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Herzogenaurach

Wer zufrieden lebt, lebt länger

Laut Josephine Menzel gibt es ein relativ simples Rezept, um 100 Jahre alt zu werden.
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Josephine Menzel flankiert von ihren Urenkelkindern Paul und Eva, hinten v. l.: Georg Stütz, Luitgard Stütz, Wolfgang Stütz, Julia Stephan, Hildegund Bucher und Heinrich Bucher Foto: Manfred Welker
Josephine Menzel flankiert von ihren Urenkelkindern Paul und Eva, hinten v. l.: Georg Stütz, Luitgard Stütz, Wolfgang Stütz, Julia Stephan, Hildegund Bucher und Heinrich Bucher Foto: Manfred Welker

Ihren 100. Geburtstag beging Josephine Menzel am Montag in Herzogenaurach im Kreis ihrer Familie bei guter Gesundheit. Geboren wurde sie als Josephine Zipfel vor 100 Jahren in Schlüsselfeld. Der ehemalige Bürgermeister Georg Zipfel ist ihr Neffe.

Die Eltern von Josephine führten einen Kolonialwarenladen und hatten nebenbei auch eine kleine Landwirtschaft. Josephine wuchs gemeinsam mit einem Bruder auf. Die Stadt, in der sie nahezu ihr ganzes Leben verbrachte, hatte vor dem Zweiten Weltkrieg rund 900 Einwohner und acht Brauereien, wie sie sich noch erinnert.

Ihr erster Mann, Joseph Kirchhof, ist im Zweiten Weltkrieg in Russland gefallen. Die zweite Ehe schloss sie 1951 mit Georg Menzel, einem Zahnarzt. Dessen Familie stammte ursprünglich aus Schlesien. Nach Stationen in Dresden, Leipzig und München kam er nach Schlüsselfeld und baute sich dort eine Zahnarztpraxis auf. In den Aufbaujahren haben sie und ihr Mann alles in diese Praxis gesteckt, so wurden zum Teil die Rechnungen von ihr noch mit der Hand geschrieben.

Josephine Menzel hat gerne gekocht und Handarbeiten gemacht: "Für zehn Männer habe ich Socken stricken müssen", sagt sie rückblickend. Gerne machte sie mit ihrem Mann auch Campingurlaub, zu Beginn in Franken, etwa Escherndorf und Sommerach, später auch in Italien am Gardasee. Vor allem im Rentenalter unternahm das Ehepaar Schiffsreisen.

Den Töchtern Luitgard Stütz und Hildegund Bucher haben sie bei der Partnerwahl "nicht dreingeredet", wie sie anmerkt. Inzwischen kann sie sich über sieben Enkelkinder und elf Urenkel freuen.

Im Jahr 2013 zog sie mit ihrem Mann Georg in das Herzogenauracher Liebfrauenhaus. Allerdings starb ihr Mann nur wenig später, sodass sie jetzt allein dort lebt. Da sie auch im hohen Alter noch rüstig ist, geht sie gerne spazieren und besucht ihre Tochter unweit des Liebfrauenhauses in der Glockengasse.

Maß halten

Ihr Rezept für ein derart langes Leben lautet: "Ein zufriedenes Leben führen!" Wenn es ein üppiges Sonntagsessen gab, dann kamen am nachfolgenden Werktag schon einmal Kartoffeln und Quark auf den Tisch.

Zum Ehrentag gratulierten neben zahlreichen Familienmitgliedern auch Stadtpfarrer Helmut Hetzel, Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) und stellvertretende Landrätin Gabriele Klaußner (CSU). Groß gefeiert wird mit der ganzen Familie am kommenden Sonntag.