Weißenohe
Weinbergkeller

Weißenoher Dorfgemeinschaft zelebriert Bieranstich wie bei den Mönchen

Ganz leise sind sakrale Gesänge in den dicken Mauern des Weinbergkellers zu hören. Martin Pelikan, Braumeister der Weißenoher Klosterbrauerei, führte interessierte Wanderer durch die mit Kerzen ausgel...
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Seit dem "Reinheitsgebot"-Jubiläum trifft sich die Dorfgemeinschaft Weißenohe regelmäßig, um die im Eichenfass gelagerten Biere anzustechen; von links im Bild sind der Chef der Klosterbrauerei, Urban Winkler, Braumeister Martin Pelikan und Zweiter Bürgermeister Raimund Schwarz. Foto: Malbrich
Seit dem "Reinheitsgebot"-Jubiläum trifft sich die Dorfgemeinschaft Weißenohe regelmäßig, um die im Eichenfass gelagerten Biere anzustechen; von links im Bild sind der Chef der Klosterbrauerei, Urban Winkler, Braumeister Martin Pelikan und Zweiter Bürgermeister Raimund Schwarz. Foto: Malbrich

Ganz leise sind sakrale Gesänge in den dicken Mauern des Weinbergkellers zu hören. Martin Pelikan, Braumeister der Weißenoher Klosterbrauerei, führte interessierte Wanderer durch die mit Kerzen ausgeleuchteten dunklen Gewölbegänge. "Wenn wir schon hier sind, lassen wir uns das nicht entgehen", meinten die Wanderer. An dem von dicken Baumwurzeln umhüllten Weinbergkeller führt ein Wanderweg vorbei.

Zweiter Bürgermeister Raimund Schwarz und Urban Winkler, Chef der Weißenoher Klosterbrauerei, stießen mit einem Maßkrug an. Dieser war gefüllt mit dem süffigen Bier, das wie zu Zeiten der Mönche in dicken Eichenfässern gelagert wurde. Die Dorfgemeinschaft organisiert seit dem ersten Bieranstich, der zum Jubiläum "500 Jahre Reinheitsgebot" stattfand, diesen Bierumtrunk auf dem idyllisch gelegenen Weinberg.

Dass seit drei Jahren der Keller für die besondere Bierlagerung genutzt werden darf, liegt an der Familie, die diesen Privatkeller zur Verfügung stellt.

Die Baukunst der Mönche

Zum Jubiläum hatten die Mitglieder des Sportvereins kräftig geputzt. Der Keller befand sich jedoch in einem ausgesprochen guten Zustand, lobte Raimund Schwarz schon vor drei Jahren die Baukunst der Mönche. Diese schlugen den Keller vor mehr als einem halben Jahrtausend in die Sandsteinschicht am Weinberg zur Biereinlagerung. Die Gesteinsschicht sei für die Einlagerung des Bieres besonders geeignet: Es bleibe im Sommer kühl, denn die Kälte entweiche aufgrund des Gefälles zum inneren Ende des Kellers nicht nach außen. Obst oder Feldfrüchte würden dagegen wegen zu wenig Sauerstoff ersticken und verderben. "Die Brauer nahmen daher immer eine brennende Kerze mit, um im Falle des Erlöschens der Kerze vor einem Sauerstoffmangel gewarnt zu werden", erklärt Winkler bei dem geselligen Abend mit den Weißenohern und Wanderern auf dem Weinberg.

Alte Fotos bezeugen, dass sich die Dorfgemeinschaft schon vor 20 Jahren zu einem Umtrunk vor dem Keller, mit herrlichem Blick auf das Weißenoher Kloster und die Klosterkirche, getroffen hatte. Allerdings ließen sich die Weißenoher damals einen Apfelwein schmecken. Die Tradition des Umtrunks und die der Braukunst werden so vereint.

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