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Wes Brot ich ess, des Lied ich sing

Zum Artikel "In die Blüh- statt Buhmann-Ecke" (BR vom 21. Januar) erhielten wir folgende Zuschrift: Wie löblich ist es doch, dass der eine oder andere Landwirt sich an sein Gewissen erinnert und ein p...
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Zum Artikel "In die Blüh- statt Buhmann-Ecke" (BR vom 21. Januar) erhielten wir folgende Zuschrift: Wie löblich ist es doch, dass der eine oder andere Landwirt sich an sein Gewissen erinnert und ein paar Meter Blühstreifen sät, zumal, auch das ist löblich, das Saatgut dafür nichts kostet:

Was mich aber an dem Artikel sehr wundert, ist die Tatsache, dass ein Agrar-Lobbyist wie Herr Schneider nicht erkennt, dass dieses Volksbegehren an erster Stelle den Bauern hilft, weil unter anderem die Ökologisierung der Landwirtschaft gefordert wird.

Die Erhaltung der bäuerlichen Landwirtschaft zum Beispiel durch die Stärkung des Ökölandbaus, die Erhaltung von Dauergrünland und die Reduzierung des Pestizideinsatzes sind an Punkt eins des Begehrens gesetzt. Ein internationales Wissenschaftlerteam (Quelle ZDF: "Terra X") hat das Artensterben an erste Stelle der dringlichsten Umweltprobleme gesetzt. Zitat: "Sie müssen sich das Leben auf der Erde wie ein Netz vorstellen, das uns alle trägt. Jede Art hat eine Funktion, so wie ein einzelner Faden. Wenn zu viele Fäden reißen, bricht alles zusammen. Die Menschheit ist gerade dabei, ihre eigenen Lebensgrundlage zu vernichten."

Andreas Krüß vom Bundesamt für Naturschutz bestätigte kürzlich bei einem Vortrag an der Uni Bayreuth die dramatischen Zahlen des Artensterbens im Volksbegehren, danach sind breits 54 Prozent aller Bienen, 73 Prozent aller Tagfalter und über 75 Prozent aller Fluginsekten nicht mehr da! In Bayern leben nur halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren! Dem Vertreter der Firma Syngenta, die früher Sandoz, später Novartis hieß und die verantwortlich war für die Abermillionen toter Fische nach dem Brand ihrer Chemiefabrik in Basel-Schweizerhalle im Herbst 1986, spreche ich einfach die Objektivität ab. Nach dem Motto: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

Meine Freunde und ich jedenfalls gehen ab dem 31. Januar ins Rathaus und unterschreiben dieses Volksbegehren! Wir wollen, dass unsere Kinder und Enkel stolz auf uns sein können.

Max Bingart

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