Weisendorf

Wichtiges Abholzen ohne Infos?

An beiden Ufern des Mühlweihers in Weisendorf wurden im Dezember Bäume abgeholzt. Trotz einer Erklärung der Gemeinde, die auch von den Kritikern nachvollzogen wurde, bleibt das Vorgehen in der Diskussion.
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Wer das Bild vorher kannte, weiß um die Menge der Gehölze, die hier entfernt wurden. Foto: Kolbet
Wer das Bild vorher kannte, weiß um die Menge der Gehölze, die hier entfernt wurden. Foto: Kolbet

Michael Busch Ganz am Ende dieses Textes werden Sie lesen, dass es eine unnötige Aufregung war, die sich aufgrund einer Abholzung in Weisendorf entwickelt hat. Oder doch alles wichtig?

Was ist passiert? An beiden Ufern des Mühlweihers in Weisendorf waren im Dezember die Geräusche aufjaulender Kettensägen zu hören. Mit einer Fällaktion wurden dort eine Reihe von Bäumen beseitigt. Dies führte dazu, dass eine Reihe von Weisendorfern sich fragte, was dort passiere. "In Anbetracht der fortschreitenden Klimakatastrophe reagieren Bürgerinnen und Bürger zunehmend alarmiert, sobald irgendwo Kettensägen zu hören sind", sagt auch die Grüne Christiane Kolbet in einer Stellungnahme zu dem Vorfall. Sie erklärt, dass bei mehreren Mitgliedern der Grünen die Telefone läuteten. Besorgte, verärgerte und empörte Anrufer wollten wissen, wer die Fällungen in Auftrag gegeben hatte.

Keine aktuellen Antworten

Genau das wollten die Grünenvertreter dann auch geklärt haben, doch "die Klärung des Sachverhalts", so Gemeinderätin Christiane Kolbet, "erwies sich als erstaunlich langwierig". Denn weder konnte die Geschäftsleitung in der Verwaltung am selben Tag Auskunft geben, noch habe der zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein, der den erkrankten Bürgermeister Heinrich Süß vertrat, Bescheid gewusst.

Erst am Freitagvormittag war von Mitarbeitern des Ordnungsamtes eine Auskunft erhältlich. Im Grunde sei alles klar und schnell erklärt. "Da die Verlandungen im Mündungsbereich der Seebach in den Mühlweiher zu Überschwemmungen am Oberlauf von Seebach und Sauerheimer Graben führen könnten, sei man zum Handeln gezwungen", so die Auskunft des zuständigen Mitarbeiters. Dies wurde aktuell auf Anfrage des FT nochmals bestätigt. Die Baumfällungen im Uferbereich seien der Auftakt der Maßnahme gewesen.

Dennoch sorgen die unangekündigte Abholzungen in Weisendorf unnötigerweise für Verdruss. Die Grüne fordern eine bessere Informationspolitik und stellen die Frage, ob die Fällungen alternativlos waren. Kolbet erklärt: "Auch wenn sich der Sachverhalt schlüssig darstellt, wäre es gut, die Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld mit ein paar wenigen Zeilen im Amtsblatt zu informieren."

Die Frage, ob ein weniger radikaler Eingriff nicht auch schon den Zweck erfüllt hätte, bleibe, angesichts der geschaffenen Tatsachen, nun offen. Im Vorfeld Fachleute hinzuzuziehen und die Maßnahme, auch in Sachen Natur- und Landschaftsschutz, zu bewerten, wäre der Schönheit und Bedeutung der Weiherlandschaft sicher gerechter geworden.

Bund Naturschutz rührt sich

Eine in dieselbe Richtung gehende Beschwerde gibt es vom Bund Naturschutz. Christian Wosegien schreibt der Verwaltung zustimmend für die Ortsgruppe: "Der Mühlweiher als Teil der Regenwasseranlage in Weisendorf bedarf wohl einer merklichen Entlandung."Er ergänzt allerdings: "Nach einer Prüfung durch die Fachleute beklagen wir, dass der Eingriff deutlich überzogen und unsensibel durchgeführt wurde." Es sei nach Auffassung dieser Experten nicht erkennbar, welchen Beitrag die Baumfällungen zur Verbesserung der Strömung oder zur Entlandung leisten sollen.

"Ein Zugang der Bagger zum Weiher ist an weniger empfindlichen Stellen möglich", heißt es in dem Schreiben an den Bürgermeister Süß. Er moniert, dass eine Abstimmung mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken oder der Unteren Naturschutzbehörde dem eigenen Wissen nach nicht stattgefunden habe.

Er appelliert für den Bund Naturschutz nachdrücklich, die Mündungsfläche von den geplanten Entlandungen auszunehmen und die gewünschte Verbesserung der Strömung in diesem Bereich nur in Form einer Rinne durchzuführen. Und ergänzt: "Entscheidend sind nicht einnehmende Worte, sondern die Taten, an denen wir die Gemeinde messen."

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