Schlüsselfeld
Gesundheit

Weniger Düngung für Wasserschutzbrot

Das Thema Nitrat im Grundwasser ist und bleibt ein Dauerbrenner. Während die EU von Deutschland eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung fordert und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner...
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Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp (von links), Bäcker Maximilian Ley und Landwirt Hans Neuner in einem Weizenfeld, das weniger gedüngt wird  Foto: privat
Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp (von links), Bäcker Maximilian Ley und Landwirt Hans Neuner in einem Weizenfeld, das weniger gedüngt wird Foto: privat

Das Thema Nitrat im Grundwasser ist und bleibt ein Dauerbrenner. Während die EU von Deutschland eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung fordert und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine pauschale Reduzierung der Stickstoffdüngung plant, betreibt die Stadt Schlüsselfeld mit Landwirten seit langem eine erfolgreiche Kooperation, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt.

Experten sind sich einig, dass den Herausforderungen der Zukunft mit einer Optimierung der Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Düngung begegnet werden muss. Damit die Landwirte weiterhin ein faires Einkommen erwirtschaften können, sind standort- und leistungsbezogene Prämien in Trinkwassereinzugsgebieten notwendig.

Prämien für Düngeverzicht

Obwohl die Nitratgehalte im Wasser der drei Brunnen der Stadt nur bei 12 mg/l liegen - und damit weit unter dem zulässigen Wert -, schloss Schlüsselfeld bereits 2007 eine Vereinbarung mit den beteiligten Landwirten. Seitdem erfolgt eine regelmäßige Beratung der Landwirte in Kombination mit Prämien für grundwasserschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen. Seit 2014 wird zusätzlich kostenfrei Saatgut für Zwischenfrüchte, für die Umwandlung von Acker in Grünland sowie für mehrjährige Blühflächen und Energiepflanzen bereitgestellt, um die Akzeptanz der Dauerbegrünung zu verbessern.

Ein weiteres Projekt zur Verbesserung des Grundwassers ist die Aktion "Wasserschutzbrot" im Rahmen der Aktion "Grundwasserschutz" der Bezirksregierung. Landwirt Hans Neuner aus Rambach zum Beispiel ist 2019 erstmals dabei und verzichtet u. a. auf die dritte Düngegabe mit Stickstoff. Dafür und für die Einhaltung weiterer Bewirtschaftungsregeln erhält er von der Stadt Schlüsselfeld einen Ausgleich für seinen Einnahmeverlust. Ziel ist eine regionale und nachhaltige Wertschöpfungskette. Der Wasserschutz-Weizen wird in der Wiesneth-Mühle in Sambach gemahlen und von den Wasserschutz-Bäckern verarbeitet, zum Beispiel von der Naturbäckerei Oppel aus Rauhenebrach oder der Stadtbäckerei Ley aus Schlüsselfeld.

Bürgermeister Johannes Krapp wertet die Zusammenarbeit als wegweisend für gute Wasserqualität und das Wasserschutzbrot als kleinen, aber feinen Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und Regionalität. red

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