Ebern

Wertverlust für Anliegergrundstücke? Planer zerstreuen die Bedenken

Die Planungen für den Neubau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums (FRG) in Ebern wurden am Dienstagabend der Öffentlichkeit vorgestellt. Landrat Wilhelm Schneider betonte, dass Ebern ein wichtiger Schulst...
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So soll der Neubau aussehen. Darstellung: Baur Consult
So soll der Neubau aussehen. Darstellung: Baur Consult

Die Planungen für den Neubau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums (FRG) in Ebern wurden am Dienstagabend der Öffentlichkeit vorgestellt. Landrat Wilhelm Schneider betonte, dass Ebern ein wichtiger Schulstandort sei, in den der Landkreis in den letzten fünf Jahren viel Geld investiert hat und in den kommenden vier Jahren weitere Investitionen tätigen werde, insgesamt rund 100 Millionen Euro. Als Beispiele nannte er auch die Real- und Meisterschule sowie das Schwimmbad.

Alleine für den Neubau des Gymnasiums, der Schneider eigenen Angaben zufolge besonders am Herzen liegt, da er dem ersten Abiturjahrgang des FRG angehörte, betrage das Investitionsvolumen rund 28 Millionen Euro. Eine hohe staatliche Förderung ist zu erwarten.

Architekt Jochen Hinz vom Ingenieurbüro Baur Consult aus Haßfurt, der zusammen mit seinem Chef Peter Kuhn vor Ort war, stellte rund 50 Gästen in Ebern das Bauvorhaben mithilfe einer Präsentation vor. Der Neubau soll südwestlich des jetzigen Hauptgebäudes entstehen, denn nur so sei es möglich, den Schulunterricht aufrecht zu erhalten und eine Gefährdung der Schüler durch die Bauarbeiten weitgehend auszuschließen. Während der Bauphase sollen die Schüler je nach Baufortschritt im alten beziehungsweise neuen Gebäude unterrichtet werden, so dass auf eine Container-Lösung verzichtet werden kann.

Gemauert, nicht betoniert

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Das neue Schulhaus soll nicht betoniert, sondern gemauert werden, wobei die Ziegelsteine als Dämmstoff dienen. In dem dreistöckigen Gebäude werden im Erdgeschoss eine große Pausenhalle, ein Mehrzweckraum und neben Projekträumen die Schulverwaltung ihren Platz finden.

Das erste und zweite Obergeschoss wird weitgehend identisch sein und die Klassenzimmer sowie den neuen naturwissenschaftlichen Bereich beherbergen. Mit den Erdarbeiten soll im Juli 2019 begonnen werden, so sollen auch die Sommerferien genutzt werden, um die Beeinträchtigungen dadurch für die Schule so gering wie möglich zu halten. Vor allem der Zeitraum der Abiturprüfungen wird noch von den Bauarbeiten ausgenommen.

Mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes wird zum Schuljahresende 2021 gerechnet, so dass mit Start der Sommerferien 2021 mit dem Abriss des alten Hauptgebäudes begonnen werden kann. Insgesamt soll alles im Jahr 2023 baulich fertig sein, die Gestaltung der Außenanlagen werden nach Angaben der Planer aber noch etwas Nachlauf haben.

Schulleiter Martin Pöhner freute sich, dass es gelungen sei, mit dem Neubau auch ein neues pädagogisches Konzept umsetzen zu können. Vor den Klassenzimmern werde es mehrere sogenannte Marktplätze geben, wo sich jeweils mehrere Klassen zum gemeinsamen Lernen zusammenfinden können.

Im Anschluss an die Vorstellung des Projektes hatten die Anwesenden die Möglichkeit Fragen zu stellen. Wolfgang Schmitt, der als nächster Anwohner in der Gleusdorfer Straße nur 28 Meter von dem neuen Schulhaus entfernt wohnt, hatte bedenken, dass das "Hochhaus", wie er sich ausdrückte, seine Lebensqualität beeinträchtigen und zu einem Wertverlust seines Grundstückes führen könnte. Die Gesamthöhe der Schule betrage zwar 13 Meter, jedoch seien davon nur sieben bis neun Meter sichtbar, da das Schulgrundstück tiefer als die Straße liege, erklärte Jochen Hinz dem Anwohner. Auch werde der Blick aus den Fenstern des Wohnhauses nicht verstellt, so der Architekt weiter. Den wegfallenden Lehrerparkplatz sah der Anwohner als weiteres Problem. Oberstudiendirektor Martin Pöhner stellte jedoch klar, dass auch daran gedacht wurde. So soll die Wiese neben der Mensa zukünftig den Lehrern Parkraum bieten.

Kleinspielfelder erhalten

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Fragen zum künftigen Pausenhof wurden dahingehend beantwortet, dass dieser an der Stelle des bisherigen naturwissenschaftlichen Trakts entstehen soll. Im Anschluss werde sich dann der neue Sportplatz befinden und das ganze Areal könne auch abgeschlossen werden. Ein Anliegen der Schüler war es auch, die bisherigen Kleinspielfelder zu erhalten. Hier wird es laut den Planern zukünftig sogar mit vier Feldern eines mehr geben, auf denen sich die Kinder und Jugendlichen in der Pause sportlich betätigen können.

In Bezug auf die Wärmeversorgung, die mit einem Gasbrennkessel und einem kleinen Blockheizkraftwerk erfolgen soll, fragte sich Bürgermeister Jürgen Hennemann, ob hier nicht eine Zusammenarbeit mit der Hauptschule möglich wäre. Da diese auch demnächst saniert werden soll, wäre so eine Lösung wirtschaftlich. Landrat Wilhelm Schneider sagte, dass so eine Lösung planerisch noch machbar sei, wenn man sich entsprechend vertraglich einigen könne.

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