Steinwiesen
Bildung 

Wie es ohne Mittelschule weitergeht

Der Haushalt und die neue Weichenstellung für den Schulverband Oberes Rodachtal standen im Mittelpunkt der Schulverbandssitzung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Schulverbandsvorsitzende Gerhard Wunder berichtete zu Beginn der Sitzung von einem Gespräch mit der Regierung von Oberfranken und Schulamtsdirektor Uwe Dörfer. Von Seiten der Regierung bestehe kein akuter Handlungsbedarf, die Mittelschule Oberes Rodachtal aufzulösen. Sie werde als inaktiv weitergeführt, rechtlich ändere sich nichts, alles wie bisher (wir berichteten). Eine Auflösung der Mittelschule werde definitiv erst nach Auflösung des Schulverbandes geschehen und auch hier bestehe kein akuter Handlungsbedarf.
Wie die Nachfolgeregelung dann aussehen wird, ist noch nicht abzusehen, aber die Tendenz geht hin zu einem öffentlich-rechtlichen Vertrag. Wunder und seine Verbandsräte waren nicht sehr erfreut darüber, dass man solche grundsätzlichen Entscheidungen wie die Kündigung des Verbundvertrages durch den Schulverband Kronach III aus der Zeitung erfahren musste. "Man hätte vorher mit uns reden müssen, auch wenn es momentan noch keine Auswirkungen gibt", sagte Wunder.
Für den Schulverbandshaushalt des Oberen Rodachtals für 2017 und 2018 gab es verschiedene Varianten, die besprochen wurden. Es wurde einstimmig beschlossen, für 2017 die Abrechnung wie in den Vorjahren durchzuführen. Die Verbandsräte aller vier Gemeinden waren sich einig, dass der Aufwand hier am geringsten ist. Für 2018 müsse der Haushalt ohnehin komplett neu gemacht werden.
Beschlossen wurde, die Grundschule Steinwiesen 2018 komplett aus dem Schulverband herauszunehmen. Auch hier gibt es verschiedene Varianten, die in den Haushalt einfließen könnten. Die Räte Norbert Grebner (Marktrodach), Jens Korn (Wallenfels) und Ludwig Pötzinger (Nordhalben) waren sich einig, dass man zu diesem Zeitpunkt noch nicht alles beschließen kann und sie die Varianten in ihren jeweiligen Gemeindegremien einbringen wollten. Gerhard Wunder (Steinwiesen) sagte zu, für 2018 mehr Informationen einzuholen und im Herbst eine Sitzung anzusetzen, wo dann über die Neuregelung für 2018 diskutiert und abgestimmt werden kann. Bis dahin können auch noch Verhandlungen mit dem Schulverband III stattfinden.


Zwei Varianten

Die Tendenz der Verbandsräte geht aber hin zu Variante 1, bei der der Schulverband die Kosten und die Organisation der Schülerbeförderung für die Mittelschüler in Kronach und auch die Gastschulbeiträge übernimmt. Die Umlage richtet sich nach der Anzahl der Mittelschüler aus dem Oberen Rodachtal, die in Kronach die Schule besuchen. Der Markt Steinwiesen erhält eine reduzierte Verwaltungskostenpauschale und trägt alle Kosten der Grundschule - die damit nicht mehr im Haushalt des Schulverbandes enthalten ist - selbst. Bei der Variante 2 ist ausschlaggebend, dass jede Gemeinde die Schülerbeförderung selbst organisiert. In beiden Varianten übernimmt der Schulverband jedoch die Verhandlungen über die Höhe des Gastschulbeitrages.
Kämmerer Rainer Deuerling informierte über das abgeschlossene Haushaltsjahr 2016 und stellte den Haushaltsplan 2017 vor. Der Haushalt 2016 schloss demnach im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 522 058 Euro ab, der Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 23 617 Euro. Kredite wurden nicht aufgenommen, weshalb der Schulverband weiterhin schuldenfrei bleibt. Die Summe des Gesamthaushaltes beläuft sich für 2017 auf 561 500 Euro. Es ist keine Jugendsozialarbeit mehr enthalten. Lediglich die Kostenbeteiligung für die Offene Ganztagesklasse ist eingeplant.
Im Haushaltsentwurf 2017 ist ein ungedeckter Betrag in Höhe von 377 450 Euro enthalten. Dieser wird gemäß dem einstimmigen Beschluss der Schulverbandsversammlung vom 24. April 2014 in eine Verwaltungsumlage (336 650 Euro) und eine Mittelschulumlage (40 800 Euro) aufgeteilt.


Gastschulbeiträge

In der Mittelschulumlage werden die Kosten für die Gastschulbeiträge an den Schulverband III für die Beschulung von Schülern aus dem Oberen Rodachtal in der Gottfried-Neukam-Schule umgelegt. Diese Umlegung erfolgt nur auf die Hauptschüler des Schulverbandes, während die Verwaltungsumlage auf die gesamten Schüler (inklusive Grundschüler) aus Steinwiesen umgelegt wird. Angesetzt wurde eine Schülerzahl von 118 (davon 18 Hauptschüler). Die Verwaltungsumlage beträgt daher 2852 Euro je Verbandsschüler, die Mittelschulumlage 2266 Euro je Hauptschüler.
Dadurch ergeben sich folgende Zahlen für die einzelnen Gemeinden: Markt Steinwiesen (Gesamtumlage 321 134 Euro; 107 Verbands-Schüler; 7 Hauptschüler), Stadt Wallenfels (35 837; 7; 7), Markt Marktrodach (15 358; 3; 3), Markt Nordhalben (5119; 1; 1).


Klare Neuregelung wird kommen

Ab dem Schuljahr 2017/2018 ist die komplette Mittelschule in Kronach. Somit bedarf es für 2018 einer klaren Neuregelung, wie der Haushalt und damit die Umlage gestaltet werden.
Eine weitere Belastung im Haushalt sind die Schülerbeförderungskosten der Mittelschüler und Ganztagsklassen, die in Kronach zur Schule gehen. Dadurch entstehen mittlerweile Kosten in Höhe von rund 126 000 Euro. Außerdem ist für die 136 Schüler der Mittelschule und Verbundklassen, die in der Kronacher Gottfried-Neukam-Schule beschult werden, ein Betrag von 40 800 Euro an den Schulverband III zu entrichten.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren