Lichtenfels

Wie man Basti vom Bier fernhält

Das Kinder- und Jugendtheater Chapeau Claque und Lichtenfelser Gymnasiasten beleuchteten das Thema "Alkoholmissbrauch".
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Für Nina (Vanessa Barros) und Basti (Jan Baur) hat der Abend gut angefangen. Am Ende liegt er restlos betrunken am Fußboden.  Foto: Gerda Völk
Für Nina (Vanessa Barros) und Basti (Jan Baur) hat der Abend gut angefangen. Am Ende liegt er restlos betrunken am Fußboden. Foto: Gerda Völk

"Mit so einem versoffenen Typen wie du, gebe ich mich nicht ab": Nina ist sauer, dabei hat der Abend doch so schön angefangen. Am Ende liegt Basti total betrunken auf dem Boden. Am nächsten Tag kommt der Anruf von seiner Mutter, dass Basti mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus liegt. Die Szene stammt aus "Limit", einem interaktiven Theaterstück des Kinder- und Jugendtheaters Chapeau Claque aus Bamberg, das den Schülern am Meranier-Gymnasium in Lichtenfels das Thema "Koma-Saufen" näherbringen sollte.

Auf harte Drinks umgestiegen

Die Darsteller Jan Baur (Basti) und Vanessa Barros als Nina stellen eine kritische Situation nach und machen dabei auch deutlich, wie schnell es zu einer Alkoholvergiftung kommen kann. Das Stück zeigt eine Situation, wie sie auf vielen Partys passieren könnte: Nina und Basti sind bei Tobi eingeladen. Während Nina die Party in vollen Zügen genießen kann, tut sich Basti schwer, mit ihm völlig unbekannten Leuten ins Gespräch zu kommen. Statt zu tanzen, bleibt er lieber in der Nähe der Bar sitzen. Vom anfänglichen Bier steigt Basti ziemlich schnell auf harte Drinks um. Aber der Abend wird dadurch nicht einfacher, im Gegenteil. Nina amüsiert sich auch ohne ihn. Frustsaufen ist angesagt, als ihr Ex-Freund auftaucht. Schließlich kommt es zum Streit zwischen den beiden jungen Leuten, in dessen Verlauf böse Worte fallen.

Für die Gymnasiasten stellt sich die Frage: Wie konnte es soweit kommen? Gemeinsam mit den beiden Schauspielern wird die dargestellte Geschichte kritisch hinterfragt. Es werden einzelne Szenen herausgegriffen und nachgespielt.

Verzweiflung oder Langeweile?

Was brachte Basti dazu, so viel zu trinken? Waren Verzweiflung, Wut, Eifersucht, Langeweile oder Kummer die Gründe? Und welche Folgen können daraus entstehen? Die Gymnasiasten nennen Handgreiflichkeiten, Beleidigungen und Erbrechen als Gründe. "Alkohol ist Gift für den Körper und Erbrechen ein Schutzmechanismus. Der Körper möchte das Gift so schnell wie möglich wieder loswerden", warnt Schauspieler Jan Baur.

Doch wie jemanden, der ohnehin schon seine Grenzen überschritten hat, vom Weitertrinken abhalten? Den Alkohol wegnehmen, schimpfen, ihn vor die Tür setzen?

Auf Augenhöhe ansprechen

Alles höchst untaugliche Methoden, die zudem auch gefährlich werden könnten. Besser ist es, auf den Betrunkenen einzugehen, ihn ernst zu nehmen und mit ihn auf Augenhöhe zu sprechen. Eine Gymnasiastin macht es vor, redet mit Basti, möchte ihn von der Bar wegbringen, will ihn mit anderen Leuten bekannt machen.

Doch wie viel Alkohol verträgt ein Mensch und wann beginnt dieser zu wirken? "Das hängt von der Person an, vom Geschlecht, Gewicht und der Tagesform", erklärt Jan Baur. Erst 30 Minuten nach dem Konsum fängt der Körper an, den Alkohol wieder abzubauen. Baur räumt auch mit einem Mythos auf. Der besseren Alkoholverträglichkeit wegen hilft auch kein Essen, denn dies wird vom Körper zuerst verdaut, dann erst ist der Alkohol an der Reihe. Und wenn alles nichts hilft und der Betroffene bereits am Boden liegt, sollte der Notruf 112 gewählt werden.

Doch bevor es so weit kommen muss, sollten Jugendliche ihre Grenzen kennen und verantwortungsbewusst mit Alkohol umgehen.

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