Ebern

"Wenn der Tag zu Ende geht ..."

Der Kammerchor Ebern gestaltete mit Organist Wolfgang Schneider ein gelungenes Konzert in der Stadtpfarrkirche.
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Mit Abendliedern und geistlicher Nachtmusik begeisterte der Eberner Kammerchor beim Konzert am Sonntagabend.  Fotos: Janina Reuter-Schad
Mit Abendliedern und geistlicher Nachtmusik begeisterte der Eberner Kammerchor beim Konzert am Sonntagabend. Fotos: Janina Reuter-Schad
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Janina Reuter-schad Weltliche Abendlieder und geistliche Nachtmusik gab es am Sonntagabend in der Eberner Stadtpfarrkirche zu hören: Der Kammerchor der Musikschule Ebern um Leiterin Ulrike Zeidler hatte zum Konzert eingeladen. Dieser Einladung sind viele Menschen gefolgt, die Pfarrkirche war gut gefüllt. Die Besucher erwartete ein abwechslungsreiches einstündiges Programm aus Liedbeiträgen des Kammerchors in verschiedenen Konstellationen und Orgelmusik, für die der Organist Wolfgang Schneider sorgte.

Passend zum Zeitpunkt des Konzerts waren Abendlieder und geistliche Nachtmusik das Thema des Programms. "Wenn der Tag zu Ende geht, das Licht schwindet und die Nacht beginnt, wird es still in der Natur und der Mensch spürt sein Dasein in der Schöpfung deutlicher. Der Blick nach innen fällt leichter, der Mensch erkennt seine Schutzbedürftigkeit. Der fromme Mensch wendet sich an Gott mit Dank und Bitte", führte Chorleiterin Ulrike Zeidler in das Thema des Konzerts ein.

Dies hätten Dichter aller Zeiten wie Eichendorff, Matthias Claudius, Paul Gerhard oder Nikolaus Hermann in Gedichten und Gebeten niedergeschrieben, die in Liedern lebendig geblieben seien, sagte sie. "Auch wenn die Texte aus dem Blickwinkel und vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit verfasst wurden, können wir uns heute hineindenken, sie nachempfinden und uns vielleicht auch wiederfinden", so Ulrike Zeidler.

In einem Lied lebendig geblieben ist etwa Matthias Claudius: "Der Mond ist aufgegangen" - das wohl bekannteste deutsche Abendlied, das zugleich ein geistliches Volkslied ist. Dieses Lied diente im Programm als Übergang zur geistlichen Nachtmusik und wurde vom Kammerchor beeindruckend vorgetragen.

Neben den kleinen Formen und strophischen Liedern waren auch durchkomponierte Chorstücke zu hören. Bekannte Kompositionen etwa von Reger und Rheinberger. Besonders stach das stimmungsvolle Chorstück "Calme des Nuits" von Camille Saint Säens heraus, das die Stimmung der Nacht in schwelenden, ruhigen Klängen einfängt. Bei diesem vierstimmig gesungenen Werk beeindruckten die Sängerinnen und Sänger das Publikum. Auf den eher ruhigen Anfang folgte eine sehr kräftige und voluminöse Passage, woraufhin ein wieder ruhigerer Teil folgte.

"In der Nacht"

Das Stück "In der Nacht" von Max Bruch sang nur eine Abordnung des Kammerchors vierstimmig mit einem hohen Anteil an Männerstimmen. Im Gegensatz dazu führten das Lied "Hebe deine Augen auf" von Felix Mendelssohn-Bartholdy nur die Damen des Kammerchors auf. Abwechslung bot sich beim "Nachtlied" von Max Reger, das im Wechsel aus ruhigen und aus lauten, aufgewühlten Passagen besteht.

Zitate aus Psalmen und dem Lukas-Evangelium ergänzten und erweiterten das Vokalprogramm. So etwa "Bleib bei uns, denn es will Abend werden", aus dem die Überschrift des Programms entnommen ist und das als letztes Stück des offiziellen Programms sehr eindrucksvoll sechsstimmig gesungen wurde.

Abgerundet wurde das Programm durch eingeschobene Orgelstücke etwa der französischen Komponisten Vierne und Langlais sowie den Fugen von Schumann, die den meditativen Charakter der Abendmusik nahekommen. Diese instrumentalen Werke, die Organist Wolfgang Schneider eindrucksvoll an der Orgel spielte, unterstrichen den meditativen Charakter des Programms. Von der französischen Moderne über den Impressionismus reichten sie zur deutschen Romantik. In diese Werke waren sämtliche Facetten des Orgelspiels eingebaut.

Alle Register zog Wolfgang Schneider bei den "Sechs Fugen über den Namen BACH" von Robert Schumann. Während es "mit sanften Stimmen" und relativ ruhig losging, nahm das Stück allmählich Fahrt auf und wurde "lebhaft", bis es zum Ende hin schließlich immer schneller und lauter wurde.

Schließlich ernteten der Chor um Ulrike Zeidler sowie Organist Wolfgang Schneider am Ende des Programms tosenden Applaus, so dass sich die Sänger schließlich nochmals aufstellten, um eine Zugabe zu liefern: Mit dem Bach-Satz des Chorals "Nun ruhen alle Wälder" schloss der Kammerchor das durchwegs gelungene Konzert.

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