Forchheim
Unternehmenskultur

Wenn die Pause zur Konferenz wird

Wo kommt mehr heraus bei einer Konferenz: beim Hören von Fachreferaten oder bei den Gesprächen in den Pausen? Zweites ist häufiger. Davon sind Annika Leopold, Joanna Zajfert und Dorothee Brommer aus e...
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Sabine Hockling im Gespräch mit Thor van Horn Foto: Pauline Lindner
Sabine Hockling im Gespräch mit Thor van Horn Foto: Pauline Lindner
Wo kommt mehr heraus bei einer Konferenz: beim Hören von Fachreferaten oder bei den Gesprächen in den Pausen? Zweites ist häufiger. Davon sind Annika Leopold, Joanna Zajfert und Dorothee Brommer aus eigener Erfahrung im beruflichen Alltag überzeugt.
Deshalb luden die drei Frauen Menschen aus ihren Netzwerken ein, die auf ihren Gebieten besonders Wissen und Erfahrungen haben.
Gemeinsam soll daraus ein ganzes Buch werden - an nur einem Wochenende. Ein Buch, das Impulse für eine neue Unternehmenskultur gibt.
"Seit etwa zehn Jahren kennt man den Begriff der Un-Konferenz", sagt dazu Stefan Probst, der von produktivem Arbeiten fasziniert ist. Besonders im Technologiebereich habe man längst festgestellt, wie viel Energie in den Pausen steckt. Daraus entwickelte sich die Idee, die Pause zur Konferenz zu machen.
Ein Schritt weiter ist die Idee, als Mehrzahl an einem Buchprojekt zu arbeiten, ohne das Risiko zu verkennen. "Das Scheitern gehört zum Prozess", formuliert es Brommer. Die andere Seite betont Stefan-Peter Roos: "Wir sind nicht Teilnehmer, sondern Teilgeber."
Die Idee im Kopf, das Ergebnis auf dem Papier. Dazwischen können Welten liegen. Und ein langer Weg - mit allerhand Hindernissen. Als Fachfrau aus dem eigenen täglichen Arbeitsprozess stellte die Zeit-Autorin Sabine Hockling eine Reihe davon zusammen. Sie beteiligte sich auch am Buchschreibprozess.
Hocklings Antwort auf die Grundfrage aller Autoren - Wie wecke ich Interesse? - lautet: Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit. Fünf Jahre lang befragte Hockling jede Woche Personen aus dem Wirtschaftsleben unter dem Titel "Chefsache". Ihr größtes Problem dabei, so gibt sie unumwunden zu, waren "herumeiernde Partner". Denn: "Jede Geschichte ist ein Versprechen, das man einhalten muss."
Ökonomisch schreiben ist ihr eine Selbstverständlichkeit, wie sie dem Gesprächsmoderator Thor von Horn anvertraute. Denn: "Kein Chefredakteur akzeptiert die Schreibblockade."


Kein Denglisch

Trotz Ideen des Neudenkens setzt sie auf klassische Strukturen wie Ausgangsituation-Konflikt-Lösung. Und sie zitiert immer noch den Stern-Herausgeber Henri Nannen: "Wir müssen für Lieschen Müller schreiben." Präzisiert ist das für die Berliner Journalistin: "Kein Fachvokabular, kein Denglisch, kurze Sätze und knackige Zwischenüberschriften."
In welches Stadium das Buchprojekt zu Veränderungen in der Unternehmenskultur bereits getreten ist, kann offen bleiben. Die Wegbegleitung durch die Gruppe war allen Teilnehmern der entscheidende Impuls.
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