Kloster Banz
Forum

Wenn Wasser ins Laufen kommt, hat der Mensch das Nachsehen

Jeder muss sich wappnen. Zunehmende Wetterextreme, Trockenheit, Wassermangel und Dürre, punktuell abwechselnd mit Starkniederschlägen, Sturzfluten und Erosion nehmen auch in Bayern zu. Und fast jedes ...
Artikel drucken Artikel einbetten

Jeder muss sich wappnen. Zunehmende Wetterextreme, Trockenheit, Wassermangel und Dürre, punktuell abwechselnd mit Starkniederschlägen, Sturzfluten und Erosion nehmen auch in Bayern zu. Und fast jedes Jahr treffen die Unwetterereignisse andere Orte. Mit der Initiative "boden:ständig" hat das Landwirtschaftsministerium zusammen mit den Ämtern für Ländliche Entwicklung ein Instrument entwickelt, um den Boden auf den Feldern sowie mehr Wasser in der Fläche halten zu können.

Beim Forum im Kloster Banz wurde deutlich, wie individuell die örtlichen Probleme sind und wie unterschiedlich damit auch die Maßnahmen und Lösungen sind, die Landwirte, Bürger und Kommunen zusammen mit Fachbehörden und Planern finden. Der Amtsleiter des gastgebenden Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken, Anton Hepple, konnte fast 100 Bürgermeister, Landwirte, Planer und Amtsvertreter aus der Region begrüßen.

"Es geht um unsere Lebensgrundlagen! Es geht um unsere Böden und die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, also um die Existenzgrundlage unserer Landwirte und unsere Ernährungssicherheit", hob Hepple die Bedeutung des Themas hervor.

Karl Auerswald von der Technischen Universität in Weihenstephan und Robert Brandhuber von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft erklärten, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse mittlerweile hinsichtlich der Starkregenereignisse und ihrer Folgen vorliegen. Und natürlich, wie Landwirte und Kommunen darauf reagieren sollten. Auerswald betonte: "Nicht der Mais oder das Klima sind schuld, wenn Siedlungen überflutet und der Boden weggeschwemmt wird. Wir Menschen sind schuld. Wir haben aber das Wissen und die Technik, um klüger als in der Vergangenheit zu handeln."

Brandhuber wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Mulchsaat in der Praxis verbessert werden müsse. "Es muss mehr Mulchmaterial an der Bodenoberfläche verbleiben", forderte der Erosionsexperte von der Landesanstalt. Eine Erhöhung der Humusbildung, regelmäßige Kalkung, eine intelligente Flureinteilung und das Vermeiden hoher Gewichte zur Schonung der Bodenstruktur nannte er als weitere wichtige Aspekte. Und Auerswald hatte ein sehr einfaches Patentrezept gegen Überschwemmungen in Siedlungen, das aber in der Vergangenheit viel zu wenig beachtet wurde: "Keine Baugebiete dort ausweisen, wo Überschwemmungsgefahren bestehen." Die Experten erläuterten, dass wir in den vergangenen Jahrzehnten unsere Flächen und Landschaft weitgehend dräniert haben. "Wasser darf aber möglichst nicht ins Laufen kommen" machten sie deutlich. red

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren