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Bamberg

Wertvolle Eichen sollen bleiben

In der ehemaligen Lagarde-Kaserne müssen mehrere Bäume gefällt werden. Mit 300 Neupflanzungen soll das Areal anschließend wieder aufgeforstet werden.
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In der ehemaligen Lagarde-Kaserne geht es seit Mitte Januar mit dem Rückbau und der Entsiegelung des Areals weiter. Foto: Stadt Bamberg
In der ehemaligen Lagarde-Kaserne geht es seit Mitte Januar mit dem Rückbau und der Entsiegelung des Areals weiter. Foto: Stadt Bamberg

Mitte Januar wurden die Rückbau- und Entsiegelungsarbeiten in der ehemaligen Lagarde-Kaserne wieder aufgenommen. Wie die Stadt Bamberg mitteilt, müssen im Zuge der Arbeiten mehrere Bäume gefällt werden. Davon betroffen ist vor allem der nordöstliche Bereich des Areals.

Das Gebiet wurde bis in die 1930er Jahre landwirtschaftlich genutzt. Als die Kaserne erweitert wurde, erhielt es eine Randbebauung und wurde im Inneren nahezu flächig versiegelt - mit meist kleinflächiger Begrünung an den Rändern.

Um eine neue Erschließung und Bebauung für Wohnungen und Dienstleistungen zu ermöglichen, müssen der Stadt Bamberg zufolge im gesamten Kasernenbereich Garagen und andere ehemalige militärische Funktionsgebäude zurückgebaut und die mit Bitumen, Pflaster oder Beton versehenen Flächen entsiegelt sowie Bodenaltlasten saniert werden. Dabei würden auch Maßnahmen zum Baumschutz umgesetzt, heißt es in der Mitteilung. Es gebe eine ökologische Baubegleitung.

Durchwurzelte Leitungen

Da im Untergrund viele bauliche Anlagen vorhanden und Versorgungsleitungen und Kanäle durchwurzelt sind, müssten mehrere Bäume - zumeist Robinien, Birken, Pappeln und Linden - gefällt werden. Sonst könnten der Rückbau nicht umgesetzt, belastetes Bodenmaterial nicht geborgen und die Altlasten nicht saniert werden.

Insbesondere die Sanierung von Kontaminationsverdachtsflächen (inklusive Grundwasserschutz und Ausbau unterirdischer Öltanks) sowie die Freimessung von erfassten Kampfmittelverdachtsflächen machten es notwendig, unmittelbar angrenzende Gehölze zu fällen. Erschwert werde die gesamte Baumaßnahme durch den generell bestehenden Kampfmittelverdacht.

Wie die Stadt Bamberg weiter mitteilt, sind Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen vorgesehen. Diese sind im Bebauungsplan des Lagarde-Campus (mit integriertem Grünordnungsplan) festgesetzt. Der entsprechende Entwurf wird voraussichtlich vom 18. Februar bis 19. März öffentlich ausliegen.

Die Bauleit- und Grünordnungsplanung sieht laut Stadt über 300 Neupflanzungen von Bäumen vor. Diese sollen im Zuge der öffentlichen Erschließung oder der neuen Wohnbebauung durch private Investoren erfolgen. Die Fällarbeiten selbst werden von Ende Januar bis Mitte Februar stattfinden. Die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes würden erfüllt.

Altbäume sollen bestehen bleiben

Mit Kronen- und Wurzelschutzmaßnahmen gelinge es - trotz der tiefgreifenden Bodenarbeiten - immer wieder, besonders wertvolle Bäume zu erhalten, wie etwa mehrere Eichen. Auf diese Weise werde sichergestellt, dass solche Altbäume auch die künftigen Baumaßnahmen zur Erschließung und für den Wohnungsbau gut überstehen. Sie würden dann Teil der neuen Grünanlagen, heißt es.

Insgesamt erfahre das Areal nicht nur städtebaulich, sondern auch ökologisch im Hinblick auf das Schutzgut Boden eine deutliche Aufwertung. red