Gerade dort, in Schulnähe, könne eine Art Anlaufstelle mit Marktständen und Dienstleistungen entstehen. Den Menschen würde damit zugleich geholfen, länger selbstbestimmt zu Hause zu leben.

So blieb noch die Förderung des Tourismus und von Gräfenberg als Naherholungsort. Neben einer besseren Beschilderung regten die Planer an, den anderen Attraktionen, die nicht solche Entwicklungen wie der Fünf-Seidla-Steig (Massenzulauf) hätten, mehr Bekanntheit zu verschaffen.

Gewünscht wurde auch ein Wohnmobilstellplatz. Am Bahnhof oder beim Freibad wäre ein idealer Standort. Nach dem 90-minütigen Vortrag über die Ergebnisse, Anregungen und Wünsche der Bürger erklärte Bürgermeister Nekolla, dass nun die Stelle eines Sanierungsmanagers ausgeschrieben werden soll. Das Anforderungsprofil sei noch nicht definiert. Für die Umsetzung brauche es einen Stadtratsbeschluss und die Akzeptanz der Bevölkerung. "Die Bürger werden nicht mit jeder Maßnahme das große Aha-Erlebnis haben", meinte Nekolla.

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