Oberschwappach

Wer holt sich den Kunstpreis 2018?

Künstlerinnen und Künstler aus der Region Mainfranken und der Metropolregion Nürnberg zeigen ihre Werke im Schloss Oberschwappach. Sie nehmen am Kunstpreis-Wettbewerb des Landkreises Haßberge teil.
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"Lebensstufen" nennt sich das Objekt des Haßfurter Künstlers Hans Doppel, das aus einem Pappelholzstamm aus dem Forst von Castell stammt und während der Ausstellung den Vorplatz des Schlosses in Oberschwappach ziert. Foto: Christiane Reuther
"Lebensstufen" nennt sich das Objekt des Haßfurter Künstlers Hans Doppel, das aus einem Pappelholzstamm aus dem Forst von Castell stammt und während der Ausstellung den Vorplatz des Schlosses in Oberschwappach ziert. Foto: Christiane Reuther
Christiane Reuther

Oberschwappach — "Der Landkreis Haßberge setzt mit einem eigenen Kunstpreis einen wichtigen Akzent im Kulturleben der Region", sagte Landrat Wilhelm Schneider am Sonntagvormittag bei der Ausstellungseröffnung für den Kunstpreis des Landkreises im vollbesetzten Spiegelsaal von Schloss Oberschwappach. Der Landkreis Haßberge hat unter dem Thema "Regionalreflexionen" seit 2016 zum zweiten Mal einen Kunstpreis ausgeschrieben. Dieser ist dotiert mit 2000 Euro.
Die Vergabe des Kunst- und Publikumspreises bietet zum Ende der Saison im Rahmen von "Kunststück", dem Kulturprojekt des Landkreises Haßberge, ein besonderes Highlight. Bis einschließlich 25. März werden die eingereichten Arbeiten von 13 Künstlerinnen und Künstlern in den Räumen im Obergeschoss und auf dem Vorplatz des Schlosses im Rahmen einer Ausstellung gezeigt. Eine fünfköpfige Fachjury wird aus den breitgefächerten Werken einen Preisträger ermitteln.


Meinung des Publikums gefragt

Aber auch die Meinung des Publikums ist gefragt: Die Besucher können auf vorbereiteten Stimmzetteln ihr "Lieblingskunstwerk" auswählen. Der Publikumspreis ist mit 500 Euro prämiert. Die Gäste konnten ihre Bewertung für den Publikumspreis nach der Eröffnung, die von Michael Weisel und Dirk Rumig mit ansprechendem Rhythmus aufgewertet wurde, und der anschließenden Führung durch die Kunsthistorikerin Ann-Kathrin Müller abgeben. Aus den abgegebenen Stimmen wird ein Gewinner ermittelt, auf den als Preis ein Präsentkorb wartet, gefüllt mit regionalen Produkten.


