"Ich bin begeistert von Ihrem Engagement. Diese Veranstaltung ist der Höhepunkt meines Arbeitstages", sagte Landrat Hermann Ulm (CSU) beim zweiten kommunalen Treffen der Seniorenbeauftragten im Landkreis Forchheim. Kurz zuvor hatten die Seniorenbeauftragten aus ihren Gemeinden berichtet.
Ulm war begeistert von den vielfältigen und unterschiedlichen Angeboten für Senioren im Landkreis. Er sprach von einer "bunten Mischung an Kompetenzen" und meinte: "Da ist es mir nicht bange um die Seniorenarbeit im Landkreis Forchheim." Der Landrat hatte auch ein offenes Ohr für die Sorgen der Seniorenbeauftragten.
Ingrid Hilfenhaus vom Markt Wiesenttal sprach Probleme beim öffentlichen Nahverkehr an. Senioren, die alleine auf dem Land leben, täten sich schwer, mit Bussen zu Ärzten oder zum Einkaufen zu kommen.
Hermann Ulm erklärte, dass Orte ab 200 Einwohner angefahren werden sollen. Dafür investiere der Landkreis vier Millionen Euro an Zuschüssen. Er bat darum, konkrete Schwierigkeiten zu melden, und schlug vor, zum nächsten Treffen den Leiter des Fachbereichs Öffentlicher Personennahverkehr einzuladen.
Außerdem bat Ingrid Hilfenhaus darum, dass aus der befristeten Teilzeit-Fachstelle Seniorenplanung am Landratsamt eine Vollzeitstelle gemacht werde. Hierzu versprach Ulm, dass das Landratsamt versuche, wenigstens eine Dreiviertel-Stelle fest zu verankern, da es diese Stelle noch gar nicht richtig gebe.
Romy Eberlein von der Fachstelle Seniorenplanung erklärte noch einmal kurz die Struktur des Kreisseniorenrings. Dieser setzt sich aus fünf Vertretern der kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie je einem Vertreter der Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Arbeitskreise zusammen.
Beim Treffen wurden die fünf Vertreter aus Stadt und Gemeinden gewählt: Erika Schneider vertritt die westlichen Gemeinden des Landkreises: Eggolsheim, Hallerndorf, Heroldsbach und Hausen. Horst Schulenburg wurde für die Stadt Forchheim in den Beirat gewählt. Reinhard Schuhmann vertritt Gräfenberg, Weißenohe und Igensdorf. Für den Süden, das sind Wiesenthau, Pinzberg, Kunreuth, Poxdorf, Effeltrich, Langensendelbach, Hetzles, Neunkirchen, Dormitz und Kleinsendelbach, ist künftig Barbara Kalpen im Beirat vertreten. Und für die restlichen Gemeinden im Nordosten ist es Angelika Fuchs.


"Aktivieren und Motivieren"

Klaus Thormann berichtete über den Seniorenbeirat in Forchheim. Dieser wurde 1985 von Ernst Schäfer gegründet und erhielt eine kirchenorientierte Satzung. Von 1996 bis 2006 war Anni Hutzler die Vorsitzende, bis 2010 Lore Buchdrucker. Hier hieß das Motto "Wir wollen anderen helfen. Wir sehen den Seniorenbeirat als Dachorganisation der Seniorenkreise." 2011 übernahm Birgit Kastura den Vorsitz und prägte ein neues Selbstverständnis. Der Seniorenbeirat hatte sogar ein Mitsprache- und Antragsrecht im Stadtrat. Seit 2014 steht Klaus Thormann dem Seniorenbeirat voran. Das Motto ist nun "Aktivieren und Motivieren, informieren und vernetzen." Besonders stolz zeigte sich Thormann auf das erstellte seniorenpolitische Gesamtkonzept.
Elfriede Küttinger sprach über den siebten Altenbericht der Bundesregierung "Sorge und Mitverantwortung in der Kommune". Hierin wird aufgezeigt, welche Maßnahmen nötig sind, um in den Kommunen Bedingungen für ein würdiges und selbstbestimmtes Älterwerden zu schaffen. Er wurde nötig, weil der Aktionsradius älterer Menschen kleiner und damit das Zuhause immer wichtiger wird. Im Altenbericht werden die Handlungsfelder gesundheitliche Versorgung, pflegerische Versorgung sowie Wohnen und Wohnumfeld ausführlich behandelt.