Laden...
Coburg

Werte und Wandel im Gewimmel

Dana Gerber und Jeroen Christiaan Verloop haben ein Wimmelbuch über Coburg illustriert. Im November soll es erscheinen und die Coburger werden überrascht sein, was sich so zwischen den heimischen Mauern tummelt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sogar Prinz Albert und Queen Victoria durften nicht fehlen. Wer entdeckt die beiden zuerst? Grafik: Hollanddesign
Sogar Prinz Albert und Queen Victoria durften nicht fehlen. Wer entdeckt die beiden zuerst? Grafik: Hollanddesign
+1 Bild

Was macht denn die Giraffe in der Bimmelbahn? "Mitwimmeln", könnte man meinen. Denn sie lässt sich durch Coburg kutschieren und schaut dabei von oben herab. Fast ein bisschen wie Dana Gerber und Jeroen Christiaan Verloop, die beiden Erfinder und Gestalter des ersten Coburger Wimmelbuchs, das jetzt im November erscheint.

Es ist der besondere Blickwinkel, der den Charme von Wimmelbüchern ausmacht. Die Devise lautet: suchen, finden und entdecken. Dana Gerber hat sich die künstlerische Freiheit genommen und Coburg aus ihrer Perspektive gezeichnet. Herausgekommen sind sechs kunterbunte Stadtansichten - vom Marktplatz bis hin zum Aquaria. Allein auf der Doppelseite vom Hofgarten wimmeln 251 Menschen und 44 Tiere über die Wiesen und den Schlossplatz.

Absurdes zum Schmunzeln

Neben den vielen Details, die allen bekannt vorkommen, finden sich in dem Buch auch einige absurde Situationen. "Wir möchten, dass die Leute immer wieder etwas Neues entdecken - den ,Sänger‘ auf dem Markt oder den Skifahrer auf dem Dach", sagt Jeroen Verloop. "Lassen Sie sich überraschen. Ich habe Märchenfiguren versteckt und Coburger Originale eingebaut. Drei Tauben spielen Karten und im Aquaria schwimmt ein echter Tintenfisch", ergänzt Dana Gerber lächelnd.

Unzählige Stunden Arbeit stecken seit 2014 in dem Buch. Nach Bleistiftskizzen entstanden die Bilder am Grafik-Tablet. Jede Ansicht hat verschiedene Ebenen mit Hintergrund und Vordergrund. Die Figuren hat Dana Gerber alle einzeln gezeichnet, sie können am Tablet hin und hergeschoben werden, bis sie ihren richtigen Platz gefunden haben. Beim Kolorieren der Bilder, vor allem aber bei der Ideensammlung hat Jeroen Verloop kräftig mitgewirkt. "Selbst unsere Tochter Neele hat ihre Vorstellungen mit eingebracht", sagt der stolze Vater.

Nach den ersten beiden Entwürfen machten sich die beiden Designer auf, um die örtlichen Buchhändler nach ihrer Meinung zu fragen. "Die Resonanz war total gut und hat uns motiviert", betont der Produktentwickler. Es kamen noch Anregungen und Tipps, aber vor allem sicherten sich die Buchhandlungen ein Bücher-Kontingent und bestellten gleich vorab.

Die dezente Farbauswahl und das schlichte Design helfen dem Auge, sich zurechtzufinden. "Das wird auch kleineren Kindern gut gefallen", ist sich eine Erzieherin sicher. Dabei haben das Gerber/Verloop gar nicht nur für Kinder gemacht, wie sie betonen. Auch Erwachsene werden ihre Freude daran haben. Sie finden vielleicht sogar das typische Dirty-Dancing-Pärchen oder die Titanic-Parodie auf der Veste.

Mit einem Augenzwinkern sei darauf hingewiesen, dass sich am Marktplatz einige Fehler eingeschlichen haben: Den Herrenausstatter gibt es an dieser Stelle nicht mehr - und während des Wochenmarktes sind die Wasserspiele rund um den Albert tabu. Was soll's? Dank Dana Gerbers künstlerischer Freiheit ist ein wunderbares Buch für große und kleine Entdecker entstanden.