Burgkunstadt

Wenn der Faden den Stift ersetzt

Michaela Schwarzmann zeigt in der Produzentengalerie Burgkunstadt Arbeiten aus dem Bereich "Strich und Faden".
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Michaela Schwarzmann näht ihre Bilder in Papier. Foto: Tom Schneider
Michaela Schwarzmann näht ihre Bilder in Papier. Foto: Tom Schneider

Die Produzentengalerie Burgkunstadt für Gegenwartskunst eröffnet am Samstag, 22. Juni, die Ausstellung "Die Zehnte". Beginn der Vernissage ist um 17 Uhr. Gezeigt werden Werke der Malerinnen Ute Haas (Landshut) und Michaela Schwarzmann (Eggolsheim) sowie Skulpturen aus der Dauerausstellung der Bildhauerinnen Martina Kreitmeier Landshut) und Claudia Katrin Leyh (Meiningen) sowie der Bildhauer Patrick Niesel (Nürnberg) und Denis Delauney (Memmelsdorf).

Die Einführungsrede zur bis zum 7. Juli dauernden Ausstellung wird der Bamberger Kunsthistoriker Matthias Liebel halten; für den guten Ton sorgt der Kronacher Cellist Sebastian Krügel.

Mit einer nicht gerade alltäglichen Art der Malerei wird sich die freischaffende Künstlerin Michaela Schwarzmann in der Burgkunstadter Galerie präsentieren. "Ich werde in der Galerie in Burgkunstadt meine Arbeiten aus dem Bereich ,Strich und Faden‘, zeigen, aus dem zweidimensionalen Bereich. Daran arbeite ich in den letzten Jahren hauptsächlich", sagt sie. Bei diesen Bildern - zu deren Herstellung schon auch mal die Nähmaschine zum Einsatz kommt - wird die normalerweise gezeichnete Linie durch den Faden ersetzt, der das Papier durchdringt und so zweiseitig wirkt. Zum Beispiel beim von Michaela Schwarzmann gewählten Thema "Himmelsgarten", bei dem die Umrisse teilweise mit Hilfe der Nähmaschine genäht und gestanzt wurden - der Faden ersetzt den Stift.

Acryl und Kreide von Ute Haas

Die 1967 geborene Ute Haas lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Landshut. Im April und Mai dieses Jahres war sie als Stipendiatin "artist in residence" am Virginia Center for the Creative Arts (VCCA). In Burgkunstadt wird Haas Malerei - Acryl und Kreide meist im Format 100 x 100 cm - ausstellen.

"Die Arbeiten", sagt sie, "sind nicht gegenständlich." Sie lassen aber immer wieder Formen anklingen, die man zu erkennen glaubt und dechiffrieren möchte. Die meist flächig angelegten Bilder haben keine Perspektive, sie sind hell in der Farbigkeit und die strukturierte dichte Oberfläche spielt eine Rolle. Ute Haas: "Mir geht es nicht darum, einen Inhalt zu vermitteln. Ich komponiere einen Zustand von Farbe und Form, der so offen bleibt, dass der Betrachter darin spazieren gehen kann und sich die Dinge selbst zusammenreimen muss."

Unter den Künstlern, die in einer Dauerausstellung ihre Skulpturen in der Produzentengalerie Burgkunstadt zeigen, ist auch der in Memmelsdorf bei Bamberg arbeitende Denis Delauney. Er wurde 1961 in Alencon in der Normandie geboren und lebt seit 1987 in Bamberg. 2006 begann er Masken aus Ton zu modellieren, sie dann zu bemalen und schließlich in seiner eigenen Welt zu fotografieren. Aus den Masken wurden mit der Zeit Köpfe, das Material änderte sich von Ton zu Beton. Die Köpfe tragen meistens Narben, Risse oder einfach Wunden der Zeit und sollen eine Botschaft vermitteln.

Im Juni 2017 erreichte Denis Delauney eine Einladung zur Art Basel. Die Skulptur "Anaidos Masked" brachte den Künstler als Finalisten der Ausstellung hervor.

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