Viele Kriterien

Für den Kunstpreis gab es viele Kriterien im Vorfeld, wie Kulturbeauftragte Renate Ortloff erklärte. Sie hatte die eingereichten Arbeiten gesichtet und für die Jury anonym aufbereitet. Die Jurymitglieder hatten aus den eingereichten Arbeiten nur einen kleinen Teil der Kunstwerke für die Ausstellung zugelassen. "Regionalreflexionen" sei kein leichtes Thema, das man den Künstlern vorgegeben habe, dessen ist sich Landrat Wilhelm Schneider bewusst. Gefragt war eine kritische Auseinandersetzung mit dem ländlichen Raum und dem Versuch, durch künstlerische Beiträge Lösungsansätze zu liefern. "Nicht nur die Begegnung und der Austausch mit anderen Künstlern ist das Ziel des Kunstpreises", sagte der Landrat. Vor allem wolle man die ländliche Struktur mit neuen kulturellen Denkansätzen aufwerten und sich als innovativer Landkreis präsentieren.
Als Hausherr sieht sich die Gemeinde Knetzgau, wie Bürgermeister Stefan Paulus versicherte, gerne als Partner der Ausstellung. Er zeigte sich begeistert von dem Ergebnis der eingereichten Arbeiten. Seiner Meinung nach muss Kunst aufrütteln und gesellschaftliche Missstände aufdecken. Paulus wünscht sich mutig engagierte Künstler, die für ein tolerantes und weltoffenes Land eintreten.
Es haben Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten Ausschreibungsgebiet mitgemacht. Dieses wurde auf die Region Mainfranken und die Metropolregion Nürnberg ausgedehnt. Aus allen drei Regierungsbezirken Ober-, Mittel-, und Unterfranken wurden Arbeiten von den Künstlern zum Wettbewerb eingereicht. "Der Wettbewerb ist reizvoll und vor Ort", dies gab für den heimischen Künstler Hans Doppel den Ausschlag, sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Seit 2005 lebt Doppel in der Kreisstadt Haßfurt, wo er in seiner "Kunstfabrik" kreativ tätig ist. Gebürtig ist der freischaffende Bildhauer und Objektkünstler aus Johannisthal in Oberfranken. Nach einer Lehre als Ornamentiker und der Ausbildung zum Holzbildhauer war er neun Jahre mit Traktor und Bauwagen unterwegs. Hans Doppel umfasst mit seinen Werken ein weites Spektrum an Bildhauerei, Fotografie und Objektkunst bis hin zu Performances. Zahlreiche Ausstellungen sowie die Teilnahme an drei Bildhauer-Symposien vervollständigen seine Biografie. Die Themen kreisen im Schwerpunkt um Geburt und Leben, Verwandlung und Arbeiten mit toten Tieren. Die bevorzugten Materialien sind Glas, Stein, Holz und Metall. Hans Doppel hat für den Wettbewerb zwei Werke eingereicht: "Lebensstufen" nennt sich das Objekt, das aus einem Pappelholzstamm aus dem Forst von Castell stammt und während der Ausstellung den Vorplatz des Schlosses in Oberschwappach ziert. Das Objekt "Bewegung" entstand für die Ausstellung "Kunst im Treppenturm", die im letzten Sommer in Bamberg stattfand.


Interessante Installationen

"Die Ausstellung ist erfrischend und visuell erlebnisreich", zeigte sich Peter Davey, selbst Künstler aus Haßfurt, als Besucher angetan von der Ausstellung mit seiner Meinung nach interessanten Installationen. Er hat auch gleich einen Publikumstipp: die Arbeiten von Hans Doppel. Die "Lebensstufen" sind seiner Meinung nach ansprechend gestaltet mit einem Hauch Ironie versehen: Pilze auf dem Werkstück zeigen die Phase der Verwandlung. Mit den beiden Materialien Holz und Rost habe Doppel das vorgegebene Thema voll getroffen.
Die versierte Kunsthistorikerin Ann-Kathrin Müller wird die Gäste an den darauffolgenden Wochenenden jeweils samstags und sonntags mit fünf unterschiedlichen Themenschwerpunkten durch die Ausstellung führen. Hier gilt vor allem den Mitgliedern des Museumsvereins "Schloss Oberschwappach" besonderer Dank, die die Türen des Schlosses an den Samstagen und Sonntagen von 13 bis 17 Uhr für Gäste öffnen. Die feierliche Preisvergabe des Kunstpreises und des Publikumspreises findet am Donnerstag, 22. März, um 19 Uhr, ebenfalls im Spiegelsaal von Schloss Oberschwappach, statt.


Die Künstler

Künstler aus Haßfurt und Umgebung, aus dem Raum Bamberg/Lichtenfels, den Regionen Forchheim, Erlangen und Nürnberg sowie aus den Gegenden um Schweinfurt, Würzburg und dem Main-Spessart-Kreis nehmen mit Arbeiten aus den Bereichen Zeichnung, Malerei, Fotografie, Skulptur und Objektkunst teil. Es sind dies Hans Doppel, Henrike Franz, Adelbert Heil, Kathrin Hubl, Martin Rehm, Peter Schoppel, Michaela Schwarzmann, Werner Tögel, Anita Tschirwitz, Christa Varadi, Isa Wagner, Gabi Weinkauf und Katja Wunderling. Zur Kunst und zu den Kunstwerken ging Kunsthistoriker Dr. Matthias Liebel näher ein. Der Jury sei es seiner Meinung nach gelungen, eine hochkarätige und künstlerisch anspruchsvolle Werkschau zusammenzustellen, die einen umfassenden Einblick in die Vielfalt sowie eine gute Übersicht über das hohe Niveau des bildnerischen Schaffens der hiesigen Kunst- und Kulturregion ermöglicht. Im Ausschreibungstext hieß es: "Reflexionen, Modelle und Visionen liefern, für eine nachhaltige Entwicklung der Lebensregion Haßberge mit ihrer kulturellen, gesellschaftlichen und infrastrukturellen Identität. "
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