Bamberg
Versorgung 

Wenig Nitrat im Trinkwasser

Die Stadtwerke Bamberg kennen das Problem der Nitratbelastung und investieren viel in die Reinhaltung des Grundwassers. Das Ergebnis ist eine gute Qualität im gesamten Stadtbereich.
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Vor drei Jahren ging das neue Wasserwerk im Stadtwald in Betrieb. Der damalige Abteilungsleiter bei den Stadtwerken, Christoph Jeromin, erläuterte die elektronische Steuerung. Foto: RiegerPress/Archiv
Vor drei Jahren ging das neue Wasserwerk im Stadtwald in Betrieb. Der damalige Abteilungsleiter bei den Stadtwerken, Christoph Jeromin, erläuterte die elektronische Steuerung. Foto: RiegerPress/Archiv
Das Trinkwasser in Bamberg wird aus den verschiedensten Quellen gespeist. Ein aktuelles Problem mit Nitrat gibt es dabei offenbar nicht. Sämtliche Prüfberichte weisen für das Wasser, das in Bamberg aus den Leitungen kommt, einen Nitratgehalt aus, der weit unter dem amtlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) liegt. Dennoch ist "das Thema Nitratbelastung eines, das uns Wasserversorger extrem bewegt", sagt Stadtwerkesprecher Jan Giersberg.
Die Stadtwerke hätten darum bereits frühzeitig zwei Strategien verfolgt: zum einen die Sicherung der Quellen durch Trinkwasserschutzgebiete, zum anderen die freiwillige Kooperation mit Landwirten. Während etwa um das Schutzgebiet in den Hirschaider Büschen noch immer eine juristische Auseinandersetzung um die Festlegung der Schutzzonen schwelt, würden inzwischen mehr als 50 Landwirte mit den Stadtwerken zusammenarbeiten, so Giersberg. Diese Kooperation, die zur Verringerung der Nitratbelastung durch eine veränderte Düngepraxis führen soll, sei allerdings nicht umsonst zu haben. Die finanzielle Unterstützung durch die Stadtwerke summiere sich inzwischen auf einen sechstelligen Betrag.
Beide Maßnahmen tragen aber Früchte. So habe sich die Nitratbelastung in zwei Brunnen zwischen 1998 und 2014 mehr als halbiert. In beiden Fällen liege der Nitratwert für das Rohwasser - also vor der Aufbereitung im Wasserwerk - nun deutlich unter 50 mg/l. Der Aufwand für die Qualitätssicherung sei immens, das Ergebnis jedoch erfreulich. "Wir haben in Bamberg eine sehr hohe Wasserqualität, egal aus welcher Quelle und wo in unserem Netz es aus der Leitung kommt", betont Giersberg.


In vier Zonen aufgeteilt

Das bestätigen auch die Analysen unabhängiger Labors, die die Stadtwerke auf ihren Internetseiten veröffentlichen. So bewegt sich der Nitratwert im Bamberger Trinkwasser zwischen 3,5 und 18,9 mg/l. Die Unterschiede kommen dadurch zustande, dass das Versorgungsgebiet in vier Zonen aufgeteilt ist, in denen das Wasser aus teils verschiedenen Quellen stammt.
Die vier Zonen sind Inselstadt, Berggebiet, Bamberg-Ost/Gartenstadt und Gaustadt. Dabei können sich den Stadtwerken zufolge die Zonengrenzen innerhalb des sogenannten "offenen Netzes" je nach Einspeisedruck und Füllstand der Hochbehälter verschieben.
Über den niedrigsten Nitratwert können sich die Bamberger im Berggebiet freuen. Sie bekommen vor allem Grundwasser aus den Brunnen der Stadtwerke in den Gereuther und Buger Wiesen. Eine Probe vom Oktober 2016 ergab einen Nitratwert von 3,5 mg/l.
Auch in Bamberg-Ost und in der Gartenstadt liegt der Wert im einstelligen Bereich. Dort fließt über den Hochbehälter Kunigundenruh vor allem Fernwasser aus dem Donau-Lech-Gebiet aus den Wasserhähnen. Nach einer Untersuchung vom Sommer 2016 enthielt das Wasser sieben Milligramm Nitrat je Liter. Einen Nitratgehalt von 10,2 mg/l weist ein Prüfbericht aus dem Jahr 2013 für den Bereich Gaustadt aus, wo die Stadtwerke mehrere Tiefbrunnen unterhalten.


Inselstadt am meisten belastet

Die höchste Nitratbelastung hat den Prüfberichten zufolge das Trinkwasser in der Inselstadt. Hier wurden im vergangenen Oktober 18,9 mg/l gemessen. Das Wasser stammt vor allem aus dem Stadtwald und den Flachbrunnen in den Hirschaider Büschen.
Entnommen wurden die Proben - außer beim Fernwasser - an normalen Anschlüssen an das insgesamt gut 320 Kilometer lange Wasserleitungsnetz der Stadtwerke. Im Berggebiet war es im Klinikum, in Gaustadt in der Grundschule und im Inselgebiet im Servicezentrum der Stadtwerke am ZOB.
Die Kosten für die Qualitätssicherung fließen auch in die Preiskalkulation der Stadtwerke ein. Der muss nach den gesetzlichen Vorgaben kostendeckend kalkuliert werden, darf aber auch nicht auf eine Gewinnerzielung ausgerichtet sein."Wir wollen den Preis so günstig wie möglich halten", betont der Stadtwerkesprecher. Wie lange der seit Jahren unveränderte günstige Wasserpreis von 1,87 Euro je Kubikmeter, also nicht einmal 0,2 Cent je Liter, gehalten werden können, lasse sich jedoch nicht sagen.
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