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Wenn das Herz außer Takt gerät

Bei einem Herzseminar für Patienten, Angehörige und Interessenten geht es in einer Veranstaltung der Kardiologischen Klinik am Klinikum Kulmbach am Samstag, 10. November, von 10 bis 12 Uhr um das Them...
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Blick ins Herzkatheterlabor Foto: Klinikum Kulmbach
Blick ins Herzkatheterlabor Foto: Klinikum Kulmbach

Bei einem Herzseminar für Patienten, Angehörige und Interessenten geht es in einer Veranstaltung der Kardiologischen Klinik am Klinikum Kulmbach am Samstag, 10. November, von 10 bis 12 Uhr um das Thema "Herz außer Takt - Vorhofflimmern: Ursachen, Erkennung, Behandlung". Neben Vorträgen zum Thema im ersten Untergeschoss des Klinikums wird im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung auch eine Besichtigung des Herzkatheterlabors am Klinikum angeboten. Darüber hinaus gibt es auch Informationen über das am Klinikum angesiedelte telemedizinische Projekt.

"Wenn das Herz nicht mehr im regelmäßigen Takt schlägt, spricht man von Herzrhythmusstörungen", erklärt Leitender Arzt Andreas Brugger von der Kardiologie des Klinikums. Viele verschiedene Formen des unregelmäßigen Herzschlags verbergen sich hinter diesem Oberbegriff. "Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Das Risiko, an dieser Volkskrankheit zu erkranken, steigt mit dem Alter", weiß der leitende Kardiologe. Lebensbedrohlich ist nach den Worten von Brugger das Vorhofflimmern im Grunde nicht. Allerdings kann der unregelmäßige Herzschlag zu Blutgerinnseln im Herzen führen. Werden die vom Blutfluss verschleppt, kann ein solches Gerinnsel ein Gefäß verschließen. Der Schlaganfall ist die am meisten gefürchtete und folgenschwerste Komplikation des Vorhofflimmerns. Nicht selten werden Patienten mit einer Herzschwäche oder einem Schlaganfall stationär aufgenommen und erfahren zum ersten Mal, dass ein Vorhofflimmern dafür verantwortlich ist. Das gelte verstärkt für ältere Patienten. Mit dem Alter steigt zugleich das Risiko für Vorhofflimmern. "Und Schlaganfälle, die durch Vorhofflimmern ausgelöst werden, haben oft einen besonders schwerwiegenden Verlauf", warnt Brugger.

Gerinnungshemmende Medikamente können vor dieser Folge schützen. Diese Vorbeugung können aber nur die Menschen für sich nutzen, die auch wissen, dass sie unter Vorhofflimmern leiden. "Viele Menschen erkennen gar nicht, dass sie unter Vorhofflimmern leiden und sind daher ungeschützt dem Risiko eines Schlaganfalls ausgesetzt", warnt Brugger. Wie Vorhofflimmern erkannt werden kann, sei daher eine Frage, die jeden etwas angehe.

Mit Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung seien in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht worden. Aber auch über die Ursachen und die Behandlung des Vorhofflimmerns gebe es neue Erkenntnisse. Ein lange Zeit bestehendes Vorhofflimmern könne zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen, die bei Betroffenen die Leistungsfähigkeit erheblich einschränkt und Einbußen an Lebensqualität nach sich zieht. Anliegen der Herzstiftung ist es, konkrete Antworten auf die Frage zu geben, was man tun kann, um das Herz wieder leistungsfähiger zu machen. Die Kardiologen am Klinikum unterstützen dieses Ziel mit der Veranstaltung.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. red



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