Kulmbach

Wenn Kunst an der Decke hängt

In der Oberen Stadtgalerie kann derzeit die Winterausstellung des Kunstvereins bestaunt werden.
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Cornelia Morsch inmitten der "DNA-Spuren" von der Filzkünstlerin Irene Reinhardt  Fotos: Uschi Prawitz
Cornelia Morsch inmitten der "DNA-Spuren" von der Filzkünstlerin Irene Reinhardt Fotos: Uschi Prawitz
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Nach einer fulminanten Präsentation im neu gestalteten Turbinenhaus zeigt der Kulmbacher Kunstverein in der Oberen Stadtgalerie aktuell seine jurierte Winterausstellung. Der Besucher erhält einen spannenden Einblick in verschiedenste Strömungen der bildenden Kunst, von Siebdruck über Foto-Mischtechnik, Pastell, Zeichnung, Öl und Acryl bis hin zu Glaskunst, Collagen und Filzarbeiten.

"Es ist jedes Mal wieder eine Überraschung, was eingereicht wird", sagt Cornelia Morsch, Zweite Vorsitzende des Kunstvereins.

Besonders hebt sie die Arbeiten von Günther Wolfrum als einen der Kulmbacher Akteure in der Ausstellung hervor - oder die ganz ungewöhnlichen Werke von Jo Niklaus aus Nürnberg.

Völlig neuer Blickwinkel

"Die Künstlerin setzt Dinge altmeisterlich und doch in einem völlig neuen Blickwinkel zeitlos interpretiert um." Auf den ersten Blick wirkten die Ölzeichnungen wie Fotografien, zu einer Collage im Rahmen angeordnet. Erst auf den zweiten Blick erkenne der Betrachter die akribische Feinarbeit der Malkunst, die zur Fotoillusion führt. "4 x Marilyn auf Grün" heißt etwa ein Bild, das die Schauspielerin Marilyn Monroe in Szene setzt.

Ganz zart hingegen wirken die luftigen Papierschnittarbeiten von Bettina Specht, die in einem festen Quadergefüge transparent und zerbrechlich zugleich anmuten.

Altbekanntes und Neues

Luftig die "DNA-Spuren" aus Filz von Irene Reinhardt, die von der Decke hängen und zum Spielen verleiten. "Hier stellen wieder andere Künstler aus als zur Jubiläumsausstellung in der Turbine", erklärt Cornelia Morsch.

Klein und fein sei der Rahmen in der Galerie, schaffe Platz für intimere Arbeiten mit anderem Charakter. 18 Künstler zeigen bis zum 25. Januar 2020 rund 30 Arbeiten, dabei erkennt man Altbekannte wieder und entdeckt auch Neues. Mit Rückblick auf das Jubiläumsjahr des vor zehn Jahren gegründeten Kunstvereins, das sich langsam dem Ende neigt, zieht die Zweite Vorsitzende eine positive Bilanz. "Wir haben viele Highlights geboten, tolle Aktionen durchgeführt, und auch unser Jubiläumsbier kam sehr gut an." Die Planung für 2020 sei bereits am Laufen, es bleibe spannend.

Aktuell könnten Kunstinteressierte noch die Ausstellung zur Jubiläums-Kochaktion im Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseum anschauen, eine gute Gelegenheit gebe sich zum bevorstehenden Tag der offenen Tür beim Weihnachtsmarkt im Mönchshof am 15. Dezember.

Im neuen Jahr darf man sich dann als erstes auf die traditionelle Ausstellung "7 aus dem Verein" unter dem Motto "Umgarnt" freuen, die Anfang Februar im Badhaus und in der Oberen Stadtgalerie eröffnet wird.

"Wir stehen in den Startlöchern", verspricht Cornelia Morsch.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.kunstverein-kulmbach.de.

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