Ebern

Wenn's auf Fördermittel ankommt, führt Ebern sogar Regie im Bayreuther Festspielhaus

Interessante Einblicke erhielten die Kreisräte der Wählergemeinschaft Haßberge bei einem Besuch der Landesbaudirektion in Ebern. Die Behörde hat seit Januar...
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Interessante Einblicke erhielten die Kreisräte der Wählergemeinschaft Haßberge bei einem Besuch der Landesbaudirektion in Ebern. Die Behörde hat seit Januar 2017 ihren Hauptsitz in Ebern im historischen Rathaus. Zug um Zug wird das Personal hier aufgestockt, in Nürnberg reduziert. 2025 sollen in Ebern 100 Mitarbeiter tätig sein - dann auch in einem eigenen neu errichteten Gebäude.
Die Kreisräte und auch einige Eberner Stadt- und Rentweinsdorfer Gemeinderäte wurden vom Präsidenten der Landesbaudirektion Johannes Nolte empfangen und durch das Haus geführt. "In der Außenwirkung ist unser Haus nicht so bekannt", ist sich Nolte bewusst, dabei hat die Behörde eine wichtige Funktion und breit gefächerte Aufgaben.


Im Dienste des Bundes

Die Landesbaudirektion ist eine Mittelbehörde, etwa wie die Bezirksregierungen, sie bereitet und plant Projekte, die dann von den insgesamt 22 staatlichen Bauämtern umgesetzt werden. Interessant war für die Kommunalpolitiker, dass die Landesbaudirektion zwar eine bayerische Behörde ist, aber zum allergrößten Teil für den Bund tätig ist.
"Gewandert" ist die Landesbaudirektion schon mehrfach - allerdings bisher nur von den Zuständigkeiten her. So war sie früher der Finanzverwaltung zugeordnet, zuletzt von 2006 bis 2016 der Autobahndirektion Nord, jetzt ist sie Zentrale Landesbehörde mit Hauptsitz in Ebern.
Präsident Nolte pendelt zwischen den derzeit drei Sitzen Ebern, Nürnberg und München. Dazu kommen viele Termine in Berlin und Bonn wegen der bundesweiten Vernetzung.


Hohe Fachaufsicht

Die Landesbaudirektion ist Fachaufsicht führende Ebene für alle zivilen und militärischen Hochbauprojekte des Bundes und der Gaststreitkräfte, also auch zuständig für die Konversion von US- oder Bundeswehrkasernen. Auch das Förderwesen des Bundes für Maßnahmen anderer Träger wird hier verwaltet. Ein besonders prominentes Projekt aus diesem Bereich ist beispielsweise die Instandsetzung des Festpielhauses in Bayreuth.
Die Landesbaubehörde befasst sich mit dem Bau von Laboren, Schulen, Krankenhäusern, Flugplätzen, Universitäten oder auch Hotels.
Kreisrat Christoph Winkler aus Zeil und der Eberner Stadtrat Thomas Limpert interessierten sich für die Standortwahl in der Innenstadt. Dazu erklärte Johannes Nolte, dass man auch über die ehemalige Kaserne nachgedacht habe, doch seien dort zum einen inzwischen alle Gebäude verkauft, zum anderen wollte man mitten in die Stadt. "Wenn man eine Behörde in eine kleinere Stadt verlegt, dann sollte sie dort auch präsent sein", ist die Auffassung des Leiters.
Im alten Rathaus habe man hervorragende Bedingungen vorgefunden, moderne Büros in einem historischen Gebäude, in denen sich die Mitarbeiter ausgesprochen wohlfühlen.
Wie und in welchem Zeitplan denn die Verlagerung weitergehen werde, fragte die FW-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Birgit Bayer. Dazu erklärte Johannes Nolte, dass niemand gegen seinen Willen versetzt werden soll. Derzeit arbeiten 16 Mitarbeiter in Ebern, die Vollbesetzung im Alten Rathaus wären 25.
Bis 2021 soll der erste Bauabschnitt des Neubaus zur Verfügung stehen, dann wird der Personalstand auf 40 aufgestockt, bis 2025 sollen dann im kompletten Neubau hundert Mitarbeiter arbeiten.


Zumeist Pendler

Die bisherigen Mitarbeiter pendeln, aber sie leben in der Region, etwa in Seßlach oder Haßfurt, ein Kollege sei jetzt aber auch nach Ebern gezogen, so Nolte.
Um den Nürnberger Mitarbeitern einen eventuellen Umzug schmackhafter zu machen, finde die Personalversammlung diesmal in Ebern statt, verbunden mit einer Stadtführung. Die notwendigen Fachleute zu finden, schätzt Johannes Nolte in Ebern nicht als schwieriger ein als an anderen Standorten.
Die Nähe der Fachhochschule Coburg mit ihrem Architektur-Studiengang sei ein deutlicher Vorteil. Auch die Lebensqualität im Landkreis Haßberge sei hoch, Mieten und Baugrundstücke sehr erschwinglich. Wenn es nicht gelinge, Fachleute zu werben, dann liege das eher an den Gehältern im öffentlichen Dienst. Das erlebe man derzeit bei der ausgeschriebenen Stelle für das Energiemonitoring.
Wie langfristig denn mit dem Verbleib in Ebern zu rechnen sei, interessierte Thomas Limpert als Stadtrat natürlich besonders. Angesichts der Tatsache, dass ein eigenes Gebäude errichtet werde, sei eine neue Verlagerung relativ unwahrscheinlich, erklärte Johannes Nolte dazu.
Dieses Gebäude wird übrigens nicht von der Landesbaudirektion geplant, sondern vom zuständigen Staatlichen Bauamt in Schweinfurt. "Da sind wir jetzt mal in der Rolle des Nutzers, das ist ein ganz neues Spiel für uns", erklärt Johannes Nolte, der von Haus aus ebenfalls Architekt ist.
Birgit Bayer sagte, den Kommunalpolitikern liege die Schaffung hoch qualifizierter Arbeitsplätze in der Region sehr am Herzen. Daher wünschte sie viel Erfolg bei der Personalsuche. red

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