Lichtenfels

Wenn Dämonen gegen Roboter kämpfen

In Michael Gallers Bildern prallen Welten aufeinander - zu sehen in der Lichtenfelser Galerie in der Spitalpassage.
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In sich verwobene Welten, gespickt mit versteckten Details und Geheinmissen, sind in der Spitalgasse ausgestellt. Foto: Tobias Hohner
In sich verwobene Welten, gespickt mit versteckten Details und Geheinmissen, sind in der Spitalgasse ausgestellt. Foto: Tobias Hohner

Dick und üppig belegt sieht das Baguette aus, das auf dem Kopf einer Frau klebt. Überrascht und den Mund weit aufgesperrt, deutet sie auf den Hund, der über eine Rollschuhbahn schlittert. Ein paar Meter weiter wächst aus einem nackten Bein Zähne fletschend eine Echse. Darüber schwebt ein Piratenschiff. Je weiter die Besucher der Galerie von einem Bild zum nächsten gehen, umso skurriler werden die Welten, die sich auf ihnen abbilden.

Während in einem Bild Star-Wars-Roboter gegen Aliens kämpfen, grinsen im nächsten plötzlich bösartige Dämonen die Gäste an. Diese schauen sich jedes Gemälde ganz genau an, lassen sich nichts entgehen, denn die Bilder sind gefüllt mit Details und versteckten Geheimnissen. Eine Frage scheint ihnen dabei besonders in den Kopf zu schießen: "Wo fangen die Bildern an, wo hören sie auf?", meint eine Besucherin.

Kunst beim Pizzaessen

Das ist der Vorteil einer Ausstellung wie dieser: Der Künstler steht nur ein paar Meter weiter bereit, alle offenen Fragen zu beantworten. Es ist Michael Gallers erste Ausstellung in dieser Art, etwas völlig neues für den Künstler. "Ich bin schon ziemlich nervös", gibt Galler zu, für den sich dieser Vormittag eher durch Zufall ermöglicht hat: Vor rund sechs Wochen lernte er den Vorsitzenden der Kunst- und Kulturinitiative, Markus Häggberg, kennen. An einem Ort, der erstmal wenig mit Kunstausstellungen zu tun hat: einer Pizzeria. Während er aß, zeichnete Galler mit Kugelschreiber und Papier vor sich hin. Wie in einer "Meditation", erinnert sich Häggberg, dem die Zeichnungen von seinem Platz sofort auffielen. "Aus einer Laune heraus trat ich an seinen Tisch und dann traf mich der Schlag", erzählt Häggberg von seinem ersten Treffen mit dem Künstler: In sich verwobene Welten, kompliziert und doch geordnet, entstanden ganz nebenbei beim Pizzaessen. Welten, die sich auch in der Ausstellung offenbaren könnten, für die Häggberg den Künstler unbedingt einladen wollte. Und nun steht er hier, umringt von zahlreichen Besuchern, die seine Bilder bestaunen.

Galler wirkt schüchtern. Im Gegensatz dazu stehen seine Bilder. Sie sind explosiv, bunt, provozieren mit grotesken Szenen. Es komme spontan aus ihm heraus, beschreibt Galler, wenn er Kugelschreiber und Papier zur Hand nimmt. Und um auf die Frage vom Anfang und Ende einzugehen: "Ich fange in der Mitte des Bildes an und lasse mich überraschen, wie es weitergeht", erklärt der Zeichner.



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