Bamberg

Wer braucht den Bierkeller 4.0?

Bierkeller und -gärten gehören im fränkischen Alltag noch zu den Zonen geringerer Smartphone-Dichte, was sich auch mit der "gesetzteren" Publikumsstruktur erklären lässt. Aber es geht auch ganz anders...
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Bierkeller und -gärten gehören im fränkischen Alltag noch zu den Zonen geringerer Smartphone-Dichte, was sich auch mit der "gesetzteren" Publikumsstruktur erklären lässt. Aber es geht auch ganz anders, erlebt in einem Biergarten eines Strullendorfer Ortsteils, wo es neben der üblichen Speisekarte noch täglich wechselnde Gerichte auf einer Kreide-Tafel gibt.
Natürlich kann man(n) schon mal die Partnerin zehn Meter zu dieser Tafel schicken. Dass die drei, vier Gerichte per Smartphone abgelichtet werden müssen, um sie dem Gatten vorzulegen, ist dann aber doch kurios. In diesem Fall misslang die Aufnahme ("Da war was auf der Linse"). Zweiter Versuch ohne Handy: Sie ging, las und lernte die Gerichte auswendig - und schon klappte es.
Dass das ältere Paar nach der Bestellung eigentlich nur noch mit Bilderanschauen und -versenden beschäftigt war, ist nicht gerade typisch für fränkische Biergarten-Kultur. Anstatt sich über "Gott und die Welt" zu unterhalten, herrschte kaum verbale Kommunikation. Und spätestens als dann noch vor den "Fleischküchla" ein halbvolles, ganz normales Weißbier-Glas in die digitale Welt versandt wurde, stellte sich die Sinn-Frage eines solchen Abendessens in Zweisamkeit.
Wer als Erwachsener jenseits der 50 zu bequem ist, ein paar Biertischgarnituren weiterzulaufen, um fränkische Schmankerl ins Auge zu fassen, dem ist ein 300er-Teleobjektiv samt Spiegelreflex-Kamera zu empfehlen. Damit lässt sich die Angebotstafel bis zu den Pünktchen am "Schäuferla" heranzoomen. Noch besser: Alle digitalen Geräte im Auto oder daheim lassen! Ein Prosit auf einen digitalarmen Bierkeller!

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