Ausstellung

Wie sich Kinder die Schule der Zukunft vorstellen

Ein Wattebausch auf einem Korken, ein kleiner Schirm als Schutz darüber. Es sieht aus wie ein Stehtisch auf dem Jahrmarkt. "Das sind unsere Schreibtische", erklärt Emma, die dieses Klassenzimmer im Sc...
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Die Ausstellung im Rathaus ist bis Ende Mai zu sehen. Foto: Petra Malbrich
Die Ausstellung im Rathaus ist bis Ende Mai zu sehen. Foto: Petra Malbrich

Ein Wattebausch auf einem Korken, ein kleiner Schirm als Schutz darüber. Es sieht aus wie ein Stehtisch auf dem Jahrmarkt. "Das sind unsere Schreibtische", erklärt Emma, die dieses Klassenzimmer im Schuhkarton gefertigt hat. Neben den Schreibtischen ist ein größerer Wattebausch, der weiche Landebereich der Rutschbahn. "Es ist Neuland für alle, die sich damit auseinandersetzen müssen. Aber wir lernen auch viel über unsere eigene Schulzeit und ich bin überrascht, was eine Grundschule heute leisten muss", betonte Bürgermeister Richter, der die Ausstellung "Schule der Zukunft" eröffnet hat.

Im Foyer des Rathauses hat Astrid Deinhardt, Mitarbeiterin des Marktes und Leiterin der Offenen Ganztagesschule, auf Schautafeln die Collagen der Schüler aufgeklebt. In den Vitrinen faszinieren die plastischen Vorstellungen der Schüler von einer modernen Schule. Präsentiert in Schuhkartons.

"Es ist faszinierend, wie viele Geschichten in den Kartons verarbeitet sind", betont Deinhardt. Denn die Frage, die den Workshops voranging, lautete: "Wie sollen wir diese Schule bauen, damit sie möglichst allen heutigen und auch künftigen Ansprüchen der Kinder, der Schul- und Sozialpädagogen und auch den außerschulischen Partnern und Mitbenutzern gerecht wird?"

Die Antworten sind richtungsweisend, muss doch eine Raumsituation geschaffen werden, in der sich alle wohlfühlen, um die Bildungs-, Betreuungs- und Vereinsziele verwirklichen zu können. Mit ins Boot geholt hat der Markt deshalb die "Baupiloten", ein auf Bildungsarchitektur spezialisiertes Architekturbüro aus Berlin, das dafür bereits eine Auszeichnung erhielt.

Mit den Vereinen, der Verwaltung und den Gemeinderäten wurden bereits Workshops durchgeführt. "Es ist nicht selbstverständlich, dass verschiedene Gruppen mitarbeiten dürfen und das Sagen haben. Vor allem auch die Kinder", bedankte sich Rektorin Beate Kuen. Denn auch diese waren ganz mit den Planungen für die neue Schule beschäftigt.

Die Arbeitsergebnisse dieses Workshops weckte auch die Neugierde der Bürger, weshalb diese Arbeiten ausgestellt werden - und zwar sind sie bis 31. Mai zu den üblichen Öffnungszeiten im Foyer des Rathauses zusammengestellt.

Sonnenzimmer und Eislabyrinth

Esther hat beispielsweise ein Unterwasserklassenzimmer dargestellt, daneben ein Sonnenzimmer und ein Eislabyrinth. "Ich wollte nicht solche Räume, wie wir sie jetzt haben", erklärt das Mädchen. Da ist sie sich mit den anderen einig. Peter gestaltet Räume, um Bakterien erkunden zu können oder wie fleischfressende Pflanzen im Inneren aussehen und funktionieren. Der Forschungsdrang kommt zum Ausdruck, er vergisst aber ebenso wenig wie Sanna Platz zum Entspannen. Sanna wohnt auf einem Blumenkopf, zur Bücherei kommt man mit Trampolins. Diese sind durch die Blätter einer Wasserpflanze dargestellt.



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