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Schney

Wenn der gelbe Frosch eintaucht

Die Schneyer Künstlerin Claudia Scheler stellte als erste in der Franken-Akademie auf Schloss Schney aus.
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Claudia Scheler hat hier mit Acrylfarbe auf Leinwand den Augenblick des Sprungs eines Frosches in einen Teich festgehalten.  Foto: Alfred Thieret
Claudia Scheler hat hier mit Acrylfarbe auf Leinwand den Augenblick des Sprungs eines Frosches in einen Teich festgehalten. Foto: Alfred Thieret
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Eine Premiere gab es am Freitagabend in der Franken-Akademie mit der Vernissage zur Ausstellung "Miteinander reden" der Schneyer Künstlerin Claudia Scheler.

Nach den Vorstellungen des Akademie-Geschäftsführers Michael Lang und der Vorsitzenden Susann Biedefeld sollen in Zukunft unter diesem Motto in regelmäßigen Abständen Ausstellungen stattfinden.

Der Regensburger Philosoph Bernhard Heider, der in die Ausstellung einführte, ging unter anderem auf das Motto "Miteinander reden" ein. "Miteinander reden bedeutet mit anderen Leuten reden, die unter Umständen auch ganz anderer Meinung sein können."

Veränderlichkeit des Augenblicks

Die aus Essen stammende Claudia Scheler, die seit 2002 in Lichtenfels lebt, und schon vielfach mit ihren Werken bei Ausstellungen vertreten war, stellte im ersten Stock 28 Kunstwerke aus, die in den letzten 20 Jahren in unterschiedlichen Malstilen entstanden sind. Die Veränderlichkeit des Augenblicks hielt sie in drei Werken fest, bei denen sie Seidenpapier auf Acrylglas klebte und mit blauer Pigmentfarbe bearbeitete und das Glas von hinten beleuchtete.

Auf die Frage nach ihrem Lieblingsbild wählte Claudia Scheler das von der Dimensionierung her eher unscheinbare Bild "Am Meer", das ganz von der Farbe Blau dominiert wird. Über dem tiefblauen Meer wölbt sich der etwas heller blaue Horizont. Zwei grün gefärbte Wellen wälzen sich dem Betrachter zu. Während die eine gerade im Entstehen ist, bricht sich die andere am Ufer. In diesem Moment dazwischen, könne man eins sein mit der Natur, könne man die Ruhe spüren, meinte sie.

Die Dynamik eines während einer Regatta rasant durch das Wasser gleitenden Segelbootes macht ein anderes Bild deutlich. Dass sie gerne an der See ist, lässt auch das mit einer Mischtechnik in Form einer Collage entstandene Werk "Gesponnenes Gold" vermuten, das gleichzeitig ihre Fantasie und ihren Ideenreichtum zeigt. Auf Rügen könne man nach einem Sturm Bernstein finden, erläuterte Claudia Scheler, allerdings sei dieser meist goldgelb glänzende und aus fossilem Harz bestehende begehrte Schmuckstein oft in einem Geflecht von Seetang, Steinen, Sand, Holzstücken und Muscheln im Spülsaum am Strand versteckt. Diese Tatsache habe sie dazu animiert, dieses Gemisch zusammen mit Pigmentfarben auf einer Holzplanke aufzubringen.

Noch unter ihrem Geburtsnamen Riemenschneider (sie hat 2003 Günther Scheler aus Schney geheiratet) hat sie 1999 die Dynamik eines Augenblicks festgehalten, als ein Frosch voller Vitalität in ihren von Seerosen umrankten Gartenteich sprang. Da sie in ihrer künstlerischen Freiheit die Färbung der Amphibie etwas verändert hatte, erinnerte sie sich an eine Begebenheit aus ihrer Schulzeit. Während alle Schüler im Malunterricht einen Baum wie gewohnt mit einem braunen Stamm mit grünen Blättern malten, wie dies auch die Lehrerin erwartete, war ihr Baum ganz in Rot, wobei sie den Ahornbaum ihrer Großeltern mit seinen roten Blättern, der ihr im Sonnenlicht noch eindrucksvoller erschien, im Kopf hatte. Die Lehrerin hatte dafür aber kein Verständnis und gab ihr für diese "Themaverfehlung" eine schlechte Note ...

Die Ausstellung ist bis 20. November in der Zeit von 8 bis 16 Uhr zugänglich.