Höchstadt a. d. Aisch
Kunst

Werke des Höchstadter Künstlers Lindenmann in der Fortuna bewundern

Am Freitag eröffnete Eberhard Ranger im Heizhaus der Fortuna Kulturfabrik in Höchstadt eine Ausstellung mit Arbeiten des im Jahr 2011 verstorbenen Höchstadter Künstlers Roland Lindenmann. Nach dem Tod...
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Ein Teil der Gäste: Klaus-Dieter Stolper, Sabine Haupt, Volkmar Dietz (mit Hut) und Irina Gerschmann. Eberhard Ranger (rechts) erklärt die Bilder. Foto: Johanna Blum
Ein Teil der Gäste: Klaus-Dieter Stolper, Sabine Haupt, Volkmar Dietz (mit Hut) und Irina Gerschmann. Eberhard Ranger (rechts) erklärt die Bilder. Foto: Johanna Blum

Am Freitag eröffnete Eberhard Ranger im Heizhaus der Fortuna Kulturfabrik in Höchstadt eine Ausstellung mit Arbeiten des im Jahr 2011 verstorbenen Höchstadter Künstlers Roland Lindenmann. Nach dem Tod Lindenmanns war dies die erste öffentliche Ausstellung mit seinen Arbeiten. Es wurden überwiegend Werke gezeigt, die der "Initiative Roland Lindenmann e.V." überlassen wurden.

Dazu kamen mehrere Arbeiten aus Privatbesitz, darunter ein preisgekröntes Triptychon (2005), eine Leihgabe von Sabine Haupt, Petra Schuster und Karthrin Nißlein. Auch Ranger selbst stellte das "Diptychon" (2004) zur Verfügung.

Neben Irina Gerschmann (Kunstschule Höchstadt) überließen auch Erika und Edmund Hauck der Ausstellung Werke Lindenmanns. Ein künstlerisches bemaltes Türblatt, einst in der Nähe des Sozialkaufhauses, konnten die Besucher gleich am Eingang bewundern. Es ist eine Leihgabe von Dagmar Herzing. Der Künstler schuf Werke wie Aquarelle, Plastiken und Grafiken. Das erste Werk in Höchstadt war vor 40 Jahren die Verzierung einer Außenmauer der Doppelturnhalle mit abstrakten Sportlerfiguren im Mosaik-Verfahren. Teile davon wurden beim Abriss und Neubau im Inneren der Sporthalle integriert.

Windfahnen wieder aufgebaut

Die Windfahnen, eine Großplastik im Aischgrund, wurden vor langer Zeit aus Sicherheitsgründen abgebaut und erst vor kurzem wieder restauriert und aufgestellt. Das Gemälde, das Lindenmann für das Herzogenauracher Rathaus gefertigt hatte, fiel vor kurzem dem Rathaus-Abbruch zum Opfer.

Lindenmann war Jahrgang 1935. Er lebte nach dem Malerei-Studium in Höchstadt. Hier schuf er von 1962 bis Ende der 90er Jahre sein umfangreiches Werk. Er prägte mit vielen Schöpfungen das Stadtbild Höchstadts. Seine letzte große Auftragsarbeit findet man vor der Nürnberger Akademie am Gewerbemuseumsplatz. Neben guten Zeiten musste er auch schwere Schicksalsschläge erleiden. Alkohol und Geldnot plagten ihn in den letzten Lebensjahren und er lebte zum Ende im Obdachlosenasyl der Stadt im alten Bahnhof. In dieser Zeit hat ihn die von Eberhard Ranger und Volkmar Dietz gegründete "Initiative Roland Lindenmann e.V." unterstützt.

Ranger möchte nun ein Archiv einrichten, in dem Lindenmanns Werke gesammelt werden. Dietz hat bereits eine Auswahl zusammenstellt, die jetzt noch ergänzt werden soll.

Geplant sind weitere Ausstellungen im Heizhaus, denn das Kunstleben in Höchstadt soll wieder Fahrt aufnehmen. Klaus-Dieter Stolper schwärmte von der herrlichen Akustik des Gebäudes. "Es ist einer der wenigen Räume, die klingen", sagte er. Auch Konzerte, wie am vergangenen Samstag, werden in dem kleinen Juwel, das Ähnlichkeiten mit einer Orangerie habe, stattfinden. Ranger ging noch kurz auf die geplante Kulturmeile auf den Aischwiesen ein. Zu den stilvoll restaurierten Windfahnen soll noch je eine passende Skulptur aus den Partnerstädten Krasnogorsk und Castlebar kommen.

Volkmar Dietz, der mit Lindenmann schwere Zeiten durchlitten hatte, fand lobende Worte für die Arbeit Eberhard Rangers. Er sprach auch allen ein großes Kompliment aus, die Lindenmann damals zur Seite standen und ihn unterstützten, wie beispielsweise Gerald Brehm, Renate Schmidt und der Unterstützerkreis mit Eberhard Ranger. "Unser Ziel ist es, die Kunst Lindenmanns in ein neues Licht zu setzen, zu erhalten und zu zeigen. Es hätte ja nicht viel gefehlt und alles wäre in den Container gekommen", betonte Ranger.

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