Zur vorübergehenden Schließung der Geburtshilfe an der Helios-Frankenwaldklinik :

Als Deutschlands größte Krankenhauskette betreibt der Helios-Konzern mehr als 100 Kliniken. Bei der Übernahme der Frankenwaldklinik hat sich Helios auch in Kronach verpflichtet, die stationäre Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.
In der Betriebsführung weitestgehend autonom, hat der Konzern von Anfang an deutlich gemacht, dass er auch in Kronach eine Rendite von 15 Prozent als wirtschaftliches Ziel anstrebt.
Es war deshalb konsequent, dass er bestrebt war, die Personalkosten zu senken.
Der befremdlich starke Wechsel bei den Chefärzten wurde in der Öffentlichkeit mit Unverständnis registriert und ließ darauf schließen, dass das Klinikmanagement im Umgang auch mit leitenden Ärzten nicht zimperlich ist.
Aktuell sorgt die befristete Schließung der Geburtshilfe für negative Schlagzeilen. Man muss sich fragen, warum der Konzern nicht willens oder in der Lage ist, in diesem Notfall zwei erfahrene gynäkologische Fachkräfte aus einem seiner Häuser zur Vertretung der erkrankten Chef- und Oberärztin nach Kronach zu delegieren, schon deshalb, weil die Zahl der Entbindungen mit etwa 500 jährlich in einem kritischen Bereich liegt. Bei einer Unterschreitung dieser Marke - so wird befürchtet - wäre der Fortbestand der Entbindungsabteilung infrage gestellt.
Die Helios-Geschäftsführung versichert - und das ist zu hoffen -, dass es wie bisher weitergeht. Sollte dem nicht so sein, dann müsste sich der Landkreis der Tatsache bewusst sein, dass ihm auch Sanktionen zur Verfügung stehen.
Aus älteren Quellen ist ersichtlich, dass der frühere Landrat Oswald Marr am 7. März 2014 gegenüber dem Fränkischen Tag gesagt hat, dass die Grundversorgung der Bevölkerung des Landkreises sichergestellt werden müsse. Ansonsten würde das sogenannte Heimfallrecht greifen, das heißt, "die Klinik fiele - gegen einen entsprechenden Preis - wieder in die Hände des Landkreises zurück".
Es bleibt zu hoffen, dass die Geschäftsführung der Frankenwaldklinik in ihrer Personalplanung Verantwortung und Transparenz zeigt und weitere Pannen wie jetzt ausbleiben.
Die Bevölkerung und insbesondere die betroffenen schwangeren Frauen erwarten, dass die vorbildlich geführte gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung bestehen bleibt.



Dr. Hubert
Heckhausen
Kronach