Bamberg

Who 's who für Stadt und Land

Die Bamberger Autorin Sandra Dorn hat den dritten Band der Reihe "Edition Profile" vorgelegt.
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Sandra Dorn mit ihrem neuen Buch Foto: p
Sandra Dorn mit ihrem neuen Buch Foto: p

In den vergangenen sechs Jahren hat die Bamberger Autorin Sandra Dorn knapp 650 Biografien von Menschen aus der Stadt Bamberg und dem Landkreis erstellt und in drei Bänden der Reihe "Edition Profile" im Verlag Peter Becker veröffentlicht. Mit dem dritten Band über Persönlichkeiten in Stadt und Landkreis ist das etwas andere Who 's who der kurzen Lebensbilder prominenter Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus der Region abgeschlossen. Wir haben die Autorin getroffen.

Frau Dorn, sind Sie nach so viel Biografie erschöpft?

Sandra Dorn: Ja und nein. Ja, weil es schon anstrengend ist, sich über etliche Jahre hin beinahe tagein, tagaus immer wieder sehr intensiv auf die unterschiedlichsten Menschen einzulassen, die den verschiedensten Berufen nachgehen, alle total spannende Lebensgeschichten haben und von Glück, Freude und meist auch von kleinen und großen Verletzungen erzählen wollen und erzählen können. Und gerecht werden mit Respekt und Einfühlung wollte ich ihnen ja allen gleichermaßen. Ganz gleich, ob das nun der Unternehmer Michael Stoschek ist, ob Regina Wohlpart, übrigens eine der ganz wenigen Bürgermeisterinnen im Landkreis, oder ob es die mittlerweile 92-jährige Zeitzeugin Elise Stretz ist, die 1927 in Pfaffendorf bei Ebern geboren wurde und heute in Oberhaid lebt.

Und nun noch kurz zum Nein. Nach der Beendigung des dritten Bandes aus der Edition Profile war mir schon einmal ein paar Monate nicht nach Biografien. Aber dann habe ich bemerkt, dass mir die vielen Persönlichkeiten, die ich kennenlernen durfte, nicht mehr aus dem Kopf gehen wollten und sich, natürlich in verfremdeter Form, in dem einen oder anderen Charakter widerspiegeln, den ich mir für ein neues Buchprojekt ausgedacht habe.

Ach, Sie haben also schon wieder eine neue Geschichte im Kopf?

Diesmal ist es aber ein Roman, den ich schreiben will. Im Kopf ist er schon beinahe fertig. Schauplätze sind natürlich mein geliebtes Bamberg und das Umland und Málaga. Dort konnte ich immer wieder einige Zeit leben und arbeiten. Also kann ich sagen, dass ich auch diese Stadt und die Region Andalusien ganz gut kenne. Und weil ich gerne von dem schreibe, worüber ich Bescheid weiß, deshalb kommen diese Schauplätze im neuen Buch bevorzugt vor. Politik, Nervenkitzel und ein bisschen Liebe kommen natürlich auch vor.

Wie fühlt sich der Unterschied zwischen biografischem Schreiben und der Romandichtung für Sie an?

Das ist enorm aufregend. Bei der Edition Profile ging es mir bei jeder Begegnung darum, das Licht um jede dieser Persönlichkeiten respektvoll und achtsam zu fokussieren. Und bei einem Feedback zu den Biografien, das zu beinahe einhundert Prozent positiv ausfällt, habe ich meine Arbeit wohl recht gut gemacht, denke ich. Beim Roman darf ich jetzt aber als Autorin auch einmal selbst entscheiden, wie Charaktere meiner Protagonistinnen und Protagonisten aussehen und was die Figuren entscheiden und erleben etc. Das ist sehr spannend und reizvoll.

Also doch keine klassischen Biografien mehr?

Doch, doch. Nicht gleich in einer umfassenden Edition, aber immer wieder gerne im Auftrag von Menschen, die beispielsweise etwas Biografisches auf ihrer Firmen-Homepage oder für Broschüren und Dokumentationen haben wollen. Und vielleicht irgendwann, nach dem Roman, auch wieder einmal eine Edition mehrerer oder vieler Biografien. Das verlernt man ja nicht und es lässt einen auch nie mehr ganz los, wenn man einmal damit angefangen hat.

Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg auf den neuen literarischen Wegen.

Das Gespräch führte Rüdiger Klein.

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