Zeil am Main

Wenn der Stadtrundgang zu einer theatralischen Herausforderung wird

Der theatralische Parforceritt durch die Zeiler Stadtgeschichte wäre ohne den Stettfelder Autor und Laientheaterspieler Christian Ziegler nie Wirklichkeit geworden. Ebensowenig ohne die Zeiler Histori...
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Der theatralische Parforceritt durch die Zeiler Stadtgeschichte wäre ohne den Stettfelder Autor und Laientheaterspieler Christian Ziegler nie Wirklichkeit geworden. Ebensowenig ohne die Zeiler Historiker, die Ziegler mit ausgesuchten Details versorgten. Und ganz gewiss auch nicht ohne all die Freiwilligen, die in historische Rollen schlüpfen.
Die Entstehung dieses szenischen Theaterstückes ist schon eine Leistung für sich: Ziegler schrieb in ein paar Wochen die neun Skizzen, die zentrale Elemente der Zeiler Geschichte in Szene setzen. Es sind lustige Paradestückchen, ernste Momente, Jahrzehnte voller Grauen, die Ziegler in Worte fasste, für die er Bilder fand, die jeder verstehen und nachvollziehen kann - wenn er nur aufmerksam zuhört. "Mir war es wichtig, dass es keine trockene Geschichtsstunde wird. Das Publikum soll etwas mitnehmen können, und das geht am besten, wenn in den Szenen Gefühle transportiert werden", ist sich der Stettfelder sicher.
Wer hatte die Idee zum Historienspiel? Martin Schlegelmilch und Christoph Winkler erinnern sich an die Sitzung des stadtgeschichtlichen Arbeitskreises im Herbst 2016. Auf das "Wie stellt ihr euch das vor?" von Bürgermeister Thomas Stadelmann überlegten alle, wie man diese 1000 Jahre Zeil angehen könnte: "Da hab ich gesagt: Wir spielen Theater. Wir spielen die Zeiler Stadtgeschichte!" Martin Schlegelmilch begeisterte sich für diese Idee, der gleich ein Gedanke folgte. "Aber wer scheibt uns sowas und wer könnte mithelfen?"
Gut, dass man sich in Zeil kennt: Schlegelmilch wusste, dass mit Julia Melchior eine begnadete Laienschauspielerin in Zeil lebt, die bei der Stettfelder Freilichtbühne aktiv ist. Die junge Frau weihte er ein. Und Julia Melchior stürmte los.
Wobei sie bei Christian Ziegler offene Tore einrannte. Ziegler ist seit über 26 Jahren vom Theatervirus befallen, spielt begeistert, schreibt eigene Stücke, und ist glühender Shakespeare-Fan. Ein Mittelalterthema, das konnte er gar nicht ablehnen.
"Es hat mir auch richtig Spaß gemacht", sagt er mit Nachdruck. Dass er gleich bei der ersten Begegnung mit den Zeiler Hobbyhistorikern Martin Schlegelmilch, Christoph Winkler und Ludwig Leisentritt schon eine Szene fertig hatte, das beeindruckte. Aus dem Material der Historiker wob Ziegler eine prächtige Szenerie.
Vor allem die Szene zum Deckengemälde in der Stadtpfarrkirche "war mir ein echtes Anliegen", erzählt Schlegelmilch. Von Christoph Winkler bekam Ziegler alle Langhans-Unterlagen. "Der hat das prima umgesetzt", sagt Winkler.
Federführend übernimmt Brigitte Krause die Proben mit den gut 50 Spielern in den neun Gruppen. "Da hab ich mir was angelacht", bemerkt die Regisseurin immer wieder mit Augenzwinkern, schnauft durch und freut sich dann doch wieder auf die Arbeit mit ihren Zeiler Laienschauspielern. Reine Nervensache, denn neben Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis verlangt eine gute Regie ein sicheres Händchen für Personenführung. Martin Schlegelmilch und Christoph Winkler unterstützen sie. Ebenso Maria Egglseder, seit über 30 Jahren Regisseurin der Stettfelder Freilichtbühne. Sie "regiert" bei der Eröffnungsszene. eki
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