Bamberg
Konzert

Wenn Harmonie auf Dissonanz trifft

Die Möglichkeit, großartige Klassiker aus einer neuen Perspektive zu erleben, bietet das nächste Konzert im Aufseßhöflein am 9. (20 Uhr) und 10. März (17 Uhr) mit dem Ensemble "The rubin chamber playe...
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Die Möglichkeit, großartige Klassiker aus einer neuen Perspektive zu erleben, bietet das nächste Konzert im Aufseßhöflein am 9. (20 Uhr) und 10. März (17 Uhr) mit dem Ensemble "The rubin chamber players". Es musizieren Valerie Rubin, Geworg Budagjan (Violine), Martin Timphus (Viola) und Markus Mayers (Violoncello).

Das Streichquartett KV 465 in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart erhielt wegen der düsteren Einleitung mit ihren häufigen Wechseln zwischen Dur und Moll und der chromatischen Vorhalte seinen Namen "Dissonanzenquartett” - trotz der fröhlichen Themen und harmonischen Sätze, die folgen. Gestrenge Zeitgenossen sahen in dieser langsamen Einleitung eine einzige Ansammlung von Regelverstößen gegen den "reinen Satz" oder glaubten gar an Fehler beim Setzen der Noten. Nach der finsteren Einleitung erklingt eines der schönsten Allegro-Themen, die Mozart geschrieben hat. Der zweite Satz, "Andante cantabile", ist ein erfüllter Gesang für vier Streicher. Das Finale fasst alle Momente des Quartetts zusammen: den gesanglichen Schwung, die Chromatik und die wilden Molleinbrüche.

Das Neue im Meisterwerk

Ludwig van Beethovens Meisterwerk, das Quartett "Opus 59 Nr. 3", ist das letzte der Quartette, die nach ihrem Auftraggeber, dem russischen Grafen Rasumowski, ein wichtiger Förderer Beethovens, genannt wurden. Das Neue dieser Werke lag in der quasi-sinfonischen Ausdehnung von Form und Klang des Streichquartetts. Die drei Rasumowsky-Quartette zielten darauf ab, die Grenzen der intimen Kammermusik zu sprengen, in denen das Streichquartett bis dahin befangen war und die Gattung in eine Musik für den Konzertsaal zu verwandeln.

Igor Strawinskys drei kontrastierende Miniaturen - "Drei Stücke für Streichquartett” - sind harmonisch oft nicht weit entfernt von den Einleitungen der Streichquartette seiner Vorgänger. Das erste Stück heißt Dance ("Tanz") - unüberhörbar ein rauer Volkstanz aus Russland, dessen Thema die erste Violine anstimmt. Dabei agiert sie über einem raffiniert verschobenen Klanggrund aus widerstreitenden Rhythmen. Für das zweite Stück - "Excentrique" ("exzentrisch") - schwebten Strawinsky die Späße des Clowns "Little Tich" vor. Seine langen Schuhe und seine sprunghaften Bewegungen, aber auch der abrupte Wechsel zwischen Lachen und Weinen scheinen sich in der Musik dieses Satzes widerzuspiegeln. Mit dem Titel des dritten Stückes -" Cantique" - spielt Strawinsky auf die liturgischen Gesänge des alten Russlands an. Man denkt an einen liturgischen Gesang im Wechsel zwischen Kantor und Gemeinde.

Wegen der geringen Zahl der Sitzplätze im Aufseßhöflein gibt es Karten nur im Vorverkauf unter E-Mail rubin@chamber-players.de oder unter der Telefonnummer 0152/33513588. red

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