Coburg

Wenigstens kicken sie heuer nicht

Kino  In einem Jahr ohne Fußball sind James Bond und die Fortsetzung von "Star Wars" die wichtigsten Gesprächsthemen.
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Johnny Depp spielt die Titelrolle in "Mortdecai - Der Teilzeitganove". Der Streifen kommt am 22. Januar ins Kino.  Foto: Studiocanal/David Appleby
Johnny Depp spielt die Titelrolle in "Mortdecai - Der Teilzeitganove". Der Streifen kommt am 22. Januar ins Kino. Foto: Studiocanal/David Appleby
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von unserem Redaktionsmitglied 
Berthold Köhler

Coburg — Eine Sache, die weckt bei Oskar Heublein, dem Chef des "Utopolis"-Multiplex-Kinos, schon einmal Optimismus: "Es gibt kein großes Fußballturnier." Denn Fußball-Welt- oder Europameisterschaften, die sind der natürliche Feind des Kinos. Erst recht dann, wenn Deutschland auch noch Weltmeister wird. Wobei: Großen Grund zur Klage haben die Kinobranche und damit auch Oskar Heublein beim Blick zurück auf 2014 nicht. Wenn auch große Publikumsrenner wie der 2013-er Sensationserfolg "Fuck ju Göthe" fehlten, so präsentieren sich die Besucherzahlen stabil.
Der Film mit den besten Zahlen sammelt sogar noch Besucher: "Der Hobbit - die Schlacht der fünf Heere" rutschte im Jahresendspurt nicht ganz überraschend nach vorne und bestätigt damit den Trend, der 2001 mit "Harry Potter und der Stein der Weisen" begann. "Serien sind inzwischen ein wichtiger Bestandteil des Programms", sagt Heublein. Entprechend groß sind die Erwartungen, was "Die Tribute von Panem - Mocking Jay II" mit Bundesstart im Herbst betrifft. Wenn es um die Kandidaten für den erfol greichsten Film 2015 geht - da muss Heublein nicht lange überlegen. Der neue Bond-Film "Spectre" (Start: 29. Oktober) und die Verfilmung der Skandalromane "Fifty Shades of Grey" (12. Februar) sind seine Favoriten. Schwer einzuschätzen: Die im Raum stehende Fortsetzung von "Star Wars", von der außer der Ur-Besetzung (Harrison Ford, Mark Hamill, Carrie Fisher) und dem Bundesstart am 17. Dezember eigentlich noch gar nichts bekannt ist.

Die dritte Dimension

Eine wichtige Rolle spielen im Kino inzwischen auch die 3-D-Filme. "Gerade bei Animationsfilmen", weiß Oskar Heublein, "hat sich diese Technologie etabliert". Insofern dürften die animierten Abenteuer vom "Spongebob" (kommt im Frühjahr) oder den "Minions" (die kleinen, gelber Dinger aus "Ich, einfach unverbesserlich") im Sommer nette technische Spielereien werden. Aber selbst für Traditionalisten wird das 3-D-Kino etwas bieten: Noch im Frühling kommt ein neuer Asterix-Film, endlich einmal wieder als Comic und nicht als Realfilm.
Mit 25 Prozent Marktanteil sind die deutschen Produktionen inzwischen längst kein Nischenprogramm mehr wie einst in den 80-er Jahren - mit Ausnahme der Otto-Filme. Allerdings hat das Mainstreampublikum hier seine Lieblinge. Matthias Schweighöfer ("Der Nanny", noch im Frühjahr) gehört zu denen, aber auch Wotan Wilke Möhring ("Da muss man durch") und Christoph Maria Herbst, dessen Hitler-Persiflage "Er ist wieder da" zu den heißesten Favoriten für den Kino-Herbst zählt.
Was die Fortsetzungen betrifft, ist Oskar Heublein immer ein bisschen zwiegespalten. Freilich will das Publikum keinen gefühlt 400. Teil des "Schulmädchen-Reports" sehen, aber andererseits verkauft sich Qualität auch ein zweites Mal gut. Deshalb kann Heublein immer noch nicht so recht verstehen, warum zum Beispiel Michael "Bully" Herbig nie über einen zweiten Film im Stile des "Schuh des Manitu" nachgedacht hat. Andere gehen da wirtschaftlicher denkend heran, so dass "Fuck ju Göthe" im Sommer seinen zweiten Teil findet. Oskar Heublein jedenfalls freut sich auf diesen Streifen: "Ich gehe mal davon aus, dass da schon noch ein paar gute Ideen da sind."
Nicht zu vergessen: Das große US-Schauspielerkino. Da stechen im Frühjahrsprogramm die Gaunerkomödie "Mortdecai" mit Johnny Depp, Ewan McGregor und Gwyneth Paltrow sowie der Golden-Globe-Favorit "Birdman" mit Michael Keaton und Edward Norton heraus.

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