Ebelsbach
Bildung 

Welche Klassen erhält Ebelsbach?

Der Gemeinderat Ebelsbach informierte sich über die Situation an der Schule. Rektor Raimund Willert stellte viele Überlegungen an, ein Konzept steht allerdings noch nicht. Der Verschiebebahnhof mit mehreren Standorten erzeugt Kritik.
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Raimund Willert
Raimund Willert
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Die Eltmanner Schule "ist ausgefüllt bis oben hin. Wir werden also weiterhin Raumbedarf haben. Ich kann zwar keine feste Schlagzahl angeben, aber drei Räume für fünf Jahre in Ebelsbach - so ist der Stand der Dinge. Zwei Klassen werden wir hierher auslagern müssen. Welche, weiß ich allerdings noch nicht." Diese Aussage traf der Rektor der Mittelschule Eltmann, Raimund Willert, in der Sitzung des Gemeinderates Ebelsbach, bei der die schulische Situation für die Mittelschule Ebelsbach im Mittelpunkt stand.
Willert erinnerte bei seinem Rückblick auf die Schulgeschichte im Raum Ebelsbach an das Jahr 2008, als die Mittelschule Ebelsbach eine Kooperation mit der Mittelschule Eltmann einging mit der Absprache, dass die Klassen des "Ganztages" in Ebelsbach bleiben sollten und die Regelschüler in Eltmann unterrichtet würden. Dies sei wichtig gewesen, um den Ganztagesunterricht hier installieren zu können. Dies habe man für den Schulstandort Ebelsbach gewollt und es sei für die einzügige Schule genehmigt worden.
"Dann wurden wir aber von der Einrichtung der Mittelschulverbünde überrollt. Zeil, Ebelsbach und Eltmann wurden zu einem Schulverbund zusammengeführt und die damalige Kooperation hat sich praktisch wie in Luft aufgelöst. Wir hätten eigentlich in Ebelsbach gar keine Klassen mehr bilden können", betonte Rektor Willert. Der jetzige Stand ist eine Mittelschule mit dem Standort Eltmann und den beiden Außenstellen Trossenfurt und Ebelsbach. "Dabei haben wir den Eltern der Ebelsbacher Schüler versprochen, dass ihre Kinder ihre Schulzeit in Ebelsbach beenden können. Zusätzlich haben wir hier eine Klasse mit Asylbewerbern", erläuterte er.
Welche Klassen bleiben für Ebelsbach? Gemeinderat Martin Wasser (CSU) stellte die Frage in den Fokus, welche Klassen denn nun in Ebelsbach unterrichtet werden sollen. Willert sagte dazu: "Oberaurach hat eine Grundschule und ist nur für die fünfte und sechste Klasse geeignet, für sieben bis neun nicht. Tendenziell kommt also die fünfte/sechste Klasse nach Oberaurach. Eltmann hat eine Mensa und deswegen wäre es einfach, die Ganztagesschüler komplett in Eltmann zu unterrichten, auch wegen des externen Personals für Betreuungen. Deswegen ist es unser Ziel, die Ganztagesklassen nach Eltmann zu ziehen."
Ganztagesklassen waren aber bisher in Ebelsbach und wenn das so sei, müsse man sich überlegen, welche Klassen dann in Ebelsbach unterrichtet werden könnten. Willert: "Denkbar wären für mich Klassen sieben, acht und neun, weil ich hier Fachräume brauche und die hat Ebelsbach mit dem Physikraum, der Küche und dem Werkraum. Dazu bräuchte man eine Form der IT-Ausstattung. Ebenso könnte man Räume auch doppelt mit der Grundschule nutzen." Derzeit sei die Mittelschule in Ebelsbach im Trakt der Bücherei mit zwei Klassen und mit der Asylbewerberklasse.
Zweiter Bürgermeister Martin Horn (SPD) sieht Probleme, wenn man die Klassen der Mittelschule in diesem Bauteil lasse. "Es wäre mir lieber, wenn die Mittelschulklassen im Bauteil II wären, weil hier auch Physik- und EDV-Räume sind. Aber das Problem der EDV könnte man auch mit Laptops flexibler lösen. Trotzdem brauchen wir den Speisesaal, weil wir ja auch Mittagsbetreuung für die Grundschule haben."
Gemeinderätin Hedi Kraft (CSU) forderte ein Nutzungskonzept mit der Grundschule. Nachdem Martin Wasser noch nachgefragt hatte, wer über die Nutzung der Räume entscheide und Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) ergänzt hatte, "wir haben uns noch nie in diese schulische Organisation eingemischt und nur die Räume zur Verfügung gestellt", schaltete sich Gemeinderat Helmut Zirnsak (BNL) mit deutlichen Worten ein. Er hält gar nichts von der Diskussion und dem Hin- und Hergeschiebe der Räume. "Mich interessiert nur, dass die gesamte Grundschule von Ebelsbach-Stettfeld hier untergebracht sein muss und zusätzlich auch Räume von der Mittelschule genutzt werden. Hoffentlich hat auch Rektor Willert ein offenes Ohr für die Belange von Ebelsbach."
Bürgermeister Ziegler bestätigte für die aktuelle Situation eine "Unterbelegung der Schule. Das war nicht in meinem Sinne, dass die Grundschüler jetzt noch auf Stettfeld und Ebelsbach verteilt sind."
Gemeinderätin Susanne Langer (CSU) warf die Frage der Außenstelle Trossenfurt auf. "Ich halte den Standort Oberaurach nicht für günstig. Der Standort Ebelsbach wäre für mich die bessere Alternative." Sie begründete dies mit den weiten Fahrwegen und wies darauf hin, dass sogar ein Schüler aus Pettstadt (Gemeinde Kirchlauter) dorthin gebracht werden muss. Weiter fragte sie, ob auch Regelschüler von Zeil nach Ebelsbach kommen. Die Möglichkeit schloss Raimund Willert nicht aus.
In der nächsten Woche soll ein Gespräch der Bürgermeister und Schulleiter stattfinden und weitere Lösungen aufzeigen.






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