Strullendorf

Westumgehung für Geisfeld in Sicht

Fünf Jahre nach der Abstimmung gegen das hart umkämpfte Umgehungsprojekt ist eine abgespeckte Variante im Gespräch.
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Nach dem 2014 hart umkämpften Gemeinderats-Votum gegen eine komplette Umfahrung brodelte das Thema in Geisfeld bis heute weiter. Jetzt ist eine Teillösung in Sicht.

West statt Süd plus West: Fünf Jahre nach der Abstimmung gegen das ursprünglich zweiteilig angedachte Umgehungsprojekt diskutiert der Strullendorfer Gemeinderat öffentlich eine abgespeckte Variante. Mit dem Herauslösen der West-Umfahrung als Solo-Projekt versucht die Gemeindeverwaltung, dem Ortskern Geisfeld Verkehrsentlastung zu liefern - und das bei möglichst niedrigem finanziellen Aufwand.

Weil die Doppel-Umgehung laut Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) vor allem aus finanziellen Gründen abgelehnt wurde und die südliche Schleife den deutlich teureren Anteil bedeutete, kümmerte man sich 2018 beim Bauamt fraktionsübergreifend ums Aufweichen der alten Bauvorgabe. West solo angehen, aber die Option auf Süd nicht zu verbauen - das grüne Licht vom Staat war dementsprechend der Startschuss für konkrete Recherchen rund um Kosten, Förderung und restlichen Grunderwerb.

Die aktuellen Fakten wiederum liefern nun die Grundlage für die neue Diskussion im alten Gemeinderat - "in der Hoffnung", so Desel, "das Thema mit erfahrenen Räten mit maximal Hintergrundwissen noch vor der Kommunalwahl auf einen guten Weg zu bringen."

Nach Aussage der Gemeindeverwaltung stellt die Regierung immer noch eine grundsätzliche Übernahme von 75 Prozent der Kosten in Aussicht. Für den Bau der West-Straße soll die Gemeinde Strullendorf aktuell noch einen Eigenanteil von rund 386 000 Euro aufbringen.

Im Vergleich dazu hätte die Umsetzung der Doppel-Umgehung nach den damaligen Berechnungen noch circa 1,4 Millionen Eigenanteil gekostet. Weil größtmögliche Zustimmung aus dem Gemeinderat auch maximales Interesse der ganzen Gemeinde signalisiere und das wiederum noch höhere Förderung herauskitzeln könne, plädiert der Bürgermeister für Wohlwollen im Plenum.

Die Umfahrung von Geisfeld in und aus Richtung Litzendorf soll den landwirtschaftlichen Verkehr verlagern und das Thema Buswendemanöver entschärfen. Und dabei auch die vielversprechende Dorfentwicklung hinsichtlich Herbergen und Gastronomie unterstützen. Vertreter von CSU, SPD und Neuer Liste zeigen sich grundsätzlich offen fürs neue Projekt und diskutieren nur den Kostenanteil des künftigen Nebenschauplatzes Litzendorfer Straße. Weil diese durch den Bau der Westumgehung ihren Status als Staatsstraße verlöre, würden für deren anschließende Instandsetzung andere Bedingungen gelten.

Bürgermeister Desel will die Debatte um diese Finanzierung aber gern ebenfalls losgelöst von der Entscheidung um die Westumgehung führen: Um nach der ohnehin anstehenden Kanal-Sanierung eine ordentliche Qualität für eine ordentliche Dorfoptik hinzukriegen, könnten trotz Deckelung von staatlichen Geldern auch noch andere Fördertöpfe aufgetan werden.

Mit oder ohne Berücksichtigung möglicher Kosten für die Litzendorfer Straße: Die finale Abstimmung zur Westumgehung Geisfeld wird am 10. Februar im Strullendorfer Rathaus stattfinden.

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