Forchheim

Weiter selbstbestimmt wohnen

Für Senioren gibt es im Landkreis Forchheim vielfältige Angebote, wie sie körperlich und geistig rege bleiben können.
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Angelika Fuchs (l.) zeigt Annemarie Jörgensen daheim Übungen zur Sturzprophylaxe.  Fotos: Carmen Schwind
Angelika Fuchs (l.) zeigt Annemarie Jörgensen daheim Übungen zur Sturzprophylaxe. Fotos: Carmen Schwind
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Das Altwerden ist aufgrund der hohen Lebenserwartung in der heutigen Gesellschaft sehr wahrscheinlich. Laut dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern bei 79 Jahren, bei Frauen bei 83 Jahren.

Das Statistische Bundesamt stellte fest, dass Anfang 2018 die meisten Deutschen zwischen 40 und 59 Jahren alt waren, nämlich 24,1 Prozent. 17,71 Prozent waren älter als 65 Jahre und 15,75 Prozent in der Altersgruppe von 25 bis 39 Jahren. Eurostat erwartet für 2030 eine zunehmende Lebenserwartung. Es wurde berechnet, dass Männer durchschnittlich 80 und Frauen 85 Jahre alt werden.

Das eine ist die Statistik, das andere sind Mobilität und Gesundheit im Alter. Denn nur dann kann man selbstbestimmt weiterhin zuhause wohnen. Und das ist für die meisten Senioren das Ziel. Um dieses Ziel erreichen zu können, sollte man bereits rechtzeitig beginnen.

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung zum Beispiel fördert das Immunsystem. Bewegung tut dem Körper ausgesprochen gut. Ein Spaziergang kostet nichts und durch die Fränkische Schweiz zu wandern ist auch noch gut für die Seele. Damit man das nicht alleine machen muss, kann man sich Seniorenwandergruppen anschließen oder einfach in der Nachbarschaft fragen, wer mitmachen möchte.

Um das Gehirn in Schwung zu halten, kann man Gedächtnistraining besuchen. Auch hier werden in der Region viele Kurse angeboten. Senioren mit Tablet oder Smartphone können zuhause eine entsprechende App nutzen. Und wer sich nicht auskennt mit seinem Handy, kann entsprechende Seminare für Senioren besuchen.

Die "Gesundheitsregion plus" bildet Kursleiter für Sturzprophylaxe aus. In Kirchehrenbach zu Beispiel kommen diese sogar ins Haus und üben mit den Senioren. Im Landkreis Forchheim gibt es zudem viele Dienstleistungsangebote.

Gerade im ländlichen Raum bieten viele Unternehmen Lieferdienste an. Nachbarschaftshilfen begleiten bei Spaziergängen. Es gibt Essen auf Rädern und Seniorentische. Metzger und Bäcker machen ihre Runden und verkaufen ihre Waren vor Ort. Frisöre und Fußpfleger kommen ins Haus.

Informationen hierzu gibt auch der "Wegweiser für Senioren und Menschen mit Behinderung" vom Landratsamt Forchheim. Im Landratsamt konnten sich Interessierte jüngst über die Ergebnisse des Forschungsprojektes "9 x selbstbestimmt Wohnen in Oberfranken" informieren. Projektleiter Anton Zahneisen erzählt, dass er und sein Team sich viel Zeit genommen hätten, um mit neun Familien aus Oberfranken zu klären, was Senioren benötigen, um alleine zuhause leben zu können; und was die Angehörigen beruhigt, wenn sie wissen, dem alleinlebenden Senior geht es gut.

"Man kann mit einfachen Mitteln und wenig Geld das Zuhause ein ganzes Stück sicherer machen", meint Zahneisen. Zum Beispiel durch das Umstellen von Möbeln, um Stolperfallen zu vermeiden. "Wobei wir lange brauchten, um eine ältere Dame davon zu überzeugen", verrät der Projektleiter.

Eine gehbehinderte Dame wollte sehen, wer an ihrer Tür klingelt. Hier konnte mit dem Einbau einer Kamera geholfen werden. Auf einem Tablet oder Notebook kann gesehen werden, wer vor der Tür steht. Außerdem kann die Dame jetzt mit dem Sohn in Hamburg sprechen.

Im Haus einer anderen Seniorin wurde am Herd ein elektronischer Wächter eingebaut, der diesen ausschaltet, wenn sie das vergisst. In der Wohnung einer älteren Dame wurde ein Bewegungsmelder installiert, der Licht einschaltet, wenn sie nachts das Bett verlässt. Außerdem erhält der Sohn eine Nachricht auf seinem Smartphone, wenn sie zum Beispiel zu lange im Bad ist, damit er nachsehen kann, ob etwas passiert ist. Solche technischen Systeme und die Geschichten der Familien waren in der Ausstellung im Landratsamt zu sehen. Es gibt viele Angebote für Senioren in der Region. Wichtig ist, dass man sich informiert und diese nutzt.

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