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Hausen

Wichtige Verbindung über den Main

Fast 4,9 Millionen Euro wurden in das Wasserkraftwerk Hausen samt Fußgängerüberweg investiert.
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Der Wehrüberlauf bei Hausen Foto: SÜC
Der Wehrüberlauf bei Hausen Foto: SÜC

Für jeden Gast gibt es einen kleinen grünen Plüsch-Frosch. Was es mit diesem auf sich hatte, ist etwas später von Stefan Schneidawind, Projektleiter des Wasserkraftwerks Hausen zu erfahren. Nach gut einjähriger Bauzeit konnte am Samstag die abgeschlossene Sanierung gefeiert werden.

Wilhelm Austen, SÜC-Geschäftsführer, sprach von einer technisch anspruchsvollen und finanziell aufwendigen Sanierung. Fast 4,9 Millionen Euro wurden in die neue Wehranlage und den Fußweg über den Main investiert. Damit wurde eine wichtige Verbindung über den Main für Fußgänger, Radfahrer und Pilgergruppen wiederhergestellt. Begünstigt wurden die Bauarbeiten durch das Niedrigwasser im vergangenen Sommer. Für den vom Wasserkraftwerk Hausen produzierten Strom haben sich rund 900 Kunden entschieden.

Der Oberbürgermeister der Stadt Coburg, Norbert Tessmer, gratulierte den vielen Menschen, die Öko-Strom beziehen. "Sie sind die wahren Helden des Klimaschutzes". Der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner wies darauf hin, dass der gesamte Landkreis von Mainroth bis hinunter nach Unterbrunn vom Main geprägt ist. "Wir leben hier in einer Flußaue." Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann sei es zu verdanken, dass es wieder eine Brücke über den Main gibt, sagte der Landrat.

Deutlicher Handlungsbedarf

Nach 85 Betriebsjahren hatte sich am Kraftwerk Hausen deutlicher Handlungsbedarf gezeigt. Da der tägliche Kraftwerksbetrieb immer aufwendiger und fehleranfälliger geworden war, entschied sich der Kraftwerksbetreiber im Rahmen der Konzessionsverlängerung für eine weitreichende Sanierung des Kraftwerks. Im Jahr 2014 erfolgten erste Konzeptstudien, in Jahr später dann die Vorplanungsphase und letztlich auch das Genehmigungsverfahren. Nach den Auftragsvergaben konnte im Februar 2018 der Umbaubeginn erfolgen, der dann im April dieses Jahres abgeschlossen wurde. "Das Jahr 2018 war für die Bauarbeiten ein Glücksfall, da es sehr trocken war", erklärt Schneidawind. So wurde die alte Wehranlage durch ein modernes Schlauchwehr aus dem Hause Hydroconstruct ersetzt sowie die komplette stahlwasserbauliche Einrichtung wie Schützentafeln, Rechen mit entsprechender Reinigungsmaschine, die gesamte Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie die Hydraulikanlage.

Nach knapp einjähriger Bauzeit produzieren die vier installierten Francis-Turbinen wieder Strom. Sie liefern rund vier Millionen kWh pro Jahr und versorgen damit rund 1200 durchschnittliche Haushalte mit Öko-Strom. "Ein Mitgrund für die Sanierung war, dass alle zwei Jahre das Oberwasser abgelassen werden musste, um notwendige Revisionen zu ermöglichen", erklärt Stefan Schneidawind.

Elf neue Brückenelemente

Auch der Fuß- und Radweg entlang der Wehrkrone entsprach nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen und musste von Grund auf erneuert werden. Die elf neuen Brückenelemente bestehen aus Aluminium. Noch vor Ostern 2019 konnte der neue Fuß- und Radweg für die Öffentlichkeit freigegeben werden, der dank dezenter Beleuchtung auch im Dunklen genutzt werden kann. Zum Sanierungskonzept gehört auch der Aalabstieg, den Aale passieren können. Mit dem Kraftwerk Kirschbaummühle am Schützenanger, dem Kraftwerk Oberwallenstadt und dem jetzt fertiggestellten Wasserkraftwerk in Hausen versorgt die SÜC heute rund 2300 Haushalte mit der Energie, die aus der Kraft des Mains gewonnen wird.

Die eingangs erwähnten grünen Plüsch-Frösche hatten eine farbige Markierung, die anzeigte, wann der Gast sich auf einem Rundgang durch die Anlage über die gelungene Sanierung informieren konnte. Eine Bilderschau zeigte, wie ein Turbine erneuert wurde. Gerne wurden auch die Bootsfahrten auf dem Main angenommen.

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