Höchstadt a. d. Aisch

Wettkampf mit dem Großmeister

Helmut Pfleger kam zu einem Simultanspiel zum SC Höchstadt.
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Helmut Pfleger trat beim Schachclub Höchstadt zu einem Simultanturnier an. Foto: Yannick Hupfer
Helmut Pfleger trat beim Schachclub Höchstadt zu einem Simultanturnier an. Foto: Yannick Hupfer

Höchstadt — Als Helmut Pfleger den Maria-Elisabeth-Schaeffler-Saal der Fortuna-Kulturfabrik betritt, kommt kurz darauf ein Vertreter der Höchstadter Schachclub-Zeitung auf Pfleger zu. Er habe ein spannendes Interview mit ihm gelesen - hätte für die Zeitung aber noch ein paar Fragen. Klar, antwortet Pfleger, man könne es jetzt gleich führen.

Vor Pfleger liegt da gerade ein Simultan gegen 24 Schachspieler. "Hinterher ist besser, ich spiele ja jetzt auch gleich", entgegnet der Mitarbeiter der Schachclub-Zeitung.

Während sein Gegner leicht nervös ist, ist Pfleger ganz gelassen. Mit seinen 76 Jahren ist er routiniert. Beobachtet man ihn, stellt man fest: Nichts kann ihn so schnell aus der Ruhe bringen.

Der Schach-Großmeister hat schon so Einiges erlebt: Deutsche Meisterschaften, Schachweltmeisterschaften, Schacholympiaden. Dazu ist Pfleger Herausgeber von Büchern, kommentiert Schachpartien fürs Fernsehen und verfasst Artikel für Zeitungen. Seine Vita ist lang. Und nun: Höchstadt.

Bereits 2012 kam Pfleger in den Aischgrund, als der Höchstadter Schachclub 50-jähriges Bestehen feierte. Damals trat er ebenfalls im Simultan gegen einige Vereinsmitglieder an - und gewann 17:2.

Bei dieser Spielform sitzen die Gegner des Großmeisters an Tischen, die in einem Rechteck aufgestellt sind. Pfleger lief am Donnerstag von Tisch zu Tisch, setzte Zug für Zug.

Seine Gegner haben dabei solange Bedenkzeit, bis er wieder an ihrem Schachbrett angelangt ist. Mit dabei waren diesmal auch einige Spieler aus der Höchstadter Partnerstadt Krasnogorsk.

Im Herbst letzten Jahres waren die Höchstadter wiederum in Russland. "Wir haben sie zurück eingeladen und uns gefragt: Was können wir machen?", erklärt zweiter SC-Vorsitzender Elias Pfann.

Im Rahmen der Höchstadter Schachwochen gibt es neben dem Simultan mit Helmut Pfleger auch ein Jugendschnellschachturnier am Samstag und ein Grillfest am Montag. Außerdem nehmen die Schachspieler auch beim Einzug des Altstadtfests teil und haben selbst einen Schachstand am Rathaus.

Vor dem Simultanspiel mit Helmut Pfleger geht SC-Mitglied Jan Bieberle locker mit der Situation um. "Man hat nichts zu verlieren", erklärt er, vielmehr freue er sich darauf, gegen einen so großen Namen zu spielen. 30 Züge möchte er mindestens mithalten.

Früher spielte der Schach-Großmeister für den SC 1868 Bamberg, noch heute ist Pfleger oft in der Stadt. Doch auch in Höchstadt scheint er sich wohlzufühlen: "Ich freue mich, dass ich wieder hier sein kann, in diesem ganz besonderen Schachclub." Der SC Höchstadt sei ein großer Schachclub in einer kleinen Stadt.

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