Stadtsteinach

Weiter warten aufs Schwimmbad

Wolfgang Hoderlein bohrt schon lange an einem dicken Brett: Ein neues Lehrschwimmbecken für Stadtsteinach möchte er. Daraus wird auch nach der Schulsanierung nichts, ließ Bürgermeister Wolfrum in der Bürgerversammlung wissen.
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Natürlich wäre es schön, wenn das Schwimmbad noch funktionsfähig wäre, sagt der Leiter der Stadtsteinacher Schule, Michael Pfitzner. Doch eine Sanierung wird auch mit der neuen Turnhalle nicht möglich sein. An dieser Sachlage hat sich - laut Bürgermeister Wolfrum in der Bürgerversammlung - nichts geändert. Foto: Archiv, S. Adam
Natürlich wäre es schön, wenn das Schwimmbad noch funktionsfähig wäre, sagt der Leiter der Stadtsteinacher Schule, Michael Pfitzner. Doch eine Sanierung wird auch mit der neuen Turnhalle nicht möglich sein. An dieser Sachlage hat sich - laut Bürgermeister Wolfrum in der Bürgerversammlung - nichts geändert. Foto: Archiv, S. Adam

Dass das ehemalige Lehrschwimmbecken unter der alten Turnhalle am Schulzentrum ausgegraben und zugeschüttet wird, ist nach wie vor - wenigstens für die älteren Stadtsteinacher - ein Verlust und Politikum. Sepp Madl glaubt nicht, dass es irgendwann einmal ersetzt wird, wie das Bürgermeister Roland Wolfrum in der Bürgerversammlung zumindest andeutungsweise in Aussicht stellte: "Freilich nicht in alleiniger Regie der Stadt. Die Kosten kann die Stadt nicht stemmen." Dennoch hält Stadtrat Wolfgang Hoderlein ein Lehrschwimmbecken nach wie vor für notwendig "als Standortfaktor für Stadtsteinach und auch für unsere Kinder". Doch das sei eigentlich eine Angelegenheit des Landkreises beziehungsweise des Schulamts. "Aber auch wenn ich im Kreistag dieses Thema schon seit Jahren anspreche: Ich komme damit bis jetzt keinen Millimeter weiter", so Hoderlein.

Bei seinem Überblick in der gut besuchten Bürgerversammlung hatte Bürgermeister Wolfrum beim Projekt Generalsanierung des Schulhauses mit Gesamtkosten von voraussichtlich zehn Millionen Euro klargemacht, dass im Zug der Neugestaltung des Schulhofs zwar ein Soccercourt wie in Kulmbach gegenüber dem Bahnhof gebaut werden, aber auch eine Grünfläche bleiben solle, die möglicherweise für ein Lehrschwimmbecken genutzt werden könnte.

Mehr Eisen im Feuer

Doch die Sanierung des Schulzentrums sei nicht das einzige Projekt, das die Stadt derzeit angeschoben habe, sagte Wolfrum. Bei Triebenreuth wird ein neuer Hochbehälter gebaut, über den die Ortschaften oberhalb des Steinbruchs mit Wasser versorgt werden. Der wird mit der Stadtsteinacher Versorgung verbunden, so dass Wasser hochgepumpt werden kann, wenn die eigenen Quellen oben nicht mehr genug schütten. Da die Wasserversorgung insgesamt solidarisch finanziert wird, werden die Gebühren wohl für alles steigen.

Dass im Ernstfall zu wenig Löschwasser in den Ortschaften Richtung Presseck sei, habe sich beim Brand bei Römersreuth herausgestellt, sagte Wolfrum. Dem könne vielleicht einfach abgeholfen werden, indem man leere Güllegruben von nicht mehr betriebenen landwirtschaftlichen Anwesen als Wasserreservoire nutze.

Stadtsteinach erhält demnächst ein Drehleiterfahrzeug, das im gesamten nördlichen Landkreis zum Einsatz komme. Fertig werde im kommenden Jahr der "Mühlenpark" auf dem Platz der ehemaligen Kappermühle, kündigte Wolfrum an. Außerdem wird der Startschuss zur Umgestaltung des Stadtparks gegeben.

Ein neues Baugebiet wird demnächst an der Roßbachleite ausgewiesen. Fertig sei auch die Planung der Umgestaltung im städtischen Friedhof mit einem verbesserten Vorplatz der Kapelle und einem halbanonymen Urnengräberfeld, die ab dem Frühjahr umgesetzt wird.

In der nächsten Stadtratssitzung wird die katholische Kirchenstiftung ihre Pläne für eine Erweiterung des Altenheims vorstellen. Daneben sollen zudem Wohnungen mit Betreuungsmöglichkeiten gebaut werden.

Zeitnah angegangen werden müsse auch die Sanierung des Dachs der Steinachtalhalle; immer noch nicht hundertprozentig geklärt ist die künftige Beheizung des Freibads. Das bestehende Solarfeld müsse erneuert werden und die Wasserbeheizung werde steuerbar sein. Für die Zeit, dass die Energie aus Photovoltaik nicht ausreicht, ist eine Zusatzheizung geplant - das Angebot eines Land- und Forstwirts liege vor, hierfür in Eigenregie eine Hackschnitzelheizung zu bauen, mit der auch die Stadthalle daneben beheizt werden könnte. Umfangreich muss auch die Kläranlage auf den neusten Stand gebracht werden.

Bettenkapazitäten erhöhen

"Der Campingplatz prosperiert", sagte Bürgermeister Wolfrum, was dem Engagement des Pächters zu verdanken sei. Trotz der Schließung des Übernachtungsangebots von Salem seien die Übernachtungszahlen in Stadtsteinach nicht gesunken. Mit dem neuen Eigentümer eines Teils der Salem-Gebäude gebe es zudem Gespräche, dort "so etwas wie ein Hotel einzurichten". Der neue Eigentümer sei dem zumindest nicht abgeneigt.

Offiziell eröffnet wird die neue Kinderkrippe im unteren der Salemgebäude am kommenden Samstag ab 10 Uhr mit einem Tag der offenen Tür. 100 000 Euro habe die Stadt dafür investiert. Ein Anbau am Kindergarten hätte zwei Millionen Euro gekostet. Vorbereiten müsse sich der Stadtrat nun auf die Umgestaltung der Stadt, sobald die Umgehung fertig ist und die jetzige Bundesstraße durch die Stadt führe. Dann müsse man für eine ausgewogene Nutzung der Straße für Fußgänger und Pkw sorgen - und dann auch ein schlüssiges Radwegenetz erarbeiten. An Straßen, fasste Wolfrum zusammen, gebe es ständig zu reparieren, allerdings nicht so aufwendig wie am Lehentaler und Gumpersdorfer Weg, die nun beide fertig seien.

Am neuen Jugendhaus hinter dem Rathaus werde gearbeitet. Dort wird auch ein öffentliches WC eingerichtet. Noch in diesem Jahr wird es den Startschuss für die Sanierung der Stadtmauer an der Knollenstraße geben. Finanziell gehe es der Stadt inzwischen erheblich besser.

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