Coburg
Gesetz

Wenn das Engagement aus Frust nachlässt: Asylkreis Coburg diskutiert

Über die sogenannte Ausbildungsduldung sprachen die Mitglieder des Asylkreises Coburg am Dienstagabend in der Gemeinschaftsunterkunft in der Sally-Ehrlich-Straße. Anlass war ein Referat der Diplom-Soz...
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Das jüngste Treffen des Asylkreises Coburg mit einem Vortrag von Janine Kolb (rechts vorn) war gut besucht.  Foto: Edwin Meißinger
Das jüngste Treffen des Asylkreises Coburg mit einem Vortrag von Janine Kolb (rechts vorn) war gut besucht. Foto: Edwin Meißinger
Über die sogenannte Ausbildungsduldung sprachen die Mitglieder des Asylkreises Coburg am Dienstagabend in der Gemeinschaftsunterkunft in der Sally-Ehrlich-Straße. Anlass war ein Referat der Diplom-Sozialpädagogin Janine Kolb, Asylberatung - Caritasverband Stadt und Landkreis Coburg. Kolb sprach über das Thema "Asylverfahren abgeschlossen - was dann?". Einige Ehrenamtliche des Asylkreises berichteten, dass die Firmen teilweise sehr enttäuscht von der Handhabung seien. Im sogenannten Aufnahmegesetz stehe folgender Wortlaut: Genehmigt wird die Ausbildung und danach zwei Jahre Arbeit. Falls der Arbeitgeber nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung den Lehrling nicht in ein festes Arbeitsverhältnis übernimmt, hat dieser ein halbes Jahr Zeit, sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Einige Firmeninhaber hätten junge Asylsuchende zur Ausbildung eingestellt und diese seien trotz Ausbildungsvertrages ab- und ausgewiesen worden. Für die Firmeninhaber sei es schmerzhaft, wenn sie Zeit, Kraft und Geld in junge Leute investierten und diese dann ihre Ausbildung nicht zu Ende machen dürften, geschweige denn als ausgelernte Facharbeiter im ehemaligen Lehrbetrieb arbeiten dürften. Manche Arbeitgeber empfänden den Aufruf, junge Asylbewerber auszubilden, im Nachhinein geradezu als Sarkasmus und hätten beschlossen, sich hier nicht mehr zu engagieren, teilten Ehrenamtliche mit.
Etwa 20 Personen waren in dem kleinen Spielzimmer der Sammelunterkunft zusammengekommen. Der Gedanke des Asylkreises ist, den Austausch untereinander zu ermöglichen und Ehrenamtlichen dabei das Gefühl zu geben, dass sie mit ihren Problemen nicht allein gelassen werden.


Schwierig und verwirrend

Der Vortrag machte deutlich, dass die Gesetzeslage schwierig ist, manchmal auch verwirrend. Selbst Experten wie Rechtsanwälte oder vom Staat Beschäftigte wüssten oft nicht genau, wann wie richtig gehandelt werden kann. Kolbs Vortrag hörten die Anwesenden mit großem Interesse zu und stellten Fragen zu persönlichen Situationen. Im Nachhinein wurde intensiv diskutiert.
Sowohl der positive Ausgang eines Asylverfahrens als auch der negative wurden angesprochen. In letzterem Fall müsse innerhalb von zwei Wochen Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht werden. In dieser Zeit sei eine Abschiebung nicht möglich, erfuhren die Asylkreis-Angehörigen.
Kolb wies darauf hin, dass es nicht immer einfach sei, allen Anforderungen zu genügen. Trotzdem machte sie den Ehrenamtlichen Mut und zeigte anhand der Gesetze auf, dass auch Aufenthaltsgenehmigungen unter bestimmten Voraussetzungen möglich seien.
Beate Langheinrich und Detlef Grams sind schon seit gut 2013 als Helfer beim Asylkreis. "Uns haben die Menschen und ihr Schicksal interessiert", beschrieb Langheinrich ihre Motivation. Das Ehepaar hat nach eigenen Aussagen noch keine schlechten Erfahrungen mit den Menschen gemacht, denen es zur Seite steht. "Die Leute, die wir kennengelernt haben, sind für Kleinigkeiten dankbar." em
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