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Herzo Base

Weiter Sorgen um die Kinder

Die Bewohner auf der Herzo Base haben an die Stadt geschrieben. Sie erkennen in den neuen Baugebieten durch fehlende Gehwege gefährliche Situationen. Die CSU hat sich dem angenommen und einen Antrag formuliert.
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Die Herzo Base ist Großbaustelle - und das noch länger. Bürgermeister Hacker möchte deshalb mit etwaigen Maßnahmen noch abwarten.  Foto: Bernhard Panzer
Die Herzo Base ist Großbaustelle - und das noch länger. Bürgermeister Hacker möchte deshalb mit etwaigen Maßnahmen noch abwarten. Foto: Bernhard Panzer

Bernhard Panzer Es war schon einmal ein Thema im Planungsausschuss der Stadt, doch ausgeräumt werden konnten die Sorgen der Bürger bis heute nicht. Die fehlenden Gehsteige in den Ringstraßen in den Bauabschnitten zwei und drei im Wohngebiet werden von den Bewohnern offenbar nach wie vor als Gefahrenstelle angesehen.

Trotz aller Beschwichtigungen blieben die Anwohner skeptisch. Sie haben inzwischen einen Brief an die Stadt geschrieben. Und kürzlich fand eine gemeinsame Ortsbegehung mit CSU-Stadträten statt, an der laut Fraktionsvorsitzendem Bernhard Schwab 30 bis 40 Leute teilgenommen haben. Sorgenkind: Die fehlenden Gehsteige.

"Die Menschen machen sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder", sagt Schwab. Weil diese Sammlerstraßen keine Gehsteige haben, müssten die Kinder auf die Straße ausweichen. Schwab: "Die Eltern halten das für sehr gefährlich". Der CSU-Stadtrat kann eine Gefahrenlage durchaus bestätigen. Denn beim Ortstermin sei ein solcher Fall eingetreten, ein Kind rannte auf die Straße, ein Auto musste bremsen.

Deshalb richtet sich die Fraktion nun mit einem Antrag an den Bürgermeister. Man sei zu dem Entschluss gekommen, "dass wir hier für die Sicherheit der Kinder und aller Verkehrsteilnehmer etwas verändern müssen." Angeregt wurde deshalb eine zeitnahe Ortsbegehung durch den Planungs- und Umweltausschuss zusammen mit dem Bauausschuss.

Bürgermeister Hacker hat inzwischen auf das Schreiben reagiert. Der Antrag der CSU werde selbstverständlich angemessen behandelt, schreibt er. Allerdings sei der angefragte Ortstermin für beide Gremien terminlich nicht möglich. Die Stadt wolle aber prüfen, welche Terminvariante die sinnvollste ist. Mit den Anwohnern stehe die Stadt aber seit Monaten in Kontakt, es gab regelmäßige Gespräche vor Ort. Nach dem jetzigen Schreiben der Anwohner habe die Verwaltung außerdem bereits einen weiteren Termin vor Ort kurzfristig anberaumt.

Gehwege nicht "vergessen"

Auch verwies Hacker darauf, dass die beiden Wohngebiete ja noch immer Großbaustelle seien. Das schaffe in der Tat viele spontane Einschränkungen. Die geplante verkehrliche End-Situation ist laut Hacker davon aber völlig unbenommen. "Sie entspricht der Planung und herrscht andernorts in Herzogenaurach ebenso. Angesichts der vielen Veränderungen, die sich noch bis zur gesamten Fertigstellung ergeben, sollte man nach wie vor abwarten", sagte er.

Schon im März hatte Bürgermeister German Hacker (SPD) auf diese besondere Situation während der Baustellenzeit verwiesen. Schon vor Monaten habe die Stadt hierzu auch mit der Polizei Rücksprache gehalten. Es sei eben eine Baustellensituation. Die Aussage "Die Situation ist mehr als unbefriedigend, ja sogar gefährlich" trifft laut Hacker demnach nicht zu.

Auch hatte der Bürgermeister schon im März darauf hingewiesen, dass die Gehwege mitnichten vergessen worden seien. Man habe diese damals bewusst weggelassen, auch weil diese Straßenschleifen ausschließlich dem Anwohnerverkehr gelten. Der Stadtrat habe das übrigens auch einstimmig so beschlossen.

Hacker erinnerte im FT-Bericht vom 23. März ("Kontroverse über Gehwege hält an") daran, dass das vor gut acht Jahren entwickelte Konzept von vornherein "eine gemeinsame Verkehrsfläche und eben keine Gehsteige" vorgesehen habe. Dafür wollte man Tempo 30 als Obergrenze, inklusive Rechts vor Links. Das sei von einer großen Bürgerbeteiligung begleitet gewesen und habe keinerlei Einwände gefunden, im Gegenteil: "Die Gestaltung wurde ausdrücklich gelobt."

